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gab Juli / August 2020

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gab – das Gaymagazin

22 MANNHEIM INTERVIEW

22 MANNHEIM INTERVIEW ASH M.O. LET’S MAKE HIP HOP GAY AGAIN! Der an der Mannheimer Popakademie studierende Ash M.O. alias Trashmaster Ash hat’s faustdick hinter den Ohren: Mit einer ordentlichen Portion queerem Selbstbewusstsein ist er der erste offen schwule Rapper der deutschen Hip Hop-Szene – und hält mit seinem Debutsong „Fatherfucking Hollywood“ samt deftigen Lyrics damit nicht hinterm Berg. Seine Botschaft: „Let’s make Hip Hop gay again“ – mit Betonung auf „again“. Ein Gespräch über Haltung und Realness. *bjö Macho-Attitüde, Heterosex-Geprotze bis hin zu handfester Homophobie: Hast du als queerer Rapper jemals befürchtet, in deinem Genre nicht ernst genommen zu werden? Nein, nicht wirklich. Ich muss sagen, dass es mir ziemlich egal ist, wer mich wie ernst nimmt. Ich mach mein Ding mit meinen Homies und Homettes. Diejenigen, die es stört, dass ich über Dicks rappe, sollten definitiv mal einen ausprobieren. Lifechanger! Dieses ganze Machogehabe von wegen “Frauen sind bitches, Homos und Transmenschen sind eklig” ist mittlerweile nur noch lächerlich. Kleine unsichere Jungs, die überkompensieren. Na, herzlichen Glückwunsch, dass du dir für dein Musikvideo nen Lambo mieten kannst und wahrscheinlich nen Faustkampf gegen mich gewinnst. Dafür schickt mir dein Bruder seine Nudes per Direct Message. I win! Man muss dazu aber auch sagen, dass die Rap-Szene sowohl international als auch in Deutschland nicht nur aus Gangster Rapper*innen besteht. Gerade in den letzten Jahren hat sich einiges getan und es gibt viele Künstler und Fans, die wesentlich reflektierter und positiver mit dem Thema umgehen. Es muss grundsätzlich zwar noch eine ganze Menge passieren, aber mein Slogan heißt nicht ohne Grund: „Make Hip Hop gay again“. Die Zukunft des Rap ist queer. Isso. Und wenn ich dafür jedem einzelnen Rapper meine Twerk-Skills persönlich vorführen muss, opfere ich mich halt für’s Team. Du sagt richtig, dass die Ursprünge des Rap und Hip Hop ähnlich wie die queere Bewegung in einer unterdrückten Community lagen; warum gibt es heute immer noch so wenig geoutete Rap-Musiker? Als Rap angefangen hat sich zu politisieren und gesellschaftskritisch zu werden, ist Queerphobie leider ein Nebenprodukt gewesen. Nicht weil sie eine intrinsische Eigenschaft des Hip Hops ist, sondern weil Hip Hop ein Spiegel der Gesellschaft ist. Battle-Rap hat in der Hinsicht sicherlich auch nicht sonderlich geholfen. Dass ausgegrenzte und unterdrückte Minderheiten sich gerne andere Minderheiten zum Unterdrücken und ausgrenzen suchen, um sich ein Stückchen Status zurückzuholen, ist ja auch kein Geheimnis. Das findet man ja leider auch in der queeren Community wieder. Deine Botschaft an die Community? Es wird Zeit, dass endlich endgültig zusammenkommt, was zusammengehört. Die ersten Schritte sind schon längst von dopen Künstler*innen und deren Fans getan, aber es fehlen noch einige. Hip Hop Kultur und queere Kultur basieren in vielen Punkten auf den gleichen Prinzipien: Mensch macht aus Unterdrückung und einer Scheißsituation etwas Schönes, Eigenes, Neues. Die Kultur der Mehrheitsgesellschaft will uns nicht, also formen wir unsere eigene. Mit eigener Sprache, eigener Kunst, eigenen Ausdrucksformen. Wir sind Euch zu tuntig? Wir machen’s noch tuntiger! Ihr findet uns zu Ghetto? Wir zeigen euch Ghetto! Ballroom Kultur, Drag, Throwing Shade auf der einen Seite, Block Partys, überspitzte Männlichkeitsbilder, Rap Battles auf der anderen. Es gibt unzählige Parallelen. Was die queere Kultur und Historie für mich so wunderschön und einzigartig macht ist vor allem der Humor und positive Kampfgeist trotz oft unmenschlicher Behandlung und Zustände. Beispiel Stonewall: Cancan- Tanz auf der Christopher Street während gewaltsamen Ausschreitungen mit der Polizei. Von dieser genialen Selbstironie kann Rapmusik an einigen Stellen noch viel mehr gebrauchen. Also Boys, Girls, Non-Binary and Gender Nonconforming Friends: Join my Gayborhood and let’s do it! Let’s Make Hip Hop Gay again and have a trashy ass time doing it. Das komplette Interview gibt’s auf www.männer.media/regional/gab Ash M.O.s Debut und Lyricvideo „Fatherfucking Hollywood“ ist auf allen gängigen Plattformen erhältlich. Mehr Infos über www.trashmasterash.com oder unter dem Nickname „trashmasterash“ auf Instagram, Facebook und Twitter. FOTO: ANDREIA GUEDES, ILLUSTRATION: LUCY-SOPHIE WITTHOFF

