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GAB Dezember 2020

gab – das Gaymagazin

18 BÜHNE CASSANDRA

18 BÜHNE CASSANDRA STEEN über den Lockdown, Familie und Weihnachten Durch Hits wie „Darum leben wir“, „Tanz“ und „Stadt“ oder auch ihre Klassiker mit der Band Glashaus („Haltet die Welt an“, „Wenn das Liebe ist“ ...) wurde Cassandra Steen zu einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Sängerinnen. Jetzt präsentiert sie ihr Weihnachtsalbum „Der Weihnachtsgedanke“, höchste Zeit, mit ihr zu sprechen. FOTO: M. POURSANIDOU Weihnachten ist durchaus ein wichtiges Fest für dich, oder? Dieser Eindruck ist richtig, mir ist es in der Tat sehr wichtig. Das Spirituelle, was meine Familie, meine Großeltern, daraus machen. Heiligabend sind wir meist zu dritt, wir genießen dann die Stille, auch der Fernseher bleibt (meist) aus – wenn es auch mal Diskussionen gibt. Ich mag die Rituale, wir gehen in die Kirche, lesen aus der Bibel, naschen Kekse – und der Weihnachtsmann kommt auch. Es ist einfach sehr liebevoll und ruhig. Dein Weihnachtsalbum hat auch neue Lieder, nicht nur Klassiker. Wie wagt man sich daran, ein neues Weihnachtslied zu schreiben? Ich dachte, es würde schwierig sein, vor allem bei dreißig Grad im Sommer. Aber es war erstaunlich leicht, weil man sich auch, gerade bei den Melodien, nicht an Popliedern orientieren muss, die gerade „in“ sind. Ich habe mich eher an der Klassik orientiert. Es hat Spaß gemacht und ich bin sehr glücklich mit dem Album, ich höre es mir tatsächlich dauernd an. Auch jetzt im Herbst? Ja! Mir bleibt eh nichts anderes übrig. (lacht) Wie gehst du als Künstlerin und Privatperson denn mit diesem Lockdown um? Künstlerin und Privatperson ist bei mir eins. Nun, es ist sehr zäh, es ist nicht einfach! Für viele Selbstständige ... Nicht nur in der Musik hat man wenig oder keine Überbrückungsmöglichkeiten. Man hat das Gefühl, dass das Wertgefühl noch weniger wird als schon vor Corona. Die Zeiten sind gerade sehr nervenzehrend. Viele Themen werden gerade diskutiert, wobei ich mir gerade wünschen würde, dass man sich nicht nur beschwert, sondern versucht, Lösungen zu finden. Hilft dir deine Religion im Alltag? Meine Großmutter ist religiös, daher beschäftigte ich mich viel mit Religion. Mein Opa ist eher philosophisch ... Ich glaube daran, dass Glaube Berge versetzen kann, ich denke, dass es sehr viel ausmacht, dass Menschen sich an etwas halten können. Und solange dieser Glaube nicht missbraucht wird, ist dagegen nichts einzuwenden. Ich kann nicht sagen, dass es einen Gott gibt, aber auch nicht, dass es keinen gibt. Was tust du, wenn du merkst, ohne Namen zu nennen, dass Künstler, mit denen du schon zusammengearbeitet hast, Dinge auf Social Media posten, die womöglich sehr weit weg sind von dem, was du denkst? Es kommt immer darauf an, wie eng man mit demjenigen ist. Wir haben auch innerhalb der Familie schon mitunter Diskussionen gehabt über etwa die Wahl in den USA. Wenn Äußerungen kommen, die ich absolut nicht teile, wird ein Stück weit mental der Versuch gemacht, sich von der Aussage, nicht von der Person, zu distanzieren. Ich versuche, das einzuordnen und nicht nur zu verurteilen. Ich hake da lieber ein, als dass ich mich von der Person abwende. Ich glaube, wenn man sich von Menschen abwendet, wird es nur schlimmer. Ich versuche, mit ihnen zu reden. Manch einer war schon immer für mich da, da versuche ich abzuwarten, solange Menschen nicht zu Schaden kommen. Ich bleibe aber nicht neutral bei manchen Postings, doch ich versuche, die Person noch zu erreichen. Worauf freust du dich in diesen Tagen? Ich vermisse Spontantreffen mit Freunden zum Essen, auf die freue ich mich wieder. Ich koche gerne viel und lade dann ein, das geht ja gerade leider nicht. *Interview: Michael Rädel

AUSSTELLUNG Back to Future BÜHNE 19 Das Museum für Kommunikation in Frankfurt untersucht, wie Technik-Visionen der Vergangenheit der heutigen Realität entsprechen. Die zentrale Frage lautet: In welcher Zukunft leben wir? Science-Fiction-Filme waren schon immer ein beliebtes Medium für futuristische Visionen. In den 60ern waren sie häufig geprägt vom Bild einer weitgehend friedlichen Welt, die von Menschen in griechisch-römischen Roben bevölkert ist. Erst später kamen die düsteren Bilder: „Blade Runner“ zum Beispiel, mit seiner Szenerie, die Los Angeles im Jahr 2019 zeigt: Die Stadt ertrinkt in Chaos und Dekadenz: Smogverhüllt und im Dauernieselregen muss Protagonist Rick Deckard Replikanten jagen – menschliche Roboter, die ein gefährliches Eigenleben entwickelt haben. Bernd Zimmer Kristallwelt FOTO: SVEN MOSCHITZ / MSPT FOTO: MSPT Sammelbildchen „Zukunftsfantasien” aus dem „Echte Wagner Album Nr. 3“ von 1930. Das Museum für Kommunikation untersucht diese frühen Visionen technischen Fortschritts – Illustrationen und Romane, Postkarten und Filme. Sie spiegeln natürlich den Zeitgeist ihrer Entstehung wieder. Die Ausstellung greift dies auf und präsentiert ebenso euphorische wie kritische Technikvisionen und erzählt, auf welchem gesellschaftlichen Nährboden sie entstanden. Für die Zeit des geschlossenen Museums bietet die Ausstellung viele virtuelle Angebote: Per Klick kann man verschiedene Themenwelten erkunden, Exponate samt Infos anschauen, sein Wissen in einem interaktiven Quiz prüfen oder Workshops belegen. *bjö „Back to Future. Technikvisionen zwischen Fiktion und Realität“, Museum für Kommunikation, Schaumainkai 53, Frankfurt, die Ausstellung ist bis zum 29. August 2021 zu sehen, checkt www.back-to-future.museumsstiftung für alle Details und virtuelle Angebote. bis 21. Februar 2021 Pfaffengasse 26 | www.museen-aschaffenburg.de

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