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gab August 2021

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10 FRANKFURT FOTO: BELINDA FEWINGS, UNSPLASH.COM, GEMEINFREI LA VILLA Drei Jahre Safe House für queere Geflüchtete Seit drei Jahren gibt es in Frankfurt das Safe House „La Villa“. Der Standort ist geheim – aus gutem Grund: Hier sind Geflüchtete untergebracht, die aufgrund ihrer Homosexualität in ihren Heimatländern gewalttätig verfolgt wurden und daher ihr Land verlassen haben. „La Villa“ bietet eine echte Zuflucht, denn die Verfolgung von queeren Geflüchteten endet in der Regel nicht mit ihrer Ankunft in Deutschland: Die Erfahrung hat gezeigt, dass sie in den allgemeinen Gemeinschaftsunterkünften weiterhin verbaler, psychischer und physischer Gewalt ihrer Landsleute ausgesetzt sind – Beleidigungen, Ausgrenzung und in besonders schlimmen Fällen auch Vergewaltigungen, Freiheitsberaubung oder Messerattacken geschehen. Bis zur Entscheidung im Asylverfahren müssen Geflüchtete in den Erstaufnahmeeinrichtungen leben – bei einer Verfahrensdauer von mitunter länger als einem Jahr ist die Situation insbesondere für queere Geflüchtete mehr als belastend. In Hessen war man sich Dank der ehrenamtlichen Arbeit des Vereins Rainbow Refugees (heute Rainbow Refugee Support bei der AIDS-Hilfe Hessen) schnell dieses Problems bewusst: „Wir haben schon relativ früh gefordert, dass queere Geflüchtete – wenn sie es wollten – in den Gemeinschaftsunterkünften zusammen untergebracht werden“, erklärt Knud Wechterstein, Koordinator für LSBT*IQ-Geflüchtete bei der AHF. „Es gibt daher in der Gießener Erstaufnahme (der größten Hessens, Anm.d.Red.) einen Bereich, wo queere Geflüchtete gemeinsam leben. Eine gute Sache, denn wenn man gemeinsam lebt, kann man sich gegenseitig schützen und unterstützen“, so Wechterstein weiter. „Das führt unter anderem auch dazu, dass queere Geflüchtete sich outen und den Zugang zu unserem Beratungsnetzwerk finden“. Die Stadt Frankfurt hat im Frühjahr 2018 unter der Regie von Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld in Zusammenarbeit mit der AHF und den Rainbow Refugees außer dem Beratungsnetzwerk das erste Safe House Frankfurts für queere Geflüchtete eröffnet. Die Einrichtung ist eine der wenigen Deutschlands. Bis zu 20 Bewohner*innen finden im Safe House Platz, werden von zwei Sozialarbeiter*innen und einer studentischen Kraft betreut und in sozialrechtlichen Belangen unterstützt – mit dem Ziel, sie in ihrer Selbstständigkeit zu fördern, eigenständig zu wohnen und eine Ausbildung oder Arbeit zu finden. Seit drei Jahren funktioniert das Konzept des Safe House „La Villa“ sehr gut: Queere Geflüchtete finden hier meist zum ersten Mal einen Ort, an dem sie zur Ruhe kommen können und vor allem sich nicht mehr verstecken müssen. Der 27-jährige Amir aus dem Iran kam 2019 ins Safe House und beschreibt in einer Nachricht an die Betreuer*innen seine Erfahrungen: „Gestern hatte ich ein neues und seltsames Gefühl. (…) Ich habe mich gefreut, einfach weil ich mit anderen sprechen konnte. (…) In meinem Land konnte ich das nicht. Ich hatte Angst auf Partys zu gehen, neue Freunde kennen zu lernen und musste mich meine Gefühle und meine Persönlichkeit immer verstecken. (…) Niemand durfte von meiner sexuellen Orientierung wissen, selbst meine Eltern nicht, weil man ansonsten im Gefängnis landet oder exekutiert wird. (…) Es ist ein sehr besonderes Gefühl, wenn man sich frei fühlt und sich zeigen kann. (…) Ich fühle mich besser jetzt. Vielen Dank dafür“. Amir lebt jetzt nach seinem Asylverfahren in Berlin und macht dort eine Ausbildung zur Pflegefachkraft. Einen Partner hat er ebenfalls gefunden. Auch ein ganz anderes Beispiel zeigt, welchen Wert das Safe House für die Bewohner*innen ausmacht: Der Name „La Villa“ stammt von den ersten Bewohner*innen des Safe House, die sich hier frei und großzügig wie in einer Villa untergebracht fühlten – und ihre Unterkunft kurzerhand „La Villa“ tauften. Der Name wurde als offizieller Name des Safe Houses übernommen. *bjö Kontakt zum Rainbow Refugee Support über www.frankfurt-aidshilfe.de unter dem Stichwort LSBTIQ+- Geflüchtetenarbeit

