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GAB Januar 2018

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30 GESUNDHEIT FOTO:

30 GESUNDHEIT FOTO: PIXABY.COM, GEMEINFREI Gesund ins neue Jahr starten Diverser und damit auch ein Stück weit komplizierter sind die Möglichkeiten geworden, sich vor HIV zu schützen. Allerdings scheinen die Methoden und Strategien zu wirken: Bei der Gruppe der Männer, die Sex mit Männern haben, ist die Zahl der geschätzten Neuinfektionen von 2.500 im Jahr 2013 auf 2.100 in 2016 gesunken. Ein Rückgang um immerhin 16 Prozent. Wie dieser Trend fortgeführt und verstärkt werden kann, erklären wir anhand einiger Beispiele auf den folgenden Seiten, ebenso gibt es Infos und Erfahrungsberichte zu Hepatitis. Außerdem wagen wir uns an die Tabuthemen Depression und Krebs und haben Interviewpartner, die diese Krankheiten besiegt haben. Auf ein gesundes neues Jahr! *ck, bjö AIDS-HILFE FRANKFURT Realistisch bleiben FOTO: MICHAEL GOTTSCHALK Das Robert Koch Institut RKI veröffentlicht jedes Jahr eine Statistik zur Situation von HIV- Infektionen in Deutschland. Carsten Gehrig, Fachbereichsleiter Psychosoziales und Prävention der AIDS-Hilfe Frankfurt, erläutert im Interview die Zahlen für Hessen und Frankfurt und stellt die neue Beratung für PrEP vor. Carsten, wie sehen die Zahlen der Neuinfektionen für Hessen aus? Wir haben für das Jahr 2016 in Hessen 260 Neuinfektionen, 210 Männer und 50 Frauen, davon sind 180 MSM (Männer die Sex mit Männern haben, Anm. d. Red.), 60 Heteros und 20 Drogengebrauchende. In Frankfurt gab es 91 Neuinfektionen. Die Zahlen sind relativ stabil. Auf der einen Seite ist das gut, denn es bedeutet für uns, dass die Präventionsstrategien greifen, auf der anderen Seite ist da natürlich noch viel zu tun. Die PrEP ist inzwischen zugelassen, aber in die Zahlen des RKI noch nicht eingeflossen? Nein, das Präparat wurde zwar 2016 schon zugelassen, aber der Preis war mit 850 Euro ja noch viel zu hoch. Seit Mitte Oktober 2017 gibt es das Medikament für 52 Euro pro Monat, was für die meisten bezahlbar ist. Das finden wir sehr gut. Auf der anderen Seite sind die umfangreichen Tests, die man zur PrEP-Verschreibung machen muss, derzeit noch privat zu zahlen. Wir haben mit den Schwerpunktärzten, der Uniklinik und dem Gesundheitsamt eine Arbeitsgruppe gebildet, die versucht, zumindest für Frankfurt einen einheitlichen Preis für die Voruntersuchung hinzubekommen. Parallel sind die Verbände dran, dass das Ganze eine Kassenleistung wird, zumindest die STIund HIV-Tests. Die AIDS-Hilfe bietet auch Beratung zur PrEP an; was wird dort vermittelt? Unsere PrEP-Beratung findet im Rahmen des Main-Test im Switchboard und im KISS, sowie in der offenen Sprechstunde der Beratungsstelle der AIDS-Hilfe statt. Wir informieren und besprechen, ob man ein geeigneter Kandidat für die PrEP ist. Generell ist die PrEP eine neue Möglichkeit, um sich vor HIV zu schützen, allerdings nur für einen sehr eingeschränkten Kreis an Leuten; zum einen ist der Aufwand sehr hoch, man muss monatlich das Rezept besorgen und sich alle drei Monate untersuchen lassen, und die PrEP ist ja auch kein Lutschbonbon, sondern es handelt sich um ein HIV-Medikament. Und es gibt Nebenwirkungen. Und davon abgesehen ist man mit der PrEP zwar vor HIV geschützt, aber nicht vor anderen STIs wie Syphilis oder Hepatitis. Das Kondom ist nach wie vor das geeignete Präventionsmittel, das eben auch vor anderen Geschlechtskrankheiten schützt. Das Kondom zu verteufeln wäre Schwachsinn, und das tun wir auch nicht. Die AIDS-Hilfe Frankfurt hat auch ein Projekt zum Thema Poppers gestartet. Worum handelt es sich da? Aus der Szene heraus haben wir mitbekommen, dass Leute, die Poppers benutzen, über gesundheitliche Probleme mit den Augen berichtet haben. Wir vermuten, dass das mit einer veränderten Rezeptur der neuen Poppers-Produkte zu tun haben könnte. Um mehr über die Inhaltsstoffe und gesundheitlichen Risiken von Poppers zu erfahren, haben wir ein Institut beauftragt und verschiedene Marken untersuchen lassen. Wir warten noch auf die Ergebnisse. *Interview: Björn Berndt www.frankfurt-aidshilfe.de Das komplette Interview gibt’s auf www.blu.fm/gab

GESUNDHEIT 31 WELT-AIDS-TAG IN DER PAULSKIRCHE Die Sprache der Liebe Mit dem Titel „SprachGewalt“ hatte die AIDS-Hilfe Frankfurt ein auf den ersten Blick etwas sperriges Thema für ihre Veranstaltung am Welt-Aids-Tag in der Paulskirche gewählt. Politische Prominenz war verstärkt im Publikum der gut gefüllten Paulskirche anzutreffen: Neben Grußworten von Oberbürgermeister Peter Feldmann („Ich hoffe, dass wir uns eines Tages am 1.12. hier treffen und den Sieg über HIV und Aids feiern“) und Rosemarie Heilig in Vertretung des erkrankten Gesundheitsdezernenten Stefan Majer („Der Geist der Solidarität ist nicht mehr selbstverständlich, aber die Scharfmacher werden nicht die Oberhand gewinnen“), war auch der ehemalige Bundestagsabgeordnete und Queer- Aktivist Volker Beck als Redner eingeladen. Beck forderte differenzierte und nicht pauschalisierende Diskussionen für eine liberale Demokratie: „Es gibt das Recht, ohne Nachteile verschieden sein zu können. Das ist das Grundgesetz“, sagte Beck, und endete mit einer Botschaft an rechte Pöbler: „Nein, unser Land bekommt ihr nicht zurück! Wir wissen, was wir zu verlieren haben, und was wir noch zu erkämpfen haben“. Dem Thema „SprachGewalt“ indes am nächsten kam der Beitrag von Florian Beger von der Hessischen AIDS-Hilfe; sein Gegenentwurf zu „toxischer Sprache“: Der klassische Diskurs, das Essay und das Argument müssen gepflegt und eine respektvolle „Sprache der Liebe“ eingefordert werden, als eine Sprache, die Verletzlichkeit nicht verleugnet und Achtung und Respekt vermittelt. Die anschließende Talkrunde mit Joachim Letschert (CSD Frankfurt e.V.), Jessica Purkhardt (LGBTIQ*-Aktivistin) und Annette Piecha (Kompetenznetz HIV/AIDS e.V.) moderiert von Jascha Habeck kam leider etwas zu kurz, um in die entsprechende Tiefe zu gehen. Dafür sorgte der Musiker Markuz Walach mit seinen sanften Folksongs für musikalische Abwechslung. Beim anschließenden Gedenkmarsch durch die Innenstadt zum Aids-Memorial an der Peterskirche wurde der 51 in diesem Jahr an Aids gestorbenen Menschen gedacht. *bjö www.frankfurt-aidshilfe.de Dipl.-Med. Elisabeth Wiesner von Jagwitz Axel Müller Heiko Hanel Dr. med. Alexander Bodtländer Praxis im Nordend Oeder Weg 52 – 54 60318 Frankfurt am Main www.praxis-im-nordend.de fon 069 - 9 59 29 68 - 10 fax 069 - 9 59 29 68 - 20 info@praxis-im-nordend.de Allgemeinmedizin | Innere Medizin | Infektiologie FOTO: ELHIT

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.