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24 RHEIN-MAIN-NECKAR

24 RHEIN-MAIN-NECKAR FOTOS: JUGENDKIRCHE KANA Eric Tilch von der Jugendkirche KANA Regenbogenflagge an der Jugendkirche KANA KATHOLISCHE KIRCHE „Die Konservativen haben nicht mehr die alleinige Deutungshoheit“ Die Wiesbadener Jugendkirche KANA veranstaltet nicht nur Gottesdienste und Events für Jugendliche, sie ist auch im Bereich LSBTIQ* aktiv: Am Runden Tisch LSBT*IQ der Stadt Wiesbaden sitzt KANA mit anderen Vertreter*innen der queeren Community, engagiert sich im Arbeitskreis Queeres Zentrum Wiesbaden und beim CSD Wiesbaden. Und nicht nur auf städtischer Ebene finden LSBTIQ* Belange Berücksichtigung – inzwischen hat sich im Bistum Limburg eine Arbeitsgruppe LSBTIQ* gegründet, die ebenfalls bistumsweite Veranstaltungen organisiert. Tut sich da was an der Basis der Katholischen Kirche? Es hängt alles an Personen, die an wichtigen Stellen im System stehen. Eric Tilch ist so ein Lichtblick: Er ist Jugendbildungsreferent und Jugendseelsorger der Jugendkirche KANA Wiesbaden. Ein Gespräch über Reform- Willen der Katholischen Basis auf der einen und erzkonservative Strukturen und Doppelmoral auf der anderen Seite. Eric, erklär erstmal was die Jugendkirche KANA ist. Die Jugendkirche Kana wurde Anfang 2005 im Bistum Limburg gegründet als Ausdruck eines neuen Verständnisses von Jugendpastorat. Man hat damals im ganzen Bistum die Jugendarbeit umgekrempelt mit dem Fokus, eine Schnittstelle zwischen jugendlichen Lebenswelten und Spiritualität zu schaffen. Da ist schon ein sehr breites Angebot entstanden und trotzdem haben wir uns vor mittlerweile zweieinhalb Jahren auf einen weiteren neuen Prozess eingelassen. Und das führte zur Idee, in die queere Jugendarbeit zu gehen. Sicherlich war meine persönliche Orientierung auch ein Grund dies zu tun, aber das Team der Jugendkirche hat mich sehr unterstützt und ich würde sagen den Ausschlag gegeben. Die queere Jugendarbeit ist mittlerweile ein fester Bestandteil und ein großes Arbeitsfeld, das sich immer mehr ausweitet. Nicht nur in der Jugendkirche Kana: Wir haben inzwischen einen Arbeitskreis queere Jugendarbeit im Bistum Limburg, in dem wir in Kooperation mit vielen anderen Einrichtungen Veranstaltungen planen und auch von der Bistumsleitung unterstützt werden. Ich wundere mich jetzt so ein bisschen: Du als schwuler Mann arbeitest in der Katholischen Kirche – dort ist Homosexualität doch ein Kündigungsgrund? Ja, offiziell ist es das auch immer noch so, und das ist schwierig. Zumindest im Bistum Limburg werden gerade einige Anstrengungen unternommen, die Grundordnung etwas zu verändern, so dass man auch als homosexuell lebender und liebender Mann im Dienst der Kirche stehen kann, so zumindest das Ziel der Reformer*innen. Es ist in der alltäglichen Arbeit, zumindest für mich, kein Problem. Das Einzige was problematisch ist, ist die Struktur. Die ist leider vorsintflutlich. Würdest du also sagen, dass zumindest das Bistum Limburg liberal ist? Oder muss gerade Limburg am Image arbeiten, im Hinblick auf die Geschichte mit Tebartz-van Elst und der goldenen Badewanne? Das Bistum war historisch gesehen eigentlich immer relativ liberal, wir hatten zunächst vorher einen sehr menschennahen Bischof, der wirklich auf die Leute zugegangen ist. „ Das Einzige was problematisch ist, ist die Struktur. Die ist leider vorsintflutlich. “ Im Vergleich dazu war die Fallhöhe zu Tebartz-van Elst sehr, sehr hoch. Aus meiner ganz persönlichen Sicht als langjähriger Ehrenamtlicher und aus meiner hauptamtlichen Erfahrung ist Bischof Ge-

