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gab Dezember 2021

38 12 KULTUR Kultur

38 12 KULTUR Kultur INtErVIEW JAMES ARTHUR: Schrei nach Liebe Auf „It’ll All Make Sense In The End“, seinem vierten Album, geht der englische Popsänger James Arthur emotional ans Eingemachte. Am anderen Ende der Telefonleitung knetet James an diesem Freitagnachmittag gerade seine Handgelenke, so erzählt er. Am Wochenende stehen Auftritte in Plattenläden an, inklusive Signierstunde. „Es ist eine schöne Sache, in die leuchtenden Augen der Leute zu blicken, gerade nach so langer Zeit mit nur wenig persönlichem Kontakt. Doch machen wir uns nichts vor: Die Autogrammschreiberei ist auch harte Arbeit.“ Wenngleich nicht annähernd so hart wie die Arbeit an seinem vierten Album, fügt er lachend hinzu. Denn auf „It’ll All Make Sense In The End“ schwingt der Engländer die emotionale Keule mit voller Wucht. „Ich bin davon überzeugt“, sagt James Arthur, „dass ‚It’ll All Make Sense In The End‘ das am meisten polarisierende und sowohl in den Texten als auch musikalisch extremste meiner bisherigen Alben ist.“ Teilweise öffne er sich in seinen Songs so weit, dass es ihn geschmerzt habe. Aber dieser Schmerz, der tue eben auch gut. Da gibt es Lieder wie „Medicine“, das schon beinahe in Euphorie verfällt und mit dem Refrain „You are my medicine and I don’t deserve you“ aufwartet. Oder die schöne Liebesode „September“. „Ich wollte mich auf hoffnungsvolle Songs und auf das Positive als solches konzentrieren“, sagt der 33-Jährige. „Ich habe die Liebe schätzen gelernt und im Laufe der Jahre teils starke Gegenwinde überwunden. Die bösen Kräfte ziehen mich nicht mehr so tief runter wie früher. Und ich habe verinnerlicht, dass es negative Auswirkungen auf mich hat, wenn ich zu sehr auf Vergangenem herumkaue.“ Aber, so Arthur, der auch eigene Erfahrungen mit Panikattacken und depressiven Episoden gemacht hat, „ganz bin ich nicht darum herumgekommen, auch die dunklen Seiten meiner Persönlichkeit auf dem Album darzustellen. Denn es wäre nicht fair, so zu tun, als sei alles spitze.“ Da ist etwa „Last Of The Whiskey“, das von einem „stockdunklen Zustand in meinem Kopf handelt und von einer Situation, die so toxisch war, dass sie mir zu entgleiten drohte“. James hatte früher schon zu kämpfen mit Alkohol und Tabletten, und so richtig stabil sei er immer noch nicht. „Aber stabiler. Ich bin von Whiskey auf Cognac umgeschwenkt. Cognac macht mich müde, und es fällt mir leicht, nach zwei, drei Gläsern aufzuhören. Mit Whiskey wollte ich immer weitermachen.“ James Arthur hat aufregende Jahre hinter sich, seit er 2012 bei „The X Factor“ gewann und mit seiner fantastisch prägnanten Stimme und überwältigenden Popsingles wie „Impossible“ oder „Say You Won’t Let Go“ die Herzen und die Charts stürmte. Aber zu seiner Karriere gehörten auch kontroverse Äußerungen und Abstürze. Nicht nur im Text zu „SOS“ – einem gigantischen, hymnischen Song im Stil von Thirty Seconds To Mars, für James „ein Schrei nach Liebe“ – hofft er darauf, die schlechten Zeiten hinter sich zu lassen. James Arthur hat London vor einigen Jahren verlassen und sich im Süden Englands auf dem Land ein Studio eingerichtet. Dort hat er das gesamte Album aufgenommen „und nebenher habe ich das Wandern und die Natur als solche entdeckt. Draußen zu sein, hilft mir, im Jetzt zu leben und mich ausgeglichener und einfach besser zu fühlen.“ Auf „It’ll All Make Sense In The FOTO: SONY MUSIC End“ probiert er zudem Neues aus: Mit „Deja Vu“ und „Ride“ holt er den Rapper aus sich heraus, „denn im Rap kannst du dich freier ausdrücken als im Pop“. Sowieso liebe er Eminem, Jay-Z und Tupac. Am Beeindruckendsten aber ist wohl der Song „Emily“ – die eindringliche Powerballade handelt von der Tochter, die James in allen Einzelheiten besingt, die aber bisher nur in seiner Fantasie existiert. „Ohne zu viel zu verraten, war ich, als ich vor ein, zwei Jahren diesen Song schrieb, in der Situation, dass es gut möglich gewesen wäre, dass ich Vater werde“, so James. Die Sache sei nicht gut ausgegangen, „aber zumindest weiß ich jetzt, dass ich bereit wäre ein Kind zu haben“. Einen Namen, so es ein Mädchen werden sollte, habe er auch schon. *Steffen Rüth www.jamesarthurofficial.com

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