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gab August 2021

6 FRANKFURT Kolumne

6 FRANKFURT Kolumne ILLUSTRATION: JANIS CIMBULIS FOTO: MICHAL JARMOLUK, PIXABAY.COM, GEMEINFREI Mit dem Wort „Filterblase“ bezeichnet die Medienwissenschaft die Isolation von Mediennutzer*innen gegenüber Informationen, die nicht ihrem Standpunkt entsprechen. Diese Abschottung kann durch die Algorithmen der sozialen Medien entstehen. Verstärkt wird sie durch ein Verhalten, bei dem sich Menschen nur noch über Kanäle informieren, deren Perspektiven sie teilen, andere ausblenden und sich lediglich mit Gleichgesinnten austauschen und andere Meinungen ignorieren. Dieses Verhalten nennt man „Echo-Kammer“, was im Gegensatz zu „Filterblase“ wesentlich treffender ist. Denn mit einer transparenten, schillernden Kugel mit hauchdünner Haut hat diese Informations-Verengung nichts zu tun. Viele Menschen leben schon längst in einem medialen „Panic Room“ – einem persönlichen Notfallbunker aus dickem Beton mit verriegelten Stahltüren. Drinnen erleben sie nur mittels Überwachungskameras in verzerrten Schwarz-Weiß-Bildern, was draußen geschieht. Mit der Umwelt kommuniziert man aus so einem Panic Room meist einseitig über quäkende Lautsprecher. Auch manche LGBTIQ* haben sich so eingerichtet, um der fehlenden Akzeptanz in der Mehrheitsgesellschaft zu entkommen. Eine Dauerlösung ist das nicht, denn Minderheiten können nur dann erfolgreich sein, wenn sie mit anderen zusammen Mehrheiten bilden. In Isolation geht das nicht … ... weiterlesen auf www.männer.media/ regional/gab War §175 gar nicht so schlimm? Das Café Karussell, die Veranstaltungsreihe für schwule Männer ab 60, wird im August historisch: Die beiden geplanten Vorträge widmen sich der Verfolgung Homosexueller unter dem §175. Aufhänger für das Thema ist ein aktueller Anlass: Das Café Karussell wurde angefragt, ob aus seinen Reihen Zeitzeugen dazu bereit wären, ihre Erfahrungen zu teilen, für das Forschungsprojekt „Lebensumstände von Lesben, Schwulen, Trans*- und Intersexuellen in Frankfurt am Main 1933 bis 1994“. Das Forschungsprojekt wird von der Stadt Frankfurt in Zusammenarbeit mit dem Fritz-Bauer-Institut durchgeführt. Beauftragt wurde Dr. Alexander Zinn, der in diesem Zusammenhang insbesondere in der LSBTIQ*- Community als umstritten gilt: Zinn vertritt die These, dass die bisherige Betrachtung zu opferzentriert sei und es selbst unter der verschärften NS-Fassung des §175 durchaus möglich gewesen sei, seine Identität zu bewahren und – wenn auch im Verborgenen – sexuell zu überleben. COMMUNITY Lucky’s 9. Geburtstag gratuliert Tina Tannert vom Lucky’s kann sich freuen: Im August 2021 kann er neun Jahre Lucky’s in neuer Location feiern. „Wir feiern unseren Geburtstag in diesem Jahr nicht so groß, aber wir werden feiern“, verspricht Tina. Ansonsten wurde auch die beliebte Karaoke-Show wieder aufgenommen – jeden Dienstag und zusätzlich an jedem zweiten Samstag im Monat; lediglich die beliebte Bearlounge muss noch ein bisschen warten. Sehenswert ist die neue LED-Wand im Innenbereich, die für bewegte Bilder und tolle Lichtatmosphäre sorgt. Ansonsten lässt sich bei schönem Wetter am frühen Abend auch wunderbar ein Afterwork-Getränk auf der Terrasse des Lucky’s einnehmen – das Lucky’s hat täglich ab 15 Uhr geöffnet. So kommt der Sommer ins Bermudadreieck. *bjö 22.8., Lucky’s Geburtstag, Große Friedberger Str. 26, www.facebook.com/luckysFFM Zur Debatte bietet das Café Karussell zwei Veranstaltungen: Am 3. August berichtet Zeitzeuge Klaus Schirdewahn, wie er die 1960er unter den Auswirkungen des verschärften §175 erlebte – eine Lebensgeschichte, geprägt von Angst vor Enttarnung, strafrechtlicher Verfolgung und gesellschaftlicher Ausgrenzung. Am 31. August stellt Dr. Alexander Zinn seine Thesen zur übertriebenen Opferzentrierung vor; Michael Holy leitet das Gespräch. *bjö 3. und 31.8., Café Karussell im Switchboard, Alte Gasse 36, Frankfurt, jeweils ab 14:30 Uhr, Anmeldung erbeten über cafekarussell@gmx.de FOTO: BJÖ

FRANKFURT 7 FOTOS: FD FRANKS Szenebommel So langsam läuft es wieder im Bermudadreieck: Auch wenn man in den Läden einen Negativ-Test oder die Impfung darlegen muss, ist langsam wieder alles beim Alten. Hier im COMEBACK DJ Steve K und Serdar beim ersten Auflegen nach der Wiedereröffnung (Foto 1). Gegenüber in der Elefantengasse kam – frisch aus dem Urlaub – Hubert Fella kurz auf einen Absacker ins TANGERINE (Foto 2). Lange nicht gesehen aber doch noch gekannt. Dort auch getroffen: Selma Jacobs nebst ex-Candygirl Skippy (Foto 3). Auch mal wieder schön, weil ebenfalls lange nicht gesehen. Danach ging es noch auf einen Absacker ins NA UND? – hier ein Schnappschuss mit Sven, mir und Bilel (Foto 4). Nächsten Monat kommt dann die Krawallschachtel, die Pink und der Schwejk. Wir sehen uns überall. Bis zum nächsten Mal, Euer Frank Sofas von Signet www.moebel-design-frankfurt.de Möbel+Design Leipziger Str. 5 60487 Frankfurt Mo–Fr 10–19 Uhr Sa 10–17 Uhr Tel. 069/773615

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