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gab August 2021

38 KULTUR FOTO: BARBARA

38 KULTUR FOTO: BARBARA AUMÜLLER OPER Eine märchenhafte Spielzeit Der Ausblick auf das überbordende Programm der Saison 2021/22 zeigt, dass die Oper Frankfurt ihrem Ruf als international renommiertes Musiktheater der Spitzenklasse gerecht zu bleiben gedenkt. Gerade Fans des Phantastischen werden auf ihre Kosten kommen, denn auffallend ist die Vielzahl an Werken mit Märchenund Zaubermotiven. Unter den Premieren finden sich die pandemiebedingt verschobenen Produktionen von Rossinis virtuoser Oper „Bianca e Falliero“ und Umberto Giordanos Romantikthriller „Fedora“, zudem nach 20 Jahren eine neue „Madama Butterfly“ in der Regie des New Yorkers R. B. Schlather mit Heather Engebretson als Cio-Cio-San. Der sich der Vollendung nähernde Benjamin Britten-Zyklus nimmt sich mit der Vertonung des Shakespear‘schen „Midsummer Night‘s Dream“ eines magischen Stoffes an, dessen Realisierung durch Brigitte Fassbaender mit Spannung erwartet wird. Zu Britten als Liebling der queeren Opern- Community gesellt sich auch Richard Strauss, dessen außerordentliches Schaffen nicht nur durch die Wiederaufnahme der nach der Premiere ausgefallenen „Salome“- Inszenierung Barrie Koskys vertreten ist, sondern auch durch sein Monumentalwerk „Die Frau ohne Schatten“. Das symbolistische Märchen gab in seiner Komplexität und Epik nicht nur dem Komponisten Rätsel auf. Die Aufführungen gleichen einem Kraftakt an das Sänger*innenensemble und das (hoffentlich rechtzeitig wieder in voller Größe spielen dürfende) 120-köpfige Orchester. *mas www.oper-frankfurt.de Die komplette Vorschau zur Oper Frankfurt gibt’s auf www.männer.media/ regional/gab FOTO: MARTIN KAUFHOLD FOTO: BIRGIT HUPFELD ENGLISH THEATRE „Back to Live“ THEATER Schauspiel Frankfurt Das Programm am Schauspiel Frankfurt kreist wieder um aktuelle Themen der Zeit und zeigt erneut, dass man dafür auch Klassiker heranziehen kann. Beispielhaft ist da gleich schon der September: „Öl“ nach einem Roman von Upton Sinclair thematisiert die Gier nach Macht und Geld unter Ausbeutung der Natur. Auch Kleists „Michael Kohlhaas“ passt in unsere Zeit – Selbstjustiz um jeden Preis, auch wenn die ganze Welt daran zugrunde geht. Spannend wird das Coming-of-Age-Stück „Liberté Oh No No No“ von Anja Hilling mit der Frage nach dem eigenen Willen. Eine Tochter aus gutem Haus plant ihr Leben und bildet ihre Identität. Doch sind die Ideen, die sie hat, wirklich ihre eigenen? Wie fremdbestimmt sind unsere Entscheidungen, welche Grenzen bestimmen unser Dasein, unser Geschlecht und unser Begehren? Die Antworten gibt’s erst im kommenden Jahr – die Premiere von „Liberté Oh No No No“ ist für den 14. Januar 2022 geplant. *bjö www.schauspielfrankfurt.de Nach einer wie in den meisten Theatern unfreiwillig spielfreien Saison startet Daniel Nicolai und das Team des English Theatre voller Zuversicht in den Herbst – Back to Live-Entertainment. Das Season-Motto „Devious, deadly & slightly offensive“ verspricht spannende Theaterabende, die aber auch, entgegen des Endlich zu sehen: Das bereits für die vergangene Saison fertig geprobte Stück „Secret Life of Humans“ soll in dieser Saison endlich gezeigt werden. ernst klingenden Titels, Entertainment und Entspannung bringen. Den Auftakt gibt im September die Bühnenfassung des Erfolgsromans „The Girl on the Train“ als Deutschlandpremiere, inszeniert von Psyche Stott, die für das English Theatre 2019 bereits den Ökothriller „The Children“ in Szene setzte. Schenkelklopfer à la Monty Python verspricht ab Oktober Mel Brooks beißende Horror-Comedy-Show „Young Frankenstein“, eine schrille Parodie auf das gesamte Musical- und Horrorgenre. Regie führt Derek Anderson („Hand to God“, „Sweeney Todd“). Weitere Tipps: Das für die vergangene Saison bereits fertig geprobte Stück „Secret Life of Humans“, „American Son“, ein Drama um alltäglichen Rassismus in den USA und die schwarze Komödie „The Totalitarians“, eine Parodie auf amerikanische Wahlkampfmethoden und skrupellose Karrieresucht – allerdings humorvoll in Szene gesetzt. *bjö The English Theatre, Gallusanlage 7, Frankfurt, der Vorverkauf startet am 1. August, www.english-theatre.de

KONZERT Auf der Sommerwiese In der Reihe „Melodiva Club Concerts“ präsentiert das Frauen Musik Büro drei Künstlerinnen aus der Region, die im Vorprogramm auf das Konzert der Sängerin Alice Phoebe Lou einstimmen. KULTUR FOTO: SIMON HEGENBERG 39 FOTO: ISABEL HERZOG Mine „Romie“ heißt das Frankfurter Singer-Songwriterinnen-Duo von Paula Stenger und Jule Heidmann, die ihren 60s-Folksound mit Harmoniegesang neuerdings mit E-Gitarre und E-Bass verstärken. Der E-Bass ist auch das Hauptinstrument von Laura Fink alias Finkbass, die in ihren funky Songs beweist, dass der Bass hier mehr als ein reines Rhythmusund Begleitinstrument ist. Alice Phoebe Lou hat früher vermieden über Liebe zu singen – zu trivial, dachte sie. Ihr neues Album „Glow“ „strömte einfach aus meinem Herzen und es gab kein Halten mehr für die liebestolle Natur der Songs“, sagt Alice; zwischen den Liebessongs verstecken sich dann die ein oder andere Punk- und Grunge-Nummer. *bjö 8.8., Sommerwiese an der Jahrhunderthalle, Pfaffenwiese 301, Frankfurt-Höchst, 18 Uhr Finkbass, 19 Uhr Romie, 20 Uhr Alice Phoebe Lou, Tickets über www.sommerwiese.net Finkbass DARMSTADT Endlich wieder Live-Musik! Die Centralstation, Darmstadts Konzertlocation für Pop- und Rockmusik, präsentiert mit dem Festival „Endlich Open Air“ 10 Konzerte, die auf dem Messplatz in Darmstadt stattfinden. Wie immer beweist das Centralstation-Team ein gutes Händchen bei der Auswahl der Acts. Am 1. August zum Beispiel ist die wandelnde Herrentorte Helge Schneider zu Gast. Der Autokinokonzert-Verweigerer zeigt sein Programm „Let’s lach“ mit einer Sammlung von einzigartigen Eigenkompositionen, die musikalisch anspruchsvoll zwischen Jazz und Swing pendeln und zugleich von unvergleichlich skurril-albernen Humor umspült werden. Gefühlvoller ist Sängerin MINE: Mit dunklen Streichern und bedrohlichen Trommeln startet ihr zweites Album „Hinüber“, das den Erfolg ihres Albums „Klebstoff“ fortsetzen wird. „Die Liebe zum Musikmachen und auch die Euphorie waren noch ein wenig krasser als sonst“, sagt Jasmin Stocker alias MINE. Nicht nur die Texte und die Musik stammen von ihr, sie produziert auch selbst. Live zu sehen am 4. August. *bjö 30.7. – 8.8., Endlich Open Air, Centralstation auf dem Messplatz, Darmstadt, www.endlichopenair.de interiors stimpert fotografie

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.