20.8. BIS 11.9.2021 ROSSMARKT FRANKFURT GRÜNE SOSSE FESTIVAL • DIE KÄS DIE SCHMIERE • PAPAGENO MUSIKTHEATER Fr 20.08. Grüne Soße Festival - zu Gast: Bodo Bach Sa 21.08. „Die Käs“ präsentiert: Sven Hieronymus So 22.08. „Die Käs“ präsentiert: Die Schwerdtfegers Mo 23.08. Nicolai Friedrich - Mentalmagie Di 24.08 Slam Royal - Poetry Slam, Moderation Jan Coenig Mi 25.08. Maddin Schneider - Comedy Do 26.08. Papageno Musiktheater: Ein Sommernachtskonzert Fr 27.08. “Die Käs“ präsentiert: Andy Ost Sa 28.08. “Die Schmiere“: Ein Strauß voller Narzissten So 29.08. “Die Schmiere“: Ein Strauß voller Narzissten Mo 30.08. Grüne Soße Festival - zu Gast: Bäppi Di 31.08. Grüne Soße Festival - zu Gast: Johannes Scherer Beginn der Abendshows 20.00 Uhr — Mi 01.09. Grüne Soße Festival - zu Gast: Sabine Fischmann & Ali Neander Do 02.09. Frank Fischer - Comedy Fr 03.09. Papageno Musiktheater: Ein Sommernachtskonzert Sa 04.09. Mirja Regensburg - Comedy So 05.09. Kick La Luna - Ethno Pop Mo 06.09. Banjoory - Reggaestyle and more Di 07.09. Slam Royal - Poetry Slam, Moderation Jan Coenig Mi 08.09. “Die Schmiere“: Ein Strauß voller Narzissten Do 09.09. Grüne Soße Festival - zu Gast: Chin Meyer Fr 10.09. Grüne Soße Festival - zu Gast: U-Bahn Kontrollöre in tiefgefrorenen Frauenkleidern Sa 11.09. Grüne Soße Festival - zu Gast: Gayle Tufts Einlass ab 19.00 Uhr Kinderprogramm Papageno Musiktheater: Pippi Langstrumpf Termine: 21.08./22.08./26.08./27.08./28.08./ 02.09./03.09./04.09. Beginn: 16.00 Uhr – Einlass ab 15.30 Uhr Sonntags Matinee 22.08. – 11.00 Uhr Ins Bunte - Gottesdienst mit der Band Habakuk 29.08. – 11.00 Uhr Junior Band & Voices des Landes Jugend Jazz Orchesters Hessen 05.09. – 11.00 Uhr Jazz Sisters Quartett INS FREIE! TÄGLICH AB 12 UHR MARKT + MUSIK TICKETHOTLINE: 0180 60 50 400 • www.gruene-sosse-festspiele.de Gefördert vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst im Rahmen des Kulturpakets 2 des Landes Hessen und unterstützt durch DIEHL+RITTER/INS FREIE!

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.