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GAB Dezember 2020

gab – das Gaymagazin

4 FRANKFURT Kolumne

4 FRANKFURT Kolumne ILLUSTRATION: JANIS CIMBULIS FOTO: MICHAEL GOTTSCHALK Der Überlieferung nach soll der wahnsinnige Kaiser Nero Rom angezündet und danach mit seiner Lyra vom Palast- Balkon auf seine brennende Stadt herab gesungen haben. In Teilen scheint dieses Bild auf üble Nachrede einiger Geschichtsschreiber zurückzugehen. Dagegen ist gesichert, dass der scheidende US-Präsident Trump nachts vor den laufenden ABC-Nachrichten saß und per Twitter Öl ins Feuer goss, während draußen die Vereinigten Staaten seelisch und oft genug auch tatsächlich brannten. Nachdem mit der US-Präsidentschaftswahl der Spuk nun vorüber ist, atmen nicht nur wir in Europa auf. Besonders die LGBTIQ*- Community in den USA hatte sich vor einer erneuten Amtszeit Donald Trumps gefürchtet. Schon in der ersten war damit begonnen worden, Transgender zu gängeln und unsichtbar zu machen. In der zweiten wäre wohl versucht worden, das Recht auf gleichgeschlechtliche Ehe rückgängig zu machen. Nun ist der Ausgang der US-Wahl also ein Hoffnungsschimmer am Ende eines Jahres, das ganz im Zeichen einer weltweiten Pandemie stand, die unseren bislang schrankenlosen Horizont sehr klein werden ließ. Eine gute Nachricht nach Monaten des Lockdowns, in denen uns zuletzt mörderische Terroranschläge in Deutschland und seinen Nachbarländern bewusst machten, dass weder eine globalisierte Welt noch eine offene Gesellschaft selbstverständlich sind und immer auch einen Preis haben ... ... weiterlesen auf www. männer.media/regional/gab WELT-AIDS-TAG unter Pandemiebedingungen Das Gedenken soll dabei nicht vernachlässigt werden: Christian Setzepfandt von der AIDS-Hilfe wird traditionell die Zeremonie am AIDS-Memorial im Peterskirchhof feiern; drei symbolische Nägel werden dort für die an Aids Gestorbenen in die Gedenkwand eingeschlagen und Rosen entlang der Mauer verteilt. Die Zeremonie wird vorab stattfinden und am Abend des 1. Dezember auf dem YouTube-Kanal der AHF gezeigt. Dort wird dann auch der bereits vorab aufgezeichnete Gottesdienst zum Welt-AIDS-Tag online stehen. Unter dem spannenden Titel „Liebevolle Nähe in Zeiten von Corona oder die goldene Regel FOTO: ELHIT Anstatt der traditionellen Gedenk- und Diskussionsveranstaltung mit verschiedenen Gastredner*innen zum Welt-AIDS-Tag hat die AIDS-Hilfe Frankfurt AHF ihr Konzept in diesem Jahr umgestellt. und unsere abendländische Vernunft“ wollen Pfarrerin Petra Babylon von der Klinikseelsorge der Uniklinik Frankfurt und der katholische Klinikseelsorger des Haus 68 der Uni-Klinik Pfarrer Mathias Struth einen stimmungsvollen, virtuellen Gedenkgottesdienst gestalten. Rund um den Welt-AIDS-Tag lädt die AHF außerdem zu kostenlosen HIV-Schnelltests: Die ersten 10 Besucher*innen des maincheck_up am Montag, dem 30.11., und Donnerstag, dem 3.12., müssen für ihren HIV- Schnelltest nichts bezahlen. Die AHF bietet seit über 10 Jahren STI-Tests (HIV, Hepatitis und Syphilis-Tests) mit einem Team von Ärzten und Beratern an; früher unter dem Namen „MainTest“ bekannt, heißt die Reihe seit September 2020 maincheck_up und findet montags und donnerstags von 17 bis 19 Uhr im neuen maincheck-Zentrum in der Friedberger Anlage statt. *bjö maincheck_up STI-Tests mittwochs und donnerstags von 17 bis 19 Uhr, Friedberger Anlage 24, Frankfurt, www.ah-frankfurt.de AHF bei YouTube: www.youtube.com/user/ aidshilfeffm

