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gab August 2021

32 KULTUR FOTOS: JÖRG

32 KULTUR FOTOS: JÖRG BAUMANN THEATER ZU EHREN DES GOTTES DER EKSTASE Szene aus „Dionysos Stadt Open Air“ Ende Juli startet das Programm im „Sommerbau“, dem temporären Freilicht-Logentheater von Mousonturm und Frankfurt LAB, das am Kaiserleikreisel errichtet wurde. 350 Besucher*innen finden im Sommerbau coronagerecht Platz, in Zweierlogen auf den drei Etagen einer nach oben offenen Gerüstkonstruktion aus Eisenrohren und MDF-Platten. Gespielt wird im Zentrum des Sommerbaus, in einer über 25 Meter durchmessenden Arena. Vielleicht weil der Sommerbau ein bisschen an ein römisches Amphitheater erinnert, bringt der Mousonturm als Auftakt die „Großen Frankfurter Dionysien in Offenbach“ in die Arena; ein aus drei künstlerischen Veranstaltungen sowie vier „Bevölkerungsversammlungen“ bestehendes Mini- Festival rund um die Debatte, wie Leben nach Corona aussehen könnte. In der Antike galten die „Großen Dionysien“ als wichtigstes Theaterfest Athens – zu Ehren Dionysos, dem Gott der Ekstase, des Rausches, der Verwandlung und des Weins. Passend wird also in Offenbach ab dem 31. Juli das „Dionysos Stadt Open Air“ gegeben, ein umjubeltes Stück von Christopher Rüpling aus den Münchner Kammerspielen, das hier in der Frankfurt- Version aufgeführt wird und fast zehn Stunden (!) dauert. Im September kann man sich übrigens schon mal auf Tanz im Sommerbau freuen: Die Dresden Frankfurt Dance Company zeigt „Traces“, eine Performance-Installation, an der fünf Ensemblemitglieder gemeinsam gearbeitet haben. Sommerbau, Kaiserleipromenade, Offenbach, Infos und Tickets über www.sommerbau.net OPER So sanft wie Du FOTO: MARTIN PUDENZ Kaum eine andere Musikepoche hat es so gut verstanden, die Höhen und Tiefen der Liebe in lyrisch-erhabenen Sprachbildern auszuloten wie das Barock. In den metaphorischen Texten von Pietro Metastasio und denen seiner Zeitgenossen liegen Erbauung und Erschütterung der Seele oft nah beieinander und rührten, gekleidet in die virtuosen Gesangslinien Händels, Vivaldis, Glucks und all der halbvergessenen Komponisten, schon vor dreihundert Jahren das Publikum zu Tränen. Die Kammeroper Frankfurt fängt diese „Färbungen der Liebe“ in ihrer diesjährigen Sommerproduktion im Musikpavillon des Palmengartens ein, in Form des szenischen Pastriccios „So sanft wie Du“, das vom musikalischen Leiter Daniel Stratievsky und Kammeroper-Intendant Rainer Pudenz zusammengestellt wurde. Auf der Bühne wird das versammelte Ensemble zu erleben sein, unter anderem die Publikumslieblinge Ingrid ElSigai, Annette Fischer, Timon Führ und Thomas Peter. *mas 4.8., Orchestermuschel im Palmengarten, Palmengartenstr. 11, Frankfurt, 20 Uhr, weitere Vorstellungen: 6., 7., 11., 13., 14.8., jeweils 20 Uhr, www.kammeroper-frankfurt.de

AUSSTELLUNG DRESS CODE Das Spiel mit der Mode KULTUR 33 FOTOS: LAURIN SCHMID, 2021 Ausstellungsansicht, © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH Jugendkultur beeinflusst Mode und Dresscodes wie die Halbstarken und Rocker der 1950er, Ausstellungsansicht, © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH Die Ausstellung „Dress Code – das Spiel mit der Mode“, die noch bis 21. September in der Bundeskunsthalle Bonn zu sehen ist, dokumentiert und hinterfragt den Umgang mit Kleiderordnungen und tradierten Bekleidungscodes. Kleider machen Leute. Das galt vor allem bis ins 18. Jahrhundert mit seinen strengen gesetzlichen Kleidervorschriften zur Unterscheidung der gesellschaftlichen Stände. Erst später begann man, Kleidung als Ausdruck der eigenen Individualität zu sehen. Trotzdem gibt es bis heute immer noch bestimmte, oftmals unausgesprochene Codes für Bekleidung: Dresscodes gelten für festliche Abendveranstaltungen aber auch in Klubs und Diskotheken, wo sich an der Tür entscheidet, ob man zum auserwählten Kreis der Gäste gehört oder eben nicht. Insbesondere die Jugendkultur hat schon immer Kleidungsstile und -codes entwickelt, die als textiler Widerstand gegen die Erwachsenenwelt oder sogar antikapitalistisch gesehen werden konnten. Ironischerweise werden gerade diese Strömungen immer schneller vom Mainstream und der Modeindustrie adaptiert und Individualität sowie Authentizität wieder ausgehöhlt – warum sonst hat man so oft das Gefühl, dass alle sogenannten Individualisten gleich aussehen? Oder warum verheißt in der Fetisch- Szene lediglich eine bestimmte Bomberjackenmarke kernige Männlichkeit? Die Ausstellung „Dress Code – das Spiel mit der Mode“ dokumentiert die Entwicklung von Bekleidungscodes und wagt sich dabei spielerisch auch an Begriffe wie Markenfetischismus, Individualismus und Konformität. Gezeigt werden Entwürfe von Designern wie Giorgio Armani, Chanel oder Burberry, aber auch Avantgarde-Designer wie Comme des Garçons oder Jun Takahashis Label „Undercover“. Die Kleider treten mit zeitgenössischer Kunst in den Dialog: Jürgen Teller ist für seine betont nicht inszenierte Modefotografie bekannt, Hans Eikjelboom fotografiert seit den 90ern Kleidung an Menschen in Einkaufsstraßen, und Tom Sachs kommentiert den Markenwahn mit seinem „Prada Valuemeal“ – einem Tablet mit Fast-Food-Geschirr, alles versehen mit dem Logo des italienischen Modelabels. *bjö Noch bis 21. September, Bundeskunsthalle, Helmut-Kohl-Allee 4, Bonn, www.bundeskunsthalle.de Premiumhändler von WITTMANN MÖBELWERKSTÄTTEN Berliner Straße 26 60311 Frankfurt am Main Tel. 069 69 71 86 93 info@p22interior.design www.p22interior.design p22_interior_design

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