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gab Juli / August 2020

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gab – das Gaymagazin

20 RHEIN-MAIN-NECKAR

20 RHEIN-MAIN-NECKAR INTERVIEW „ HANAU TICKT ANDERS ALS DIE GROSSSTADT UND DIE UMGEBUNG “ FOTO: BJÖ Seit gut neun Jahren sorgt der Verein Queer Hanau für Sichtbarkeit der LGBTIQ*-Community in der Region. Wir haben mit der ersten Vorsitzenden Mascha Jung sowie mit Christiane Brzoska vom Verein über ihre Arbeit und deren Bedeutung außerhalb von großen Metropolen gesprochen. *bjö Für Nicht-Hanauer klingt es erst einmal erstaunlich, dass Hanau in unmittelbarer Nähe zu Frankfurt einen eigenen Queer-Verein hat; was macht Queer Hanau so bedeutend für die Region? Hanau tickt anders als die Großstadt und die Umgebung ist teils noch sehr ländlich. Personen aus dieser Umgebung fühlen sich in der Großstadt Frankfurt nicht unbedingt wohl. Auch der Fahrtweg ist nicht zu unterschätzen. Daher sollte in Hanau eine Anlaufstelle geschaffen werden, um unsere Interessen vor Ort zu vertreten und die Gemeinschaft und die Community stärken. Die Vielfalt in Hanau soll durch den Verein Queer Hanau ergänzt werden. Der Verein ist ein organisiertes Dach für Interessengruppen mit queeren Themen aus Hanau und dem Main Kinzig Kreis bis in die Wetterau, den Vogelsberg und nach Seligenstadt oder Rodgau. FOTO: QUEER HANAU E.V. Wie und wann habt ihr Queer Hanau gegründet und was war eure Motivation Alles begann mit den „Verspielten Frauen“. Mascha Jung wollte als Hanauerin in Abgrenzung zur Szene in Frankfurt lesbischen Neubürgerinnen eine Anlaufstelle in Hanau schaffen. Die Verspielten Frauen trafen sich auch zu Wanderungen und einer Kanutour – denn wenn man zusammen etwas unternimmt, lernt man sich ungezwungen kennen. Schon damals bestand die Gruppe auch aus Transfrauen und Tomboys. Aus den anfangs unregelmäßigen Veranstaltungen entstand der Wunsch, sich in Hanau zu engagieren, die Community sichtbar zu machen und Diskriminierung abzubauen. Dabei wollte man keine Gruppe der LGBTIQ*-Community ausschließen und tat sich daher mit den „Jungs“ vom Gay Point zusammen, die sich auch im Szenetreff Brückenkopf trafen. So entstand im November 2011 der Verein Queer Hanau. Die Mitglieder wollten nicht immer nach Frankfurt fahren, um die Szene zu besuchen. In Hanau und der Umgebung besteht auch Sichtbarkeit zum IDAHOBIT*: Aktion von Queer Hanau am 17.5.2020; von links nach rechts: Felicia Bock (AIDS-Hilfe Hanau), die Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck, Bürgermeister Axel Weiss- Thiel, Christoph Degen (SPD), Mascha Jung (Vorstand Queer Hanau e. V.) und Patrizia de Blasio von profamilia. ein anderer Beratungsbedarf und die Diskriminierung insbesondere durch die ländliche Bevölkerung ist ausgeprägter. Der Verein bietet Veranstaltungen und Beratung und kooperiert mit der Stadt Hanau sowie unter anderem der AIDS-Hilfe und „Demokratie Leben“. Es war und ist uns wichtig, Sichtbarkeit auch bei den politischen Gremien in Hanau und dem Main-Kinzig-Kreis herzustellen und die Community vor Ort durch gemeinsame Veranstaltungen zu stärken. Unsere Angebote richten sich an alle Altersgruppen. Dennoch haben wir festgestellt, dass die Jugendlichen von 14 bis 21 Jahren einen eigenen Bedarf haben und andere Kommunikationswege nutzen. So haben wir eine Jugendgruppe gestartet, unterstützt durch die Stadt Hanau, die Landesfachstelle queere Jugendarbeit in Hessen und Demokratie Leben Hanau. Das erste Treffen fand coronabedingt online am 12. Juni via Skypechat statt und wird 14-tägig weitergeführt. Welche weiteren Lösungen habt ihr im Umgang mit den Beschränkungen wegen COVID-19 gefunden?

Ganz neu haben wir Podcast Beiträge gestartet, die auf dem Kanal Prisma angeboten werden. Diese sind über unsere Website sowie über spotify, apple podcast, tunein und deezer zu hören. Ferner können die Filme der Filmnacht auf der Website der Edition Salzgeber von allen Interessierten zuhause angesehen werden. Welche Themen sind für die Hanauer Community momentan am wichtigsten? Wir haben trotz Corona den IDAHOBIT* in Hanau durchgeführt. Am 15. Mai hat Queer Hanau unter Beteiligung der Hanauer Stadtvertretung das offizielle Hissen der Regenbogenfahne auf dem Marktplatz veranstaltet mit Unterstützung weiterer Vereine. Diese Aktion wurde wegen Corona live auf Instagram übertragen. Über den IDAHOBIT* wurde in der regionalen Presse vielfältig berichtet. Das ist auch ein Verdienst unserer Pressearbeit. Daneben wurden Banner an vielbefahrenen Straßen sowie am Einkaufszentrum Forum gehisst und damit Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit erreicht. Die Anschlagsserie vom 19. Februar in Hanau beschäftigt die Community als Teil der Stadt Hanau. Wir befürchten, dass es auch uns als Randgruppe hätte treffen können. Das zeigt nämlich, dass Hanau noch Potenzial bei der Entwicklung der Vielfalt in der Stadt hat. Kooperiert ihr mit dem Hanauer CSD Verein, der im vergangene Jahr seine Premiere gefeiert hat? Wir haben an der Auftaktveranstaltung des CSD Hanau teilgenommen. Bei der Gestaltung des kulturellen Rahmenprogrammes waren wir mit einigen Filmen vertreten. Der Erlös ging an den CSD Hanau. Allerdings wurde bewusst ein eigener Verein für den CSD gegründet, da es beim CSD immer um viel Geld und ein wirtschaftliches Risiko geht. Damit wollten wir den Verein Queer Hanau nicht belasten. Wir haben für dieses Jahr erneut Gespräche mit dem Vorstand des CSD Hanau aufgenommen, um eine Zusammenarbeit zu erörtern. Wie kann man euch erreichen? Da wir Ansprechpartner für LGBTIQ* in der Region Hanau sind, können Interessierte gerne direkt mit dem Vorstand oder über die Website Kontakt aufnehmen, auch um sich beraten zu lassen und um sich über unsere nächsten Veranstaltungen zu informieren. Bei uns werden Gespräche vertraulich behandelt. Der Schutz vor einem unbeabsichtigten Outing ist in unserer Satzung festgeschrieben. Fragen zu Queer Hanau oder interessiert an den Beratungsangeboten und Veranstaltungen? Alle Infos gibt’s über www.queer-hanau.de RHEIN-MAIN-NECKAR 21 • L-TREFF (erster Mittwoch im Monat im Brückenkopf um 20 Uhr) • GAY POINT (erster Mittwoch im Monat in der Marktstube 19 Uhr) • FILMNACHT (letzter Freitag im Monat im Kulturforum Hanau in der Bibliothek um 20 Uhr – abwechselnd schwule, lesbische und gelegentlich Transfilme) • BERATUNG und Weiterleitung an kompetente Stellen • TEILNAHME AN DIVERSEN VERANSTALTUNGEN, wie Weihnachtsmarkt und „Kinzigtal Total“, um aufmerksam zu machen und Diskriminierung abzubauen • EIGENE VERANSTALTUNGEN, wie der Walpurgiswalk • JUGENDGRUPPE • QUEER HANAU PODCAST ARTHOUSE KINOS FRANKFURT FRANKFURT Spielbetrieb ich hab dich lieb Im Juli wird endlich wieder vor der großen Leinwand gefummelt! Für einen reibungslosen Ablauf: Tickets am besten online buchen! WWW ARTHOUSE-KINOS.DE ARTHOUSEKINOSFRANKFURT

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.