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gab März 2021

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42 GESUNDHEIT DIE

42 GESUNDHEIT DIE PATIENTENVERFÜGUNG Es gibt Dinge, die schiebt man gerne vor sich her. Die Patientenverfügung zum Beispiel. Die Rechtsanwältin Christiane Brzoska erklärt, warum es trotzdem wichtig ist, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. FOTO: GUSTAVO FRING, PEXELS.COM, GEMEINFREI Zugegeben: Mit den Themen Krankheit oder Tod beschäftigt man sich nur ungern. Trotzdem macht es Sinn, rechtzeitig eine Patientenverfügung zu verfassen. „Die Patientenverfügung empfiehlt sich für jede und jeden, der oder die vorsorgen möchte für den Fall einer schweren Krankheit wie zum Beispiel Demenz“, weiß die Rechtsanwältin Christiane Brzoska, die sich auf das Thema spezialisiert hat, berät und Vorträge hält. „Alle haben eine Haftpflichtversicherung, viele eine Rechtsschutzversicherung oder eine Hausratsversicherung“, meint Brzoska „Aber die Patientenverfügung oder ein Testament sind gerade für queere Paare ebenfalls sehr wichtig, egal ob sie verheiratet sind oder nicht. Der Gesetzgeber hat uns die Möglichkeit der Patientenverfügung an die Hand gegeben, und die sollten wir nutzen“. Zwei Begriffe sind wichtig, wenn man sich für den Fall einer schweren Krankheit absichern möchte: Die Vorsorgevollmacht (oder Betreuungsvollmacht) und die Patientenverfügung. Mit der ersten regelt man, wer im Fall, dass man es nicht mehr selbst tun kann, rechtlich für einen handeln kann; sie hebt auch die ärztliche Schweigepflicht gegenüber dieser handelnden Person auf. In der Wahl dieser Person des Vertrauens ist man frei. „Wenn man keinen Vertreter oder Vertreterin genannt hat, wird der Betreuer oder die Betreuerin vom Amtsgericht bestimmt“, weiß Christiane Brzoska. Obwohl diese Person in der Regel aus dem familiären Kreis stammen sollte, werde meistens aber ein familienfremder Berufsbetreuer bestimmt, den man dann auch noch bezahlen muss. Eine vorherige Klärung lohnt also! Mit der Patientenverfügung bestimmt man, welche lebenserhaltenden Maßnahmen man in Anspruch nehmen möchte und welche nicht. Formelle Anforderungen an die Patientenverfügung gibt es nicht; trotzdem empfiehlt es sich, vorab Informationen einzuholen, um ganz sicher zu gehen, dass man das, was man an ärztlicher Behandlung möchte – oder nicht möchte – entsprechend eindeutig und klar formuliert. „In meinen Beratungsgesprächen weise ich ausführlich auf alle Besonderheiten und Eventualitäten hin“, erklärt Christiane Brzoska; denn der Bereich der lebenserhaltenden Maßnahmen ist groß und Laien fällt der Durchblick schwer. „Viele informieren sich zusätzlich bei einem Arzt, was auch ich empfehle“, meint Christiane Brzoska; „in der Regel kann so eine Patientenverfügung mit zwei Terminen bei mir erledigt werden – und dann hat man gut vorgesorgt“. Und falls einem nachträglich noch etwas einfällt, kann man die Verfügung natürlich jederzeit ändern oder vervollständigen. Wichtig ist, dass man sich den unangenehmen aber wichtigen Themen stellt und die Patientenverfügung in Angriff nimmt. *bjö Christiane Brzoska, Niedergärtenstr. 23, Mainhausen, www.kanzlei-brzoska.de

COMMUNITY LIBS: Thema Kinderwunsch Die Lesben Informations- und Beratungsstelle in Frankfurt LIBS lädt am 5. März per Zoom-Konferenz zu einer Veranstaltung zum Thema Kinderwunsch. Als Orientierungshilfe werden Fragen wie „Wie werde ich schwanger?“, „Wie sieht es mit Adoption aus?“ oder „Wie kann ich ein Kind in Pflege nehmen?“ erörtert. Im Shutdown können die LIBS-Gruppenangebote derzeit nicht oder nur sehr eingeschränkt stattfinden; Beratungsangebote finden telefonisch oder online statt, nach Absprache auch vor Ort unter den nötigen Hygiene-Regelungen. Checkt auch den LIBS-Newsletter mit Links zu Filmen, Kolumnen, Buch- und Musikempfehlungen, Podcasts. *bjö GESUNDHEIT 43 5.3., Infoveranstaltung zum Thema Kinderwunsch, via Zoom, 19:30 Uhr – 21 Uhr, Anmeldung über info@libs.w4w.net, www.libs.w4w.net FOTO: FELIPE BALDUINO, PEXELS.COM, GEMEINFREI AKTION Ist Syphilis eine Blume? Unter dem Titel „Syphilis ist keine Frühlingsblume“ möchte die AIDS-Hilfe Frankfurt die Aufmerksamkeit auf die bakterielle Infektion Syphilis richten. 2020 erreichten die Infektionszahlen der Geschlechtskrankheit einen neuen Höchststand – was unter anderem auch an den Möglichkeiten die die PrEP bietet liegen kann; zwar kann man sich mit der PrEP vor HIV schützen, ohne Kondom können aber andere STIs wie eben die Syphilis übertragen werden. Im Rahmen des Testangebots „maincheck_up“ bietet die AIDS-Hilfe Frankfurt daher im März kostenlose Syphilistests an – einfach um sicher zu gehen! Zu den normalen maincheck_up- Konditionen kann man sich natürlich auch auf HIV (Schnell- und Labortest) und Hepatitis testen lassen. Der FOTO: MARLON SCHMEISKI, PEXELS.COM, GEMEINFREI maincheck_up ist anonym, vertraulich und kompetent und bietet neben den Tests immer auch eine kostenlose Beratung zu STIs. Eine Voranmeldung ist nicht notwendig, die Hygieneund Abstandregeln werden gewährleistet. *bjö maincheck_up, montags und donnerstags im Maincheck, Friedberger Anlage 24, Frankfurt, www.maincheck.de

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