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gab Juli 2021

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KUNST NACHGEFRAGT ROMAIN

KUNST NACHGEFRAGT ROMAIN BERGERS TRAUMWELTEN Pralle Sexualität, Kitsch, Kunst, queere Ästhetik und Pomp. Manche der Kunstwerke von Romain Berger erinnern an barocke Theaterkulissen, an Szenen von John-Waters-Filmen, die Werke von David LaChapelle, James Bidgood, Bob Mizer, Pierre et Gilles oder auch Clips von Army of Lovers. Wir chatteten mit dem Franzosen, der die Welt ein bisschen queerer macht. Hat deine Kunst eine Botschaft? Als offen queerer Künstler versuche ich auf meine Art den Geist zu erweitern, indem ich Männer zeige und sie sexualisiere. Ich greife gerne die Stereotypen der schwulen Kultur auf, die ich aber umlenke, um diese Welt ins Licht zu rücken, um sowohl das, was besser ist, als auch das, was schlechter ist (Einsamkeit, Oberflächlichkeit, Überkonsum, Gewalt, Sucht, Sex, Politik ...) zu zeigen. Meine Charaktere sind marginalisiert, ausgeschlossen oder diskriminiert (Schwule, Frauen, Transgender, Dragqueens ...). Sie werden innerhalb eines Klischees zu Helden/Kämpfern. Sinnlichkeit ist in jedem meiner Bilder vorhanden, ich erschaffe gerne Fantasiewelten, richte meinen Finger auf das, was stört, und vor allem möchte ich Menschen zum Träumen bringen. Für mich ist es wichtig, die Magie in meinen Produktionen zu behalten, Homosexualität zu trivialisieren und meine Identität zu behaupten, während ich starke Botschaften transportiere – ohne in Pathos oder Melodramatik mit stumpfen Farben zu verfallen. Wie erotisch darf Kunst denn sein? Durch mein Filmstudium wurde mir klar, dass Sex in der Kunst von Interesse sein sollte – wenn es die Geschichte rechtfertigt oder wenn es künstlerisch schön ist. Akte ohne Kontext können schnell vulgär wirken. Ich sehe immer mehr Fotos in sozialen Netzwerken, in denen Männer völlig nackt fotografiert werden, manchmal in pornografischen Positionen, aber ohne eine Idee dahinter. Es funktioniert und es ist sehr erfolgreich, weil Menschen sich für Sex interessieren, doch an diesem Punkt gibt es für mich einen Unterschied zwischen Kunst und Fotografie. Ich bin total begeistert vom Sex in der Kunst und ich liebe es, damit

KUNST AUSSTELLUNG America 1970s/80s Diese Ausstellung ist eine Zeitreise ins 20. Jahrhundert. Bis zum 10. Oktober zeigt die Berliner Helmut Newton Stiftung Werke von Evelyn Hofer, Sheila Metzner, Joel Meyerowitz und Helmut Newton. zu spielen. Es ist ein sanftes Aphrodisiakum für den Betrachter: Sich vorzustellen, was sich in der Unterwäsche befindet, ist immer aufregender, als direkt zu zeigen, was sich darin befindet. Welche Künstler würdest du als deine Einflüsse bezeichnen? Ich bin ein sehr großer Fan von David LaChapelle. Ich habe diesen Künstler als Teenager entdeckt, und in Interviews wurde meine Arbeit oft mit seiner verglichen, was eine echte Ehre ist. Ich habe sein Talent allerdings nicht. Ich mag auch Regisseur Gregg Araki sehr, seine Filme sind sehr aufregend, sie wirken auf unsere Sinne und die Farben sind hervorragend. Vor Kurzem habe ich mir die Zeit genommen, Robert Mapplethorpe ein bisschen mehr zu entdecken, und ehrlich gesagt liebe ich ihn. Ich bereite auch ein Foto zu Ehren seiner Arbeit vor, natürlich mit vielen Farben. *Interview: Michael Rädel www.romainberger-photography.com Die USA waren die Wahlheimat Newtons, der 1920 als Helmut Neustädter in Berlin geboren wurde und 1938 vor den Nazis nach Amerika floh. Ab den 1960er-Jahren begann seine steile Karriere zu einem DER Fotografen überhaupt, 2004 verstarb Helmut Newton. Die Fokussierung innerhalb der Ausstellung zeigt deutlich, dass Foto: Joel Meyerowitz, Darrell, Provincetown, 1983, © Joel Meyerowitz, Courtesy of the Howard Greenberg Gallery sich seine Bildsprache im Laufe der Jahre veränderte, insbesondere Porträts wurden für ihn immer wichtiger. Fast zeitgleich zu den gezeigten Newton-Bildern entstanden die Porträts von Joel Meyerowitz. Der Fotograf zog sich in den späten 1970er- und frühen 1980er-Jahren von New York aus jeden Sommer nach in Provincetown zurück – und porträtierte gleichgesinnte Freigeister. Sheila Metzner verband eine sehr enge Freundschaft mit den Newtons. Die bislang unveröffentlichten Porträts aus Südfrankreich, die in der Ausstellung in zwei Vitrinen ausgebreitet werden, bezeugen diese enge Beziehung. Auch gezeigt werden 30 Aufnahmen von Evelyn Hofer, die einst in New York entstanden sind – Straßenszenen, Interieurs und Porträts. Eine beeindruckende und inspirierende Ausstellung vierer Künstler*innen, deren Einfluss bis heute spürbar ist. *rä Bis 10.10., „America 1970s/80s“, Helmut Newton Stiftung im Museum für Fotografie, Jebenstr. 2, S+U Bahnhof Zoo, Berlin, helmut-newton-foundation.org

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