RHEIN-MAIN-NECKAR 25 org Bätzing, der 2016 kam, wirklich ein Segen Einfach weil er auf andere zugeht, sich emotional berühren lässt: Er hat die Menschen in den Blick genommen, und hat – zumindest aus meiner Perspektive – seine Meinung immer wieder verändert. Auch bei homosexuellen Paaren war er immer bereit sich anzupassen. Und so ist er, glaube ich, heute noch. Insofern war das Bistum Limburg lange Zeit ein liberales Bistum und ist es heute mehr denn je, aber eben mit einer schmerzhaften Lücke dazwischen, die tiefe Spuren hinterlassen hat. Aber im Moment ist es wirklich wie eine Befreiung. Und schön ist, dass wir vielleicht wieder ein bisschen als Vorbild im deutschen Raum fungieren. Denn unser Bischof ist Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und unsere Chefin Beate Gilles ist vor drei Monaten zur Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz gewählt worden. Da haben wir zwei gute Menschen ganz oben. Insbesondere Beate Gilles, die unsere Arbeit hier vor Ort immer gefördert hat, immer interessiert war und sich auch immer für die Belange queerer Menschen engagiert hat. Die Reform der Katholischen Kirche muss also von unten kommen? Man kann nicht erwarten, dass es von oben kommt? Ja, das ist gerade das Bild der Katholischen Kirche. Es gibt auf der einen Seite in Deutschland den übergeordneten „Synodalen Weg“, und gleichzeitig gibt‘s im Rahmen der Segnungsbewegung unheimlich viele, die sich vor Ort auf dem Weg machen. Auch vorher schon, Maria 2.0 ist zum Beispiel so eine Basisbewegung: Vor Ort, dezentral organisiert von Frauen, die sich engagieren. Als Deutsche haben wir ein Demokratieverständnis, das in der Katholischen Kirche leider nicht so zum Tragen kommt. Umso mehr sind wir aufgerufen, unsere Stimme einzubringen und sie gegen autoritäre Strukturen zu richten. Wir haben unsere Stimme. Und wir dürfen sie einbringen, nicht nur weil sie politisch legitimiert ist, sondern weil sie im Evangelium legitimiert ist: Als Christ*innen sind wir alle getauft und haben damit die Pflicht für eine menschliche Kirche zu kämpfen und die Freiheit, uns nicht dafür rechtfertigen zu müssen. Es kann nicht sein, dass einzelne, meist ältere und weiße Männer, bestimmen, wie der Weg der Zukunft aussieht. Das muss man klar benennen. Zum Glück gibt es viele in der Basis, die genau das tun, und auch im Synodalen Weg wird sehr offen über die relevanten Fragen diskutiert. Ich habe bloß ein bisschen Angst, dass es am Ende keine so weitreichenden Änderungen geben kann, wie wir uns das erhoffen, weil das die römische Kirche im Moment nicht zulässt. Umso wichtiger ist dann eine Basisbewegung und dass hier vor Ort etwas passiert. *Interview: Björn Berndt Jugendkirche Kana in der Kirche Maria Hilf, Kellerstraße 35, Wiesbaden, www.jugendkirche-wiesbaden.bistumlimburg.de und Instagram QueereJugendarbeit_LM 13.7., Kirche im Queerformat mit einem Film zum Thema weibliche Homosexualität und anschließender Podiumsdiskussion mit Gästen, Kulturbahnhof Idstein, 18:30 Uhr 19.7., Stammtischtreffen zum Thema „Bundestagswahl 2021“, Jugendkirche Kana, 19 Uhr 25.7., CSD Gottesdienst Wiesbaden, Jugendkirche Kana, 18 Uhr Das komplette Interview mit EricTilch gibt’s auf www.männer.media/regional/gab Der neue Kia Sorento Plug-in Hybrid. Jetzt € 5.625,‐¹ Innovationsprämie sichern. Jetzt für: Abbildung zeigt kostenpflichtige Sonderausstattung. € 46.990,00 Kia Sorento 1.6 T-GDI VISION Gelassen zu bleiben, ist nicht immer leicht. Etwas, was dir dabei aber hilft, ist der Komfort, das Platzangebot und viele Assistenzsysteme im Kia Sorento Plug-in Hybrid. Denn er macht dir den Alltag einfacher ‐sogar wenn’s ums Aufladen des Akkus geht. Hol dir deine Entspannung zurück. Kia Sorento 1.6 T-GDI VISION (Super/Strom, Automatik (6-Stufen)), 195 kW (265 PS); Kraftstoffverbrauch in l/100 km: kombiniert 1,6. Stromverbrauch in kWh/100 km: kombiniert 16,1. CO 2 -Emission: kombiniert 36 g/km. Effizienzklasse: A+.² Häusler Automobile GmbH Heidelberger Str. 191 | 64285 Darmstadt Tel.: 06151 / 95 10 9 27 www.kia-haeusler-darmstadt.de 1 Die Innovationsprämie beläuft sich beim Kauf eines Plug-in-Hybrid- Fahrzeugs auf € 5.625 (Nettolistenpreis über € 40.000). Die Innovationsprämie wird in Höhe eines Betrages von € 3.750 für Plug-in- Hybrid-Fahrzeuge als staatlicher Zuschuss und in Höhe von weiteren € 1.875 für Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge als Herstelleranteil durch eine Reduzierung des Nettokaufpreises gewährt. Die Höhe und Berechtigung zur Inanspruchnahme der Innovationsprämie werden durch die auf der Webseite des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) unter www.bafa.de abrufbare Förderrichtlinie geregelt. Es besteht kein Rechtsanspruch auf die Gewährung der Innovationsprämie, keine Barauszahlung des Herstelleranteils. Die Innovationsprämie endet mit Erschöpfung der bereitgestellten Fördermittel, spätestens am 31.12.2021. Die Auszahlung des staatlichen Zuschusses erfolgt erst nach positivem Bescheid des von Ihnen gestellten Antrags. Der Herstelleranteil von € 1.875 ist bereits in dem ausgewiesenen Endpreis berücksichtigt. 2 Die Angaben beziehen sich nicht auf ein einzelnes Fahrzeug und sind nicht Bestandteil des Angebots, sondern dienen allein Vergleichszwecken zwischen den verschiedenen Fahrzeugtypen.

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