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GAB April/Mai 2020

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36 GESUNDHEIT MEDIZIN

36 GESUNDHEIT MEDIZIN FOTO: OSKAR KADAKSOO / CC0 Queers und Corona: Das sollte man wissen! In den USA haben über einhundert Organisationen in einem offenen Brief queere Menschen vor einem leichtfertigen Umgang mit COVID-19 gewarnt. Sexuelle Minderheiten sind aus mehreren Gründen anfälliger für eine Infektion mit SARS-CoV-2. Die wichtigsten Besonderheiten sind laut Autoren des Briefes: ■ erhöhter Zigarettenkonsum in der Community ■ höhere Anzahl von Menschen mit vorbelastetem Immunsystem ■ seltenere Arztbesuche aufgrund von Diskriminierungsangst RAUCHEN: ZIGARETTEN GEFÄHRDEN DIE GESUNDHEIT Besonders der erhöhte Zigarettenkonsum in der Community ist besorgniserregend, da sich die durch das Virus SARS-CoV-2 hervorgerufene Lungenerkrankung COVID-19 bei Rauchern als besonders gefährlich erwiesen hat. Der drastisch höhere Tabakkonsum bei Homo-, Bi- und Transsexuellen wurde erst kürzlich einmal mehr in einer Studie der britischen Forschungsorganisation Queer Voices Heard bestätigt. Die Wahrscheinlichkeit, zu Zigaretten zu greifen, sei demnach innerhalb der Community um ganze 46 Prozent höher. Während weniger als die Hälfte der nichtqueeren britischen Bevölkerung Raