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gab Dezember 2021

28 KULTUR Die

28 KULTUR Die Italienische Compagnie „blucinQue“ verbindet auf ganz eigene Art Tanztheater, Live-Musik und zeitgenössischen Zirkus. Das neueste Stück der Compagnie- Leiterin Caterina Mochi Sismondis „Gelsomina Dreams“ ist eine Hommage an den Regisseur Federico Fellini, den Begründer des Neorealismus, der in seinen späteren Filmen zunehmend Traum und Realität zu vermischen vermochte. In dieser Tradition spielt „Gelsomina Dreams“ in einem surrealen Bühnenbild, das mit seinen fragmentarischen Bauten und Szenegrafien an ein verlassenes Filmset des italienischen Filmemachers erinnert. Hier wandert die Protagonistin Gelsomina träumerisch und zugleich mystisch durch die schwebende Landschaft, begleitet von Sound und Licht. Historische Musikinstrumente wie eine Drehorgel oder ein Glockenspiel werden gesampelt und zu einem neuen Klangteppich verwoben. Akrobatische Tanzeinlagen und eine fantasievolle Sicht des Lebens vermischen sich zu einem besonderen Theaterabend. Ein Stück zwischen Dolce- Vita und La Strada, der Welt der Straße und schwebenden Zirkusvisionen. *dr 3. + 4.12., Gallus Theater, Kleyerstr. 15, Frankfurt, 20 Uhr, www.gallustheater.de PERFORMANCE Gender-Debatte: Dea Ex Machina Das dreiköpfige queerfeministische Kollektiv Swoosh Lieu zeigt im Dezember noch einmal seine Arbeit „Dea Ex Machina“, die Geschlechteridentitäten hinterfragt und sich gleichzeitig mit Körpern der Zukunft auseinandersetzt. Auf der einen Seite stehen die Hexen, die durch ihr Interesse an nichtalltäglichen Körperwahrnehmungen und -zuständen alternativen Ideen zu Gender entwickeln. Die „Haecksen“, weibliche Computer-Hacker*innen, verstehen Geschlecht eher als Technologie und forschen an dessen Umcodierung. Auf der Theaterbühne treffen sie zusammen, suchen nach neuen Mensch-Maschine-Verbindungen, hacken Körperbilder und Erzählweisen und knüpfen dabei neue Netzwerke und queerfeministische Verwandtschaftskonzepte. Ein Blick in eine bessere Zukunft? Möchten wir FOTO: ANDREA MACCHIA TANZ TANZTHEATER-ZIRKUS aus Italien FOTO: MARVIN KUHN, UNSPLASH.COM, GEMEINFREI Cyborgs werden oder Gött*innen bleiben? Ein Plädoyer für das genussvolle und verantwortungsvolle Verwischen von Grenzen. Swoosh Lieu sind Johanna Castell, Katharina Pelosi und Rosa Wernecke. Das Trio entwickelt seit der Gründung 2009 am Institut für Angewandte Theaterwissenschaften Gießen in wechselnden Kooperationen bundesweit verschiedene Performances und Theaterprojekte, aber auch andere Formate wie zum Beispiel Hörspiele. „Dea Ex Machina“ verbindet Tanztheater mit Video-Installation. Den Raum hat Lani Tran-Duc gestaltet, und es performt Frieder Miller vom Berliner Theater-Kollektiv „Manufaktur“, das ursprünglich vom Figurentheater kommt. Von daher wird auch Puppenspiel zu sehen sein. *bjö 9. – 11.12., Mousonturm, Waldschmidtstr. 4, Frankfurt, 20 Uhr (So 18 Uhr), www.mousonturm.de

OPER Die Nacht vor Weihnachten Im ukrainischen Dörfchen Dikanka geht der Teufel um: Er ist besorgt ob seines schwindenden Einflusses auf die Menschen und zugleich verärgert über den Schmied Wakula, der ihn verspottet hat. Die Hexe Solocha bietet ihm Hilfe an, denn auch sie verachtet Wakula. Der will nämlich ihre Tochter Oksana heiraten, was der Teufel mit aller Macht verhindern soll. Oksana indes ist sich ihrer Gefühle noch gar nicht bewusst und verlangt im kindlichen Spaß von Wakula, dass er ihr die goldenen Pantoffeln der Zarin als Brautgeschenk überbringen soll – was für den tapferen Schmied kein Ding der Unmöglichkeit ist, sondern der Auftakt für eine Reise voller magischer Begegnungen. Nikolai Gogols volksmärchenhafte Erzählung bot schon Peter Tschaikowski die Vorlage zu einer großen Märchenoper; nach dessen Tod nahm sich Nikolai Rimski- Korsakow des Stoffes an, doch die Uraufführung 1895 geriet zum Misserfolg. Eine Zarin auf der Bühne verstieß gegen das großherrschaftliche Edikt. In Folge dessen blieben der Hof – ebenso wie der trotzige Komponist – der Aufführung fern. Trotz der Beliebtheit der Erzählung und deren zahlreicher Verfilmungen ist die Oper leider eine Randerscheinung des Repertoires geblieben. Erfreulich, dass die Oper Frankfurt einen Kontrapunkt zur üblichen „Hänsel und Gretel“-Spielplangestaltung zur Weihnachtszeit trifft und die Vitalität des Werkes unter Beweis zu stellen versucht. Christof Loy kehrt auf den Regiestuhl zurück, die musikalische Leitung liegt in den Händen Sebastian Weigles. *mas 5.12., Oper Frankfurt, Willy- Brandt-Platz, Frankfurt, 18 Uhr, weitere Vorstellungen: 9., 17.12., 19 Uhr, 19.12., 15:30 Uhr, 23., 25.12. 18 Uhr, www.oper-frankfurt.de FOTO: MONIKA RITTERSHAUS KULTUR 29 FOTO: WOLFGANG RUNKEL Musikalische Leitung: Sebastian Weigle (Bild oben) Regie: Christoph Loy (Bild unten) In unseren Bettenfachgeschäften finden Sie nicht nur das Kissen Ihrer Träume, sondern die größte Auswahl in allen Bereichen des Schlafs. 2X IN FRANKFURT UND 1X IN BAD HOMBURG www.betten-zellekens.de

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