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gab Januar / Februar 2022

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Musik INTERVIEW LESLIE

Musik INTERVIEW LESLIE CLIOs gute Energie bei „Brave New Woman“ Radio-Hits hatte sie einige, unter anderem „My Heart Ain’t That Broken“ oder auch „I Couldn’t Care Less“ und „Rumours“. 2020 gab es für die Single „No Man No Cry“ zusammen mit Oliver Koletzki in Italien eine Goldene Schallplatte. Jetzt – fast schon im Frühling 2022 – veröffentlicht sie ihr viertes Album „Brave New Woman“ – und setzt dabei auf Frauen-Power. Wir erreichten sie via Telefon in einem Park in Kreuzberg. Die zentralen Themen deines neuen Albums sind Aufbruch und Self- Empowerment. Ganz passend dazu hast du nun deine eigene Plattenfirma. Wie wichtig ist dir Aufbruch? Sehr wichtig! Trenne dich von allem, was dir nicht guttut. Setze auf dich selbst, vertraue dir. Dein aktuelles Team besteht aus Frauen. Wie stehst du zum Wort Frauen-Power, das in manchen Kreisen wiederum als diskriminierend gilt? Ich sag auch Männer-Power! Insofern … Ich habe mich bewusst für ein Frauenteam entschieden. Es ärgert mich, dass Frauen in unserem Business immer noch so unterrepräsentiert sind. Der einzige Weg aus dieser patriarchalischen Sackgasse besteht darin, Frauen einzustellen, simple as that. Ich bin megastolz, dass in meinem Team so ein Haufen toller Frauen zusammengekommen ist und ich das möglich machen konnte. Es sind alles wunderbare Frauen, alle wollen in ihren Gebieten ihre Frau stehen, da entsteht gute Energie. Was war dir bei diesem neuen Album musikalisch besonders wichtig? Dass meine Stimme im Vordergrund steht. Absolut im Vordergrund. Beim letzten Album „Purple“ habe ich relativ viel mit Collagen gearbeitet. Ich denke jetzt aber, dass meine Stimme das gar nicht braucht. Ich kann viel mit meiner Stimme darstellen, ich brauche da gar nicht viele Effekte. Ich setzte bei „Brave New Woman“ auf mich selbst, das passt ja auch zum Motiv des Albums: auf sich selbst zu setzen. „ABCDEF***off“ ist ein sehr fröhlich klingendes Lied, das aber auch Schmerz und eine Prise Melancholie beinhaltet. Wie schnell verdaust du Schmerz? Oh, eine große Frage. Grundsätzlich bin ich dafür, Dinge auszufechten. So lange daran arbeiten, bis der Schmerz sich verwandelt und etwas Neues entsteht. Es geht immer weiter! Schmerz ist auch eine Energie, die gerade bei Künstler*innen fruchten kann. „Millionaire“ ist ein Liebeslied. Wie wichtig ist es dir, in einer Beziehung zu sein? Ich glaube, dass der Mensch per se ein guter Mensch ist und dass er andere Menschen braucht. Ich bin – man kann es kaum glauben – ein eher introvertierter Mensch, nur auf der Bühne die Rampensau. Aber die Menschen, die ich in meinem Leben habe, sind mir sehr wichtig. Eigentlich verkehre ich immer noch mit denselben Menschen wie zu Abi-Zeiten. 2019 gab es noch eine EP zwischendurch, „Repeat“, da konnte man deine Neuinterpretationen älterer Kompositionen hören. Wie stehst du zum Thema Coverversionen? Für mich ist eine Coverversion eine Wertschätzung des Originals! Zudem kennen junge Zielgruppen oft alte Lieder nicht. Es gibt so viele tolle Songs, die es einfach verdient haben, wieder gehört zu werden. Meine nächste Single wird ein Cover sein: „Love Is a Shield“. Bei mir wurde der 1980er-Song aber ein ganz anderes Lied, eine Ballade. Eigentlich war er schon für „Repeat“ geplant, diese EP war eigentlich als Album geplant, wurde dann zur EP umgemünzt. Ich bin froh, dass es der Song jetzt aufs Album geschafft hat! Du hast auch für Disney gesungen, wie erlebst du die Zusammenarbeit? „Ich leg los“ heißt der Song, es war eine wunderschöne Erfahrung. Die Anfrage von Disney war so ein großes Geschenk für mich, da ich ein riesiger Fan bin! Die Anfrage kam über mein Kinder-Projekt zustande, bei dem ich als Kid Clio singe. Ich kann jeder*m Künstler*in nur raten, auch mal andere Musik zu machen und nicht zu denken, dass andere Musik die „Marke“ verwässert. Legt euch ein zweites Ego zu. *Interview: Michael Rädel FOTO: SARAH KÖSTER

VIOLINE ESTHER ABRAMI Geigerin und Influencerin Bekanntgeworden ist die vom Magazin Forbes als „Best Influential Star“ ausgezeichnete 25-jähre Geigerin als Influencerin bei TikTok und Instagram. Dort erreicht sie mit ihren kreativen Videos Millionen junger Menschen, die so die klassische Musik für sich entdecken. Auf ihrem selbstbetitelten Debütalbum, das am 4. Februar bei Sony Classical erscheint, präsentiert Esther Abrami das weite Klangpanorama einer jungen Generation klassischer Musiker*innen. Was Esther Abrami unter dem weitgefassten Begriff „Klassik“ versteht, versammelt sie auf ihrem Debütalbum bei Sony Classical zu einem frischen Blick auf das Genre. Begleitet am Piano oder von großem Orchester stehen einmalige neue Arrangements bekannter klassischer Melodien – von Schwanensee bis zur Paganini- Caprice – neben neuen Stücken u.a. von der jungen Komponistin und Pianistin Annelie, Hollywood-Soundtrack-Star Jacob Shea oder ihrem persönlichen Vorbild, der Oscar-Gewinnerin Rachel Portman. „Ich liebe die Idee, mit lebenden Komponist*innen zu arbeiten und eine echte Interaktion zu haben, die in der Klassik kaum existiert. Ganz abgesehen davon ist es toll, etwas Anderes, Frisches zu hören,“ erklärt Esther Abrami. Mit ihrem Album gibt die in Aix-en-Provence geborene und am Royal Birmingham Conservatoire studierende Violinistin einen farbenfrohen Einblick in die Welt einer neuen Generation klassischer Musiker*innen jenseits traditioneller Klischees. Esther Abrami studiert klassische Violine, engagiert sich für Tierschutz und als Feministin, wurde von ihrem Mentor Julian Lloyd Webber zu einer der „30 under 30“ der klassischen Musik gewählt und konzertiert mit Katherine Jenkins und Roberto Alagna. Zugleich ist sie auf Social Media zuhause, schreibt Musik mit dem Elektro-Produzenten Worakls und sucht mit Komponist*innen und Musiker*innen wie Alexis Ffrench, Alban Claudin, Florian Christl, Anna Barry FOTO: C. ELLIS Musik oder Ketan Bhatti nach neuen Klassikklängen. Zusammen mit diesen unterzieht sie Satie, Tschaikowsky, Chopin, Ravel, Rachmaninoff und selbst Bach und Mozart einer Frischzellenkur, indem sie etwa „Eine kleine Nachtmusik“, das berühmte Violinkonzert in a-Moll, BWV 1041 oder „Schwanensee“ neu arrangiert. KLASSIK Francesco Tristano „On Early Music“ FOTO: B. ROTATORI Der gefeierte luxemburgische Pianist und Komponist Francesco Tristano kehrt für sein neues Album zu seiner ersten Liebe zurück: der Alten Musik. „Ich bin mit Alter Musik aufgewachsen“, sagt er. „Sie hat mich also schon immer begleitet.“ Das Album präsentiert Werke der Renaissance und des Frühbarocks mit Tristanos eigenen, vom Barock inspirierten Klavierstücken und enthält Musik von Girolamo Frescobaldi, Orlando Gibbons, John Bull und Peter Philipps. „On Early Music“ ist jedoch nicht nur eine Hommage an dieses besondere Repertoire, sondern Tristano gibt den Werken mit seinem scharfen Blick fürs Detail einen frischen, zeitgemäßen Anstrich. „Ich wollte Werke englischer Komponisten, von denen ich einige schon seit langem spiele und liebe, aber ich wollte auch das Repertoire von Frescobaldi weitererforschen“, sagt er. „Er hat die Art und Weise, wie Komponisten für Tasten- bzw. Klavierinstrumente schreiben wirklich verändert.“ Inspiriert von diesen Größen und ihren bleibenden Werken funkelt die Musik, die Tristano für „On Early Music“ geschrieben hat, nur so vor Vitalität. „On John Bulls Galliard in D“ ist ein barockisiertes, rhythmisches Vergnügen, ganz hell und fröhlich. „Toccata‘“ ist ähnlich aufmunternd, ein schwindelerregender tänzerischer Wirbelwind voller komplizierter Arpeggien und rhythmisch intensiv. „Alte Musik ist sehr rhythmisch und ich liebe ihren Groove“, sagt Francesco Tristano, „das wollte ich widerspiegeln.“ Alle vorgestellten Werke sind klanglich und melodisch komplementär. Während einige originalgetreu wiedergegeben wurden, wurden andere neu bearbeitet und neu interpretiert. „Ich wollte ihnen etwas Neues geben“, sagt er, „etwas Originelles.“ Das führte Tristano zu Werken, die ein weiteres Hauptthema des Albums reflektieren – die sanfte Majestät des Sonnenaufgangs. „Diese magische Stunde ist sehr kurz, aber die freigesetzte Energie ist einzigartig“, sagt er. „Das findet sich oft in Partituren der Alten Musik wieder – in einem ganz bestimmten Moment gegen Ende eines bestimmten Stücks scheint es, als ob die Partitur in eine harmonische Sequenz verpackt wird, die das Ende einer komplexen Entwicklung bestimmt und in ein beruhigendes Ende übergeht. Es ist sowohl das Ende als auch ein neuer Anfang“.

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