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GAB April/Mai 2020

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Das schwul/lesbische Magazin für die Region Rhein Main Neckar und Stuttgart

REISE SPANIENS SCHWULER

REISE SPANIENS SCHWULER SÜDEN COSTA DEL SOL Mit 300 Sonnentagen im Jahr und einer Küste, die sich in der Provinz Málaga über 161 Kilometer entlang des Mittelmeers erstreckt, zählt die Costa del Sol zu den touristischsten Gegenden Spaniens. Neben Gran Canaria und Sitges findet sich dort mit dem kleinen Ort Torremolinos die dritte Hochburg des LGBTIQ*- Tourismus in Spanien – mit einer bewegten Geschichte. FOTO: VISITCOSTADELSOL.COM In Andalusien, im Süden Spaniens, ist die Welt trotz Wirtschaftskrise und hoher Arbeitslosigkeit im Rest des Landes irgendwie noch in Ordnung. An der Costa del Sol scheint die Sonne so konstant und schön wie kaum andernorts in Europa. Málaga ist zwar keineswegs gefeit vor den ökonomischen Problemen, die das Land umtreiben, doch lassen sich die Andalusier die Laune nicht verderben. Mit einer über dreitausendjährigen Geschichte ist Málaga voll von Kultur. Phönizier, Araber und Römer haben hier ihre Spuren hinterlassen, und in der Geburtsstadt von Pablo Picasso kann man hier im 2003 eröffneten Picasso-Museum über 200 Werke des Maler-Genies bewundern. Durch die weltoffene Art der Einwohner sowie die ideale Lage am Meer hat sich eine recht große Szene in Málaga etabliert. Im Stadtzentrum findet man rund um die Plaza de la Merced einige Bars, von denen El Carmen sicher die lohnendste ist. STONEWALL SPANIENS Wem die Szene in Málaga nicht reicht, der setzt sich einfach ins Taxi und ist in einer knappen halben Stunde in Torremolinos, dem wohl schwulsten Ort Andalusiens. In Spaniens Geschichte der LGBTIQ*-Bewegung nimmt die kleine Gasse Pasaje Begoña einen ganz besonderen Platz ein – ähnlich wie der Stonewall-Aufstand in den USA. Torremolinos’ Aufstieg zum Hotspot der LGBTIQ*-Szene begann in den 1960er-Jahren, als man während der Franco-Diktatur versuchte, mehr Offenheit zu zeigen. In dem neben Málaga gelegenen Fischerdorf eröffnete

FOTO: DEREK OWENS / UNSPLASH, FOTOS: DELICEDREAMS.COM GEMEINFREI / CC0 in der Pasaje Begoña mit Toni’s Bar die erste Schwulenbar Spaniens, es folgten Lokale wie das Blue Note oder La Sirena. 2019 wurde die Gasse vom andalusischen Parlament zum historischen Gedenkort und zur Wiege der Freiheit und Rechte der LGBTIQ*-Community erklärt. Nicht nur Schwule, Lesben oder Transsexuelle konnten sich hier einigermaßen frei fühlen. Künstler, Politiker und Intellektuelle aus aller Welt, darunter John Lennon, Brigitte Bardot, Frank Sinatra und Amanda Lear kamen nach Torremolinos, um hier ihren Urlaub zu verbringen. Doch die Freiheit währte nur ein knappes Jahrzehnt. Am 24. Juni 1971 erlebte die Pasaje Begoña eine Razzia durch die Polizei des Franco-Regimes, bei der über hundert Menschen verhaftet wurden. Die meisten Bars wurden geschlossen und das Franco-Regime versuchte mit allen Mitteln, unter anderem mit der Umbenennung der Gasse in Gil Vicente, jede Erinnerung an dieses Kapitel spanischer LGBTIQ*-Geschichte zu tilgen. Was nicht gelang. Heute ist Torremolinos so vital und bunt, dass viele Männer aus aller Herren Länder die Stadt zu ihrer Heimat gemacht haben. Das internationale Publikum aus Touristen und Zugezogenen mischt sich des Nachts mit Einheimischen und Klubbern aus dem Umland – inzwischen im Viertel La Nogalera. Hier, wo ein Klub an den anderen anschließt und man im besten Falle von einer Bar in die nächste fällt, ist eigentlich immer etwas los. Tagsüber zieht es die Urlauber an die Strände wie El Banjondillo mit den beliebten schwulen Abschnitten El Gato und Eden Beach oder an den mit vielen Hetero-Beachklubs bestückten Strand Los Alamos. Wer auch bei der Wahl seiner Unterkunft gerne unter Schwulen bleibt, ist im Hotel Ritual sicher gut aufgehoben. Das Haus mit knapp 200 Zimmern ist eines der größten spanischen Gay-Hotels und perfekt für einen Urlaub in Spaniens schwulem Süden. *fj/dax www.uniquespain.travel FOTO: JOHN FORNANDER / UNSPLASH, GEMEINFREI / CC0

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