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GAB Dezember 2019

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18 BÜHNE A CLEAN SHAVE:

18 BÜHNE A CLEAN SHAVE: SWEENEY TODD „Das wird eine gothicblutrünstige Story, an die wir uns wagen“, meinte Daniel Nicolai, Chef des English Theatre, über das Musical „Sweeney Todd“. Und hat damit nicht zu viel versprochen ... FOTOS: MARTIN KAUFHOLD Die Story: Der einst um Frau, Kind und Vermögen gebrachte Benjamin Barker kehrt nach 15 Jahren der Verbannung als „Sweeney Todd“ zurück nach London und schwört allen damals Beteiligten blutige Rache. Seine Partners-in-Crime sind der junge Seemann Anthony und die Pasteten-Bäckerin Mrs. Lovett. Anthony verliebt sich in Todds Tochter Johanna, die unfreiwillig als Mündel beim lüsternen Richter Turpin lebt. Turpin verurteilte einst Benjamin Barker und steht damit an oberster Stelle auf Sweeney Todds Racheliste. Todd quartiert sich mit seinem Barbierladen im Haus von Mrs. Lovetts Pasteten- Bäckerei ein; sie hat ein Auge auf Todd geworfen und verschleiert geschickt, dass Todds Ehefrau Lucy als eine im Verlustschmerz wahnsinnig gewordene Bettlerin durch die Straßen Londons irrt; Todd glaubt, Lucy sei tot. Mit Mrs. Lovett schmiedet Todd teuflische Mordpläne, die nicht nur den Rachegelüsten des blutigen Barbiers Tribut zollen, sondern auch Lovetts brachliegendes Pasteten-Restaurant („The worst Pies of London“) durch die Verwertung der Leichen auf makabre Weise ankurbeln. Doch der Erfolg währt nicht lang: Man kommt den beiden auf die Schliche und zu allem Überfluss fallen durch eine Verkettung unglücklicher Zufälle auch Johanna und Lucy dem Blutrausch Todds zum Opfer – was ein Drama! Ein tolles Ensemble mit eindrucksvollen Choreografien in einer atmosphärisch dichten Inszenierung mit jeder Menge Splatter-Effekten und geschickt platzierten Comedy-Einlagen: Regisseur Derek Anderson ist eine echte Horror-Oper mit Spaßfaktor gelungen. Stephen Sondheims opulenter Orchester-Score wurde auf eine minimalistische Version mit zwei Pianos und Percussion- Instrumenten runtergefahren; was dem

BÜHNE 19 Stück einen intimen Kammerspiel-Effekt verleiht; trotzdem strahlt die geniale Komposition Sondheims durch den gesamten Abend. Das liegt auch am stimmgewaltigen Ensemble, allen voran der starke Bariton Stephen John Davis, der insbesondere Sweeney Todds Wutausbrüche herrlich furchteinflößend spielt, aber auch allein mit seiner Stimme die Zerrissenheit zwischen dem einst gutmütig-naiven Benjamin Barker und seinem verbitterten Alter Ego Todd heraufbeschwören kann. Auch das restliche Ensemble muss sich nicht verstecken: Sarah Ingram legt als Mrs. Lovett eine überzeugende Wandlung von der eher mütterlichen Pasteten-Bäckerin zur skrupellosen Geschäftsfrau hin. Publikumslieblinge sind auch Matthew Facchino als stürmischer Anthony, Aliza Vakil als verträumte Johanna, Lucy Warway als der aufgeweckte Bub Tobi und Matt Bateman als skurill-komischer Barbier Pirelli – der allerdings als erstes ermordet wird. Und wenn das geschieht, dann sprudelt das Kunstblut in hohen Fontänen: Die rechte Hälfte der Sitze der ersten drei Reihen wurde sicherheitshalber wasserfest überzogen und die Zuschauer erhalten dort spritzdichte Frisiercapes als Schutz. Ganz Wagemutige können in der sogenannten „Splash Zone“ auf der Bühne Platz nehmen und der Show hautnah beiwohnen. Aber keine Angst: Die Splatter-Effekte sind zwar essenzieller Teil der Inszenierung, überlagern aber nicht die Handlung und das tolle Musical, das sich bis zum tragischen Finale immer weiter zu steigern vermag. *bjö „Sweeney Todd“ läuft noch bis zum 9.2.2020., The English Theatre, Gallusanlage 7, Frankfurt, 19:30 Uhr, Spielzeiten: Di bis Sa, 19:30 Uhr, So 18 Uhr, www.english-theatre.de Eckenheimer Landstr. 126 & 128, Frankfurt U-Bahnhaltestelle Glauburgstraße Tel.: 069 593 314 Öffnungszeiten Mo - Do 17.30 - 01.00 Uhr Fr - Sa 17.30 - 02.00 Uhr So ab 12.00 Uhr durchgehend geöffnet www.omonia.de

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