SENIOREN Vielfalt gibt es in jedem Lebensalter Um die Lebensbedingungen von lesbischen, schwulen, bisexuellen und trans*-Personen auch im Alter verbessern zu können, startet das Land Hessen die „Landeskoordinierung LSBT* im Alter“; die neue Stelle ist ein Projekt von LIBS, der Lesben Informations- und Beratungsstelle in Frankfurt, sowie der AIDS-Hilfe Frankfurt AHF. FRANKFURT FOTO: SILVIARITA, PIXABAY.COM, GEMEINFREI 5 Die zunehmende gesellschaftliche Sichtbarkeit von LSBT*-Personen gilt natürlich auch für die Senior*innen, „Das Spektrum von Lebensweisen im Alter ist vielfältig“, betont auch Dr. Doris Gruber von LIBS. Zusammen mit ihrer Kollegin Elke Kreß und Norbert Dräger von der AHF bildet sie das Team der Landeskoordinierung LSBT* im Alter. „Für alle Menschen gilt, dass das Leben im Alter eine Veränderung persönlicher Bedürfnisse und Bedarfe mit sich bringen kann, sowohl als Gewinn an Lebensqualität als auch in Form von Einschränkungen und Verlust“. In der Senior*innenarbeit werden die individuellen Biografien der Senior*innen berücksichtigt; allerdings sind die speziellen Erfahrungen von LSBT*-Personen oftmals auch von Fachpersonen nur selten bekannt, oder sie werden falsch gedeutet, ergänzt Dr. Doris Gruber. Das bestätigt auch Norbert Dräger von der AIDS-Hilfe Frankfurt AHF: „Gesellschaftliche Ausgrenzungen und Diskriminierungserfahrungen haben die Generation der älteren und alten LSBT*IQ stark geprägt. Hierzu beigetragen haben nicht zuletzt die Verfolgung auf Grundlage des ehemaligen Paragrafen 175, die repressive Familienpolitik der Nachkriegszeit und die Erfahrung gesellschaftlicher oder familiärer Ächtung. Diese individuellen und kollektiven Prägungen werden nur selten mitreflektiert, zumal sie die einzelnen Gruppen im LSBT*-Spektrum jeweils unterschiedlich betreffen.“ Die neue Koordinierungsstelle setzt genau dort an und möchte diese Lücken in der Senior*innenarbeit schließen. Bereits 2015 zeigte der von LIBS und AHF organisierte Fachtag „Lesbisches und schwules Leben im Alter“ die Bedarfe in Hessen. Die Mitarbeiter*innen der neuen Koordinierungsstelle konzentrieren sich nun zunächst darauf, ein landesweites Bild über die Situation der Senior*innenarbeit zu gewinnen mit dem Fokus auf LSBT*- Lebensweisen. Geplant sind für nächstes Jahr Runde Tische in verschiedenen Städten und Regionen, bei denen fachlicher Austausch und Vernetzung zum Thema im Vordergrund stehen. Kai Klose, Hessischer Minister für Soziales und Integration, begrüßt den Start der Stelle: „Ich freue mich sehr, dass wir diese landesweite Koordinierungsstelle zum Thema lesbische, bisexuelle, schwule und trans* Lebensweisen im Alter aus Mitteln des Hessischen Aktionsplans für Akzeptanz und Vielfalt schaffen können“. Die Vielfalt der selbstbestimmten Lebensentwürfe sei lebendiger Ausdruck einer demokratischen und pluralen Gesellschaft und gelte für jede Lebensphase. „Die Hessische Landeskoordinierung LSBT* im Alter wird einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Angebote der Altenhilfe zu sensibilisieren und Vorbehalte und Diskriminierungen abzubauen. Ich wünsche ihr dabei viel Erfolg“, sagt Kai Klose. *bjö www.gleichgeschlechtlichelebensweisen.hessen.de So cool war Nikolaus noch nie! Sie sammeln Spenden. Und wir schnüren noch ein Extra-Päckchen – 10.000 Euro für Ihre Projekte. Ein Projekt der Frankfurter Sparkasse. www.mainFrankfurt.org Aktionszeitraum: 6. bis 13.12.2020

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