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GAB Dezember 2020

gab – das Gaymagazin

REISE FOTO: VISIT

REISE FOTO: VISIT REYKJAVIK/RAGNAR TH. SIGURDSSON ISLAND PENISALARM Verglichen mit anderen europäischen Hauptstädten ist Reykjavík mit seinen knapp 130.000 Einwohnern ein Zwerg. Im Gegensatz dazu sind die bis zu 80.000 Teilnehmenden, die den normalerweise im August stattfindenden Reykjavik Pride besuchen, absolut rekordverdächtig. Und auch sonst sind die Stadt und die sie umgebende Natur eine Reise wert. Ob winzig klein oder mannsgroß, ob behaart, nackt, gebogen, gerade oder gekringelt – es ist schon erstaunlich, welche Farben und Formen sich die Natur für das männliche Fortpflanzungsorgan ausgedacht hat. Hier, im Isländischen Phallusmuseum, sind sie alle versammelt. 1997 gegründet, hat das kuriose Museum im Frühsommer 2020 neue Räume in Reykjavíks Innenstadt bezogen und präsentiert lehrreich und witzig zugleich die größte Penissammlung der Welt: von der Maus bis zum Pottwal, von der Giraffe bis zum Gorilla. Sogar ein selbstloser menschlicher Penisspender hat sich gefunden, der sein Glied dem Museum vermachte und das nun ein wenig verschrumpelt in einem gläsernen Behälter mit Alkohol schwimmt. Es gibt wohl keine unterhaltsameren sechzig Minuten, die man in Islands Hauptstadt an einem regnerischen Tag verbringen kann. Bei einem Spaziergang durch Reykjavíks Zentrum hat man die Hauptattraktionen der Stadt schnell abgelaufen. Da ist zum Beispiel die Hallgrímskirkja, das wohl sichtbarste Wahrzeichen der Stadt. Die evangelisch-lutherische Pfarrkirche ist das größte Kirchengebäude Islands und das zweithöchste Gebäude des Landes. Bei schönem Wetter hat man vom Turm einen tollen Blick auf die Stadt. Besonders fotogen präsentiert sich die Kirche von der dauerhaft in Regenbogenfarben bemalten Straße Skólavörðustígur aus. Während des Reykjavik Pride, der größten Veranstaltung Islands überhaupt, findet hier der zentrale Gottesdienst für die Community statt. Entsprechend der Größe der Stadt ist diese zwar klein, dafür aber sehr sichtbar. Neben der bereits erwähnten Regenbogenstraße liegt Reykjavíks einzige queere Bar „Kiki“ mitten in der wichtigsten Einkaufsstraße der Stadt. Weitere beliebte Anlaufpunkte sind das von einem schwulen Paar geführte Café Babalú sowie das in lesbischem Besitz befindliche Ida Zimsen. FOTO: BLUE LAGOON ICELAND Wer mehr über Islands LGBTIQ*-Community erfahren will, kann sich mit einem Guide von Pink Iceland auf eine kleine Tour durch Reykjavík begeben. Die Geschichte der Stadt wird hierbei ebenso berücksichtigt wie die Situation der lokalen Community, und natürlich kommen auch lokale Sehenswürdigkeiten wie etwa das architektonisch spannende Konferenzzentrum Harpa nicht zu kurz. Der queere Reiseveranstalter hat sein Büro mitten in der Stadt und bietet neben der Stadtführung auch komplette Reiseprogramme durch Island an. Jeweils im Februar zum Rainbow Reykjavik Winter Pride und zum Pride im August hat Pink Iceland zudem internationale Gruppenreisen im Programm, die zum Beispiel Tagesausflüge an die atemberaubende Südküste oder zum „Golden Circle“ beinhalten, eine Tour, die vorbei an tosenden Wasserfällen, dampfenden Geysiren und bizarren Vulkanlandschaften führt. Zu den absoluten Highlights gehört ein Besuch der Blauen Lagune. Das etwa vierzig Minuten vom Stadtzentrum entfernte Thermalbad zählt zu den beliebtesten Touristenattraktionen Islands. Seine blau-weiße Farbe erhält das 37 bis 42 Grad warme Salzwasser, das von einem nahe liegenden Geothermalkraftwerk in einen 5.000 Quadratmeter großen See gepumpt wird, von im Wasser befindlichen Kieselalgen. Besonders luxuriös badet man im Spa des The Retreat Hotel, das neben einer eigenen privaten Lagune auch über Sauna, Ruheräume und ein exklusives Spa-Restaurant verfügt. *dax www.visitreykjavik.is

DRESDEN Die andere Seite Nicht umsonst spricht man von Sachsens Hauptstadt als Elbflorenz – schließlich finden sich hier neben grandiosen Bauwerken wie dem Zwinger, der Brühlschen Terrasse oder der wieder aufgebauten Frauenkirche auch Kunstsammlungen von Weltrang: Ob die frisch sanierte Gemäldegalerie Alte Meister, das Albertinum oder das berühmte Grüne Gewölbe, hier jagt ein Highlight das nächste. FOTOS: DIRK BAUMGARTL Von einer ganz anderen Seite zeigt sich Dresden bei einer Führung mit Anett Lentwojt von „Kennst Du Dresden?“. Unter dem Titel „Lili Elbe The Danish Girl – Dresden rosarot“ nimmt die lesbische Stadtführerin ihre Gäste zu Fuß, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder per Fahrrad mit auf eine Entdeckungsreise durch Dresdens jahrhundertealte LGBTIQ*-Geschichte. Dabei erfährt man etwas von der sächsischen Freizügigkeit zu Zeiten der Renaissance und des Barocks bis zur Szene während der DDR-Zeit, in der „subversive Objekte“ gerne mal in das heute als Gedenkstätte dienende Stasi-Gefängnis zum Verhör einbestellt wurden. Namensgeberin der Tour ist jedoch die durch die Buchverfilmung „The Danish Girl“ bekannte Lili Elbe, die als Einar Mogens Andreas Wegener geboren und als eine der ersten Personen überhaupt einer Serie von geschlechtsangleichenden Operationen unterzogen wurde. Der überwiegende Teil davon fand dabei in Dresden statt, und auch ihre letzte Ruhestätte fand Lili 1931 unweit des von ihr geliebten Flusses Elbe auf dem Trinitatisfriedhof. *dax www.kennst-du-dresden.de www.visit-dresden.travel Stadtführerin Anett Lentwojt

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.