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gab März 2021

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24 BÜHNE DAS PRALLE

24 BÜHNE DAS PRALLE AUSSTELLUNG FOTO: TOM OLDHAM Gilbert (rechts) und George, 2015 Das skurrile britische schwule Künstler-Duo Gilbert & George ist in der Schirn Frankfurt zu Gast – mit „The Great Exhibition“, einer riesigen Ausstellung, die ebenso riesige Werke der beiden von 1971 bis 2019 zeigt. Gilbert & George, BEARDARY, 2016, Courtesy of Gilbert & George and Galerie Thaddaeus Ropac, London. Paris. Salzburg. In ihren etwas steif wirkenden Anzügen, immer geschniegelt mit Hemd und Krawatte, wirken Gilbert & George wie skurrile Exoten in einer sich ansonsten gerne lässig gebenden Kunstwelt. Gar nicht steif sind hingegen ihre großformatigen, meist knallbunten Foto- und Bildcollagen: Da strecken sie den Betrachter*innen schon mal ihre nackten Hintern entgegen, titulieren sich selbst als „George, the Cunt and Gilbert, the Shit“, sie zeigen sich als manisch starrende Avatare mit magisch ineinander verzwirbelten Rauschebärten, thematisieren Anal- und Oralverkehr, Krankheit, Tod, Gewalt, Religion und Moral. Ein ganzes Kaleidoskop des menschlichen Lebens wird mit einer nahezu spirituellen Sicht verwurstet. Glück und Leid sind hier gleichberechtigte Sensationen des prallen Lebens mit all seinen Widersprüchen. Und die gilt es allesamt zu akzeptieren. Ihre gerasterten Bildwelten erinnern an eine Mischung aus Kirchenfenstern und Werbeplakaten; das passt gut, wollen Gilbert & George doch ihre Message an die Betrachter bringen. Kunst für alle, mit einfach verständlichen Codes. Und das funktioniert! Gilbert & George, QUEER, 1977, Courtesy of Gilbert & George Der Südtiorler Gilbert Prousch und der britische George Passmore hatten sich in den späten 60ern als Studenten der Londoner Hochschule für Kunst und Design Central St. Martins kennen gelernt. Sie wurden ein Paar und beschlossen, als Künstler fortan in Personalunion als „Living Sculptures“ aufzutreten. Gemeinsam bezogen sie Anfang der 1970er ein Haus samt Atelier im multikulturellen Ost-Londoner Viertel

BÜHNE 25 LEBEN! präsentiert be unique. be heroic. just be! Spitalfields. Die damals heruntergekommene Ecke Londons ist heute ein Hipster-Pflaster, aber genau hier fanden und finden Gilbert & George die Themen für ihre Kunst – Spitalfields ist für sie der Mikrokosmos, der die ganze Welt beinhaltet. Die Ausstellung „The Great Exhibition“ ist eine Kooperation der Luma Foundation, des Moderna Museet in Stockholm und der Schirn Frankfurt und wurde bereits in Arles, Stockholm, Olso, Reykajvik und Zürich gezeigt. *bjö Noch bis 16.5., Schirn, Römerberg, www.schirn.de Zur Ausstellung wird ein großer Ausstellungskatalog erscheinen, dazu gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm, das auch online zur Verfügung steht. Themenführungen Ein Special sind die Videoclips und Führungen mit sechs Frankfurter Persönlichkeiten zu den Themen Religion, Rassismus, Sexualität, Urbanität und Obdachlosigkeit im Werk von Gilbert & George; mit dabei sind Björn Berndt (GAB Magazin, Frankfurt), Thomas Kober (Weißfrauen Diakoniekirche, Frankfurt), Prof. Dr. Michel Müller (Studio MC Collaborative network for art and spatial Design, Darmstadt), Dr. Stefan Scholz (Haus am Dom, Frankfurt) Ismahan Wayah (Migration und Diversitymanagement im Historischen Museum, Frankfurt) ind Siraad Wiedenroth (Initiative Schwarze Menschen in Deutschland und Bildungsstätte Anne Frank). Termine und Interviews gibt’s über die Website. Hasengasse 9 • 60311 Frankfurt (neben der Kleinmarkthalle) Tel. 069 - 283519 • www.goldpavillon.de

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.