PLUS und KOSI.MA in Aktion MANNHEIM 23 PLUS, die psychologische Lesben- und Schwulenberatung, und KOSI.MA, das Kompetenzzentrum für sexuell übertragbare Infektionen, bieten nach und nach wieder ihre gewohnten Beratungs- und Testangebote an; natürlich alles unter Einhaltung der aktuellen Hygienemaßnahmen. Beim Checkpoint, dem Test- und Beratungsangebot zu HIV und STI, sollte man die neue, vorherige Terminvereinbarung beachten; für alle anderen persönlichen Beratungsangebote müssen ebenfalls im Voraus Termine vereinbart werden. Am 29. Juli bietet PLUS außerdem einen Infoabend für das ehrenamtliche Engagement für LSBTIQ*-Geflüchtete an; wer an der ehrenamtlichen Arbeit interessiert ist, kann sich bis zum 15.7. formlos über team@plus-mannheim.de anmelden; ob der Infoabend live bei im PLUS-Zentrum oder virtuell stattfindet, wird den Angemeldeten rechtzeitig mitgeteilt. *bjö Mehr Infos zum Angebot über www.plus-mannheim.de, www.kosima-mannheim.de FOTO: STOCKSNAP, PIXABAY.COM, GEMEINFREI FOTO: MP CSD Rhein-Neckar Wie alle Großveranstaltungen musste auch der CSD Rhein-Neckar sein diesjähriges Communityfest in der bekannten Form absagen. Allerdings werden die zum IDHOBIT entwickelten Online-Alternativen auch für das Communityfest 2020 für Sichtbarkeit der LGBTIQ-Community sorgen. Das CSD-Motto 2020 „Liebe ist nicht heilbar“ wurde bereits mit großer Mehrheit in einem Online-Voting gewählt. Auf der Facebook-Seite des CSD Vereins gibt es regelmäßig Beiträge rund um queere Themen und das Team stellt sich in kurzen Beiträgen vor. Der CSD Rhein-Neckar wird außerdem am Online-Event des Global Pride am 27. Juni teilnehmen. Welche Aktionen zur Prideweek vom 1. bis 8. August stattfinden werden, kann man ebenfalls über die Website und Social Media Kanäle erfahren. Regelmäßiges Vorbeischauen lohnt sich! *bjö CSD Rhein-Neckar Pride Week vom 1. bis 8.8., weitere Infos über www.csd-rn.de, www.facebook.com/csdrn/ di.to.-MITTE WÜNSCHT EINEN GESUNDEN UND ENTSPANNTEN SOMMER DIVERSITY wird in der REWE Group groß geschrieben. Das von Mitarbeitenden gelebte LGBT-Netzwerk „di.to. – different together“ erhält große Arbeitgeberunterstützung und engagiert sich mit diversen Projekten für die Community. Nach innen geben wir den Kollegen_innen Mut, so zu sein, wie sie sind. In der Region Mitte (Hessen/Teile von Nordbayern) treffen wir uns mehrmals im Jahr zu lockeren Events und freuen uns immer über neue Gesichter aus allen Einheiten der REWE. Family + Friends! Kontakt: dito-mitte@rewe-group.com // Facebook: REWE Group di.to.

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.