Aufrufe
vor 3 Jahren

GAB Januar 2018

  • Text
  • Frankfurt
  • Sauna
  • Gasse
  • Szene
  • Friedberger
  • Erotik
  • Kultur
  • Metropol
  • Mannheim
  • Eintritt

34 GESUNDHEIT

34 GESUNDHEIT PRÄVENTION Checkpoint Baden-Württemberg Unter dem Namen „Checkpoint“ vereinen sich die Testprojekte der baden-württembergischen Aidshilfen, die regelmäßig anonyme Tests und Beratung zu HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten anbieten. Im Januar werden in einigen Checkpoints in Baden-Württemberg kostenfreie HIV-Tests für MSM (Männer, die Sex mit Männern haben) angeboten. „Ein großer Vorteil der Checkpoints ist neben den anonymen Tests und Beratungen vor allem die Nähe zur Szene“, erklärt FOTO: GENTLE MAN Stefan Zimmermann der Projektkoordinator des landesweiten Präventionsprojektes Gentle Man, Stefan Zimmermann. „Die Berater und Beraterinnen gehören oft selbst zur Community, die Checkpoints haben zu ihren regelmäßigen Terminen meist auch abends geöffnet, Ärzte und Ärztinnen sind bei allen Testangeboten vor Ort und hohe hygienische Standards sind natürlich gegeben“. Als sexuell aktiver Mann, der Sex mit Männern hat, empfiehlt es sich, mindestens einmal jährlich einen entsprechenden STI-Check vornehmen zu lassen. Bei häufig wechselnden Sexualpartnern und -partnerinnen sollte man alle drei oder sechs Monate zum Test gehen. „Je früher eine HIV- oder andere STI-Infektion erkannt wird, desto besser kann therapiert werden“, merkt Zimmermann an. Auch Beratungen zur 2016 zugelassenen PrEP, etwa zu übersetzen mit „Vor-Risiko- Vorsorge“, bekommt man in den Checkpoints. „Da die umfangreichen Tests begleitend zur PrEP derzeit noch privat gezahlt werden müssen und es da große Unterschiede gibt, planen einige AIDS- Hilfen, die nötigen Tests auch innerhalb der Checkpoints anzubieten, sodass der PrEP-Nutzer oder -Nutzerin mit den Ergebnissen eine Schwerpunktpraxis aufsuchen kann“, meint Zimmermann weiter. Im Jahr 2018 wird voraussichtlich nun auch in Deutschland der HIV-Selbsttest für zu Hause kommen: „Wir hoffen damit auch diejenigen zu erreichen, denen der Gang zum Checkpoint aus Scham unangenehm oder einfach zu weit ist. Untersuchungen in anderen Ländern zeigten, dass nach einem reaktiven Ergebnis in der Regel im Anschluss eine Beratungsstelle aufgesucht wird“, meint Zimmermann. „Wir befürworten die zusätzliche Testmöglichkeit, denn bevor sich jemand nicht testen lässt, ist der Heimtest eine gute Alternative“. Den Heim-/Selbsttest wird es bundesweit voraussichtlich ab 2018 in Apotheken und Beratungsstellen für circa 25 Euro geben. *dr Nähere Infos zu den Testangeboten in Baden-Württemberg über www.checkpoint-bw.de Infos zu HIV und anderen STIs über www.gentle-man.eu INFEKTIOLOGIKUM FRANKFURT Die Ein-Pillen-Therapie Eine HIV-Therapie mit nur einer Tablette anstatt einer Kombination aus drei Tabletten zu behandeln, ist schon seit einigen Jahren möglich. Dr. med. Gaby Knecht vom Infektiologikum Frankfurt erklärt: „Insbesondere für Patienten, die Probleme mit dem Tablettenschlucken haben, stellt die Einnahme einer einzelnen Pille eine Erleichterung dar. Inzwischen sind viele Firmen nachgezogen, und seit diesem Jahr ist ein Produkt auch generisch auf den Markt gekommen“ – sprich in einer günstigeren Variante. Neu im Bereich des sogenannten „Single-Tablet- Regimes“ ist ein Medikament, das erstmals einen Proteasehemmer mit zwei anderen Wirkstoffen kombiniert. „Dieses Medikament empfiehlt sich für Patienten, die aufgrund ihres schlechten Immunstatus eine sehr potente Therapie benötigen“, führt Gaby Knecht weiter aus. Aus der Praxis weiß sie, dass viele Patienten ein Single- Tablet-Regime bevorzugen. Ob diese Therapieform im individuellen Fall anwendbar ist, kann beim Facharzt geklärt werden. *bjö Infektiologikum, Stresemannallee 3, Frankfurt, www.infektiologikum.de FOTO: BJÖ Gaby Knecht vom Infektiologikum

Gegen HIV und Hepatitis Der Arzt kennt gezielte Hilfen ADVERTORIAL Ausgerechnet „die schönste Sache der Welt“ kann schlimme Viruskrankheiten wie HIV/AIDS und Hepatitis übertragen. Verdrängung hilft da nicht. Gehen Sie keine Risiken ein: Nutzen Sie alle Möglichkeiten, um vorzubeugen – und machen Sie sich umfassend schlau! HIV und Hepatitis B gehören zu den weltweit häufigsten Infektionskrankheiten. Allein in Deutschland leben mehr als 84.000 Menschen mit HIV oder AIDS 1 . Bei Hepatitis B – einer Leberentzündung, die chronisch werden kann – sind es nach Schätzungen des Bundesgesundheitsministeriums etwa 300.000, wobei die meisten nichts von ihrer Infektion wissen. Schwule gelten als eine Hauptrisikogruppe. Denn HIV und Hepatitis werden besonders häufig beim Analverkehr übers Blut und Sperma übertragen. Medikamente für Vorsorge & Therapie Sowohl für die Vorbeugung als auch die Therapie gibt es heute wirksame Hilfen. Ärzte kennen zahlreiche Spezialpräparate, die auf unterschiedliche Bedürfnisse zugeschnitten sind. Die Mittel gibt es häufig auch schon als Generika. Generika sind Arzneimittel, die Erstanbieter-Präparate „nachahmen“. Sie enthalten die gleichen Wirkstoffe, sind deshalb genauso wirksam und sicher, aber preiswerter. Bei Fragen dazu kann Sie der Arzt ausführlich beraten. Wie kann ich mich vor HIV schützen? Das A und O bleibt natürlich die konsequente Benutzung von Kondomen beim Sex. Zusätzliche Sicherheit bietet die PrEP (Prä-Expositions-Prophylaxe), die „Vor-dem-Kontakt-Vorsorge“ mit Medikamenten. Nach Schätzung von Experten könnte sie hierzulande bis zum Jahr 2030 rund 9.000 HIV-Neuinfektionen verhindern 2 ! • Bei der PrEP verschreibt der Arzt HIV-negativen Menschen mit hohem Risiko für eine HIV-Ansteckung ein HIV-Medikament. Dieses enthält zwei Wirkstoffe, die die Vermehrung von HI-Viren blockieren, sollten diese beim Sex in den Körper gelangen. Täglich eingenommen kann die PrEP vor Ansteckung schützen. Vorher prüft der Arzt, ob der Patient garantiert HIV-negativ ist – eine Voraussetzung für die PrEP. Auch Hepatitis B und andere sexuell übertragbare Krankheiten sollten vorher ausgeschlossen werden. Die Kosten der Vorsorge-Therapie müssen Patienten allerdings selbst tragen, die Kassen zahlen sie bislang nicht. Durch Generika ist sie inzwischen aber für mehr Menschen mit hohem Risiko für eine HIV- Ansteckung erschwinglicher geworden. • Außerdem hat ein engagierter Kölner Apotheker ein Projekt für eine PrEP gestartet, die deutlich kostengünstiger ist als bisher. Damit soll dem gefährlichen Bezug von nicht in Deutschland zugelassenen und kontrollierten Mitteln übers Internet oder auf dem Schwarzmarkt die Grundlage entzogen werden. Denn Qualität und Nutzen der Vorbeugung sind nur bei ärztlicher Aufsicht und Medikamenten aus einer zertifizierten Apotheke sichergestellt. Was, wenn ich schon infiziert bin? Eine HIV- oder Hepatitis-Infektion kann lebensgefährlich sein. Bei einer frühzeitigen, gezielten Therapie allerdings ist ein weitgehend normales Leben mit guter Lebensqualität möglich. • Es gibt aber nicht ein Mittel für alle. Es braucht verschiedene Wirkstoffe und Kombinationen, die individuell auf den einzelnen Patienten abgestimmt werden müssen. Am besten, Sie suchen sich dafür einen in der HIV- oder Hepatitis-Therapie erfahrenen Doktor. • Wichtig auch: Informieren Sie sich gut über diese Krankheiten, z.B. auf Patienten-Veranstaltungen oder durch Info- Broschüren. Ob bei Vorsorge oder Therapie: Sich selbst gut auszukennen, gibt Sicherheit – beim Arzt, im Alltag und beim Umgang mit Medikamenten. • Für den Laien bestens verständliche Broschüren – etwa „50 Dinge, die jeder über HIV und AIDS wissen sollte“, den HIV-Ratgeber „Wie sag ich’s?“, „HIV-Wissen“ oder den „HIV Sozialratgeber“ – finden Sie beispielsweise zum Download auf der Website: www.hexal.de/gesundheit/ service/serviceartikel/serviceartikel.php 1 RKI, Epidemiologisches Bulletin Nr. 45, November 2016 2 DAGNÄ Workshop PrEP, Knud Schewe, 9. September 2017 www.hexal.de

Magazine

Regionalseiten
männer* – das queere Nachrichtenportal

Unsere News

About us

blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.