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gab Juli 2022

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38 FRANKFURT nicht nur

38 FRANKFURT nicht nur zur Verhinderung von Straftaten, sondern trägt auch wesentlich zur Aufklärung bei. Gibt es Kooperationen mit der queeren Community, zum Beispiel mit den Wirten im Bermudadreieck oder darüber hinaus? Ist außerdem Präsenz beim CSD geplant, auch damit Sie sich vorstellen können? Wir Ansprechpersonen für LSBT*IQ stehen bereits in engem Austausch mit einigen örtlichen Vereinen, wie etwa der AIDS-Hilfe Frankfurt e.V. Wir werden in naher Zukunft gemeinsam mit ihnen und weiteren Vereinen und Organisationen eine Kampagne starten, um gerade die queere Community mehr zu sensibilisieren und eine Hilfestellung zu geben, was zu tun ist, wenn es zu einer solchen queer*feindlichen Straftat gekommen ist: natürlich in einem solchen Fall am besten die 110 wählen oder eine Polizeistreife direkt ansprechen. Es besteht auch die Möglichkeit auf das zuständige Revier (für das Bermudadreieck ist es das 1. Polizeirevier auf der Zeil) zu gehen. Sollte sich das Opfer scheuen, direkten Kontakt mit der Polizei aufzunehmen, gibt es auch noch die Möglichkeit, einer Onlineanzeige auf der Homepage der Hessischen Polizei. Im Zweifelsfall können die Opfer aber auch gern telefonisch oder per Mail Kontakt mit meiner Kollegin Felicia Krapp und mir aufnehmen. Wir beraten gerne und geben bereitwillig Hilfestellung. Allerdings muss hier bedacht werden, dass auch wir als Ansprechpersonen für LSBT*IQ Polizeibeamte sind und bei Vorliegen von Straftaten eine Strafanzeige fertigen müssen. Im Rahmen der geplanten Kampagne ist auch eine Kooperation mit den Wirten und Kneipen angedacht. Bei geplanten Szenerundgängen kann die queere Community darüber hinaus mit uns in den Kontakt und Austausch kommen. Zum diesjährigen CSD in Frankfurt ist zu sagen, dass die Polizei und wir als Ansprechpersonen LSBT*IQ wieder mit einem Infomobil in der Nähe der Konstablerwache stehen werden, um Fragen aus der Community direkt im persönlichen Gespräch zu beantworten. Zum Straßenfest des CSD ist auch in diesem Jahr ein polizeilicher Einsatz mit der notwendigen Polizeipräsenz geplant, um einen friedlichen und störungsfreien Verlauf der Veranstaltung zu gewährleisten. FOTO: RODNAE PRODUCTIONS, PEXELS.COM, GEMEINFREI Queer*feindliche Übergriffe werden in Frankfurt statistisch nicht gesondert erfasst; wie erfahren Sie davon? Die Reviere und Ermittlungsgruppen sowie die Kriminalpolizei sind hinsichtlich Strafanzeigen mit queer*feindlichem Hintergrund dahingehend sensibilisiert, dass sie diese mit besonderem Feingefühl bearbeiten und uns die Anzeigen zur Kenntnis geben. Bei Bedarf unterstützen wir dann. Natürlich kann es auch passieren, dass wir von einem Vorfall nicht durch eine Anzeigenerstattung erfahren, sondern durch die Medien oder er wird durch die Community an uns herangetragen. In diesen Fällen arbeiten wir durch unser internes Netzwerk eng mit verschiedenen Stellen, wie auch der Pressestelle des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main, zusammen. Wenn der Verdacht eines strafrechtlich relevanten Sachverhalts vorliegt, wird die Polizei ein Strafverfahren „von Amts wegen“ einleiten. Nach dem „Berliner Modell“ werden in der Hauptstadt queer*feindliche Übergriffe gesondert erfasst, es gibt sogar eine Sonderkommission, die sich explizit mit diesen Fällen beschäftigt. Wäre das für Frankfurt machbar? Auch in Hessen und für Frankfurt gibt es bereits eine Regelung. Straftaten gegen die sexuelle Orientierung oder Identität zählen zur sogenannten Hasskriminalität und die kriminalpolizeilichen Ermittlungen werden durch den Staatsschutz geführt. Die statistische Erfassung dieser Straftaten erfolgt zudem hessenweit bereits bei Eingang der Strafanzeige durch das Hessische Landeskriminalamt. Wenn es zu einem Übergriff gekommen ist, sollte man sich dann zusätzlich an Sie wenden, um den Vorfall zu „melden“? Am wichtigsten ist erst einmal, dass den geschädigten Personen geholfen wird. Voraussetzung dafür ist in erster Linie, dass ein Vorfall bei der Polizei schnellstmöglich zur Anzeige gebracht wird. Auch damit not- Horst-Schulmann-Straße 3, 60314 Frankfurt am Main www.kuechenplan.com

wendige polizeiliche Maßnahmen möglichst ohne großen zeitlichen Verzug eingeleitet werden können. Hier ein Beispiel dafür, warum dies so entscheidend ist: Es geht um die Sicherung von etwaigen Videoaufzeichnungen am Tatort im Rahmen der Anzeigenaufnahme. Viele Videoaufzeichnungen dürfen aus Datenschutzgründen nur 72 Stunden gespeichert werden. Kommt also eine geschädigte Person beispielsweise erst nach vier Tagen zur Polizei und will den Vorfall anzeigen, ist die Chance, den oder die Täterin zu ermitteln, wohlmöglich deutlich erschwert. Gerne kann man uns als Ansprechpersonen zusätzlich zur Anzeigenerstattung über den Vorfall informieren. So können wir gegebenenfalls bei Ermittlungen unterstützen, in alle Richtungen beraten und den geschädigten Personen Hilfestellung geben. Hier bringe ich auch gerne den Hinweis: Nicht nur bei der Polizei Frankfurt, sondern auch in den anderen hessischen Polizeipräsidien gibt es Ansprechpersonen für LSBT*IQ, AgL Alexander Brandau Was empfehlen Sie derzeit für mehr Sicherheit? Generell gilt, dass sich das Sicherheitsgefühl und die tatsächliche Sicherheit im öffentlichen Raum mit folgenden Verhaltenstipps verbessern lassen: • Nehmen Sie Ihre Umgebung aufmerksam wahr. Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl. Es warnt Sie instinktiv vor bedrohlichen Situationen. • Halten Sie Abstand, entfernen Sie sich so früh wie möglich von bedrohlichen Situationen. Begeben Sie sich an sichere und bei Dunkelheit vor allem an beleuchtete Orte (zum Beispiel Straßenseite oder U-Bahn-Abteil wechseln, Kioske, Geschäfte, Restaurants aufsuchen, sich in die B-Ebenen Konstablerwache oder Hauptwache begeben, wo es hell beleuchtet ist, welche videoüberwacht sind und wo sich in der Regel auch nachts Sicherheitsmitarbeiter der VGF und Deutschen Bahn aufhalten.). Darüber hinaus: • Siezen Sie die provozierende Person. Damit signalisieren Sie Außenstehenden, dass es sich um keine private Streitigkeit handelt. • Vermeiden Sie verbale Provokation und körperliche Konfrontation. • Sprechen Sie unbeteiligte Personen direkt an („Hallo, Sie mit der grünen FRANKFURT 39 Jacke …“). Beschreiben Sie die Situation und fordern Sie Hilfe ein. • Und wie schon mehrfach betont: Rufen Sie in einer Notsituation unverzüglich die Polizei über 110 und erstatten Sie Strafanzeige. Ansprechpersonen für gleichgeschlechtliche Lebensweisen AgL bei der Polizei Frankfurt: Felicia Krapp, 069 75566777 und Alexander Brandauer, 069 75566999, www.polizei.hessen.de/rainbow Die Polizei Frankfurt ist auch mit einem Stand auf dem Basar der Vielfalt beim CSD Frankfurt vertreten. FOTOS: PRESSESTELLE DER POLIZEI FRANKFURT AgL Felicia Krapp

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.