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gab Januar / Februar 2022

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34 KULTUR FOTO:

34 KULTUR FOTO: PALMENGARTEN FRANKFURT Historische Ansichten des Frankfurter Palmengartens Ausstellungsansicht STADTKULTUR 150 Jahre Palmengarten FOTO: PALMENGARTEN FRANKFURT, BERND KAMMERER Neben dem Grüneburgpark ist der Frankfurter Palmengarten die grüne Oase der Stadt. Eine Ausstellung dokumentiert die wechselvolle Geschichte des Areals, das in diesem Jahr seinen 150. Geburtstag feiert. „Dieser Garten steckt voller Überraschungen“, sagt Palmengarten-Direktorin Katja Heubach. Und damit meint sie nicht nur die Erlebniswelten für die Besucher*innen. Auch das Team des Palmengartens entdeckt immer wieder Neues im Garten. Eine Ausstellung in der Galerie am Palmenhaus dokumentiert derzeit die wechselvolle Geschichte des Palmengartens anhand von sechs Themenschwerpunkten: Neben Gartenkunst und den botanischen und gärtnerischen Sammlungen im Wandel der Zeit werden auch Glanz und Gastlichkeit, Musik, Bildung und Engagement sowie Sport und Spiel im Palmengarten gezeigt. Unter anderem ein originales Oplelit- Hochrad zeugt von der sportlichen Historie des Gartens: Denn die Wiesen, über denen heute Insekten surren, waren zur Jahrhundertwende eine der wichtigsten Sportstätten der Stadt. Im „Hippodrom“ gab es eine Radrennbahn, auf der Rasenfläche wurde Tennis, Rugby und Kricket gespielt. Im Winter wurde die Innenfläche geflutet und diente als Eislaufplatz. Auch Fußballmatches wurden im Palmengarten ausgetragen. Vor allem aber sollte der Palmengarten ein Ort der „Zerstreuung und des Vergnügens“ für Stadtmenschen sein – das war schon 1871 zur Eröffnung so. Und neben den Gartenflächen und den Gewächshäusern mit ihren tropischen Pflanzen sorgten von Anbeginn auch Konzerte für Unterhaltung – das ist bis heute so geblieben. Tipp: Noch bis zum 9. Januar verwandeln die „Winterlichter“ mit ihren Licht- und Klanginstallationen den gesamten Park nach Einbruch der Dunkelheit in einen surrealen Zauberwald. *bjö „Frankfurts grünes Herz – 150 Jahre Palmengarten“ noch bis 16. März, „Winterlichter“ noch bis 9.1., Palmengarten, Siesmayerstr. 63, Frankfurt, www.palmengarten.de Sofas von Signet www.moebel-design-frankfurt.de Möbel+Design Leipziger Str. 5 60487 Frankfurt Mo–Fr 10–19 Uhr Sa 10–17 Uhr Tel. 069/773615

KUNST Mythos Passion: Hermann Nitsch in Aschaffenburg KULTUR 35 Brachial waren und sind die Arbeiten des Wiener Aktionskünstlers Hermann Nitsch: Riesige, mit Farbe oder oft auch Blut übergossene Leinwände – die „Schüttbilder“ – zeugen von ekstatischen, mehrtägigen Kunstaktionen wie der „Blutorgel“, bei denen in den frühen Jahren unter anderem Tiere geschlachtet wurden, oder seine „Orgien-Mysterien-Spiele“ – ein wüstes Happening, das Malerei, Architektur, Musik in Form von Lärmorchestern und Schreichören, Opferrituale und religiöse Praktiken miteinander vermischt und seit den frühen 1970ern regelmäßig abgehalten wird. Hermann Nitsch „Schüttbild mit Malhemd“, 2015, Acryl und Blut auf Leinwand, Sammlung Jaegers, © Hermann Nitsch, VG Bild-Kunst, Bonn 2021 FOTO: NITSCH FOUNDATION, WIEN Klingt schockierend? Richtig, das soll es sein: Hermann Nitsch war einer der wichtigsten Vertreter des Wiener Aktionismus, einer Kunstrichtung, die in den frühen 1960ern bis Anfang der 1970er für Aufsehen sorgte. Inspiriert von amerikanischer Happening- und Fluxus-Art wollten die Wiener Aktionisten bewusst Tabus brechen. Als politische Kunst übten sie Kritik an der Konsumgesellschaft oder Institutionen wie der Kirche, wollten den Bürgerlichen einen Spiegel vorhalten und deren unterschwellige Aggressionen und Perversionen freilegen. Die Kunst selbst war aggressiv, äußerst provokant, schockierend und strapazierte dabei das geflügelte Wort „Kunst darf alles“ bis aufs Äußerste. Derart aufgeladen verfehlte sie ihre Wirkung nicht: „Blasphemie“ schrien die Kritiker, und das Publikum quälte sich mit einer Mischung aus Ekel und Faszination durch das Aktionstheater. Und was bleibt nach der ganzen Aufregung? Nitsch hat bis heute Ausstellungen in der ganzen Welt, seine Kunst befindet sich in den Sammlungen aller wichtigen Museen, er lehrte unter anderem an der Frankfurter Städelschule und wurde just in diesem Jahr eingeladen, das Bühnenbild für die Wagner-Festspiele in Bayreuth zu gestalten. Die dafür in den Probearbeiten entstandenen Schüttbilder sind erstmals in der Aschaffenburger Ausstellung zu sehen, die – ironischerweise? – in einer (entweihten) Kirche stattfindet. Der Künstler selbst findet das besonders reizvoll. Die Kunsthalle Jesuitenkirche meint, das dürfte zu einer „idealen künstlerischen Symbiose im Sinne des Nitschschen Gesamtkunstwerks werden“. *bjö „Hermann Nitsch. Mythos Passion“ noch bis 27.2., Kunsthalle Jesuitenkirche, Pfaffengasse 26, Aschaffenburg, www.museen-aschaffenburg.de Horst-Schulmann-Straße 3, 60314 Frankfurt am Main www.kuechenplan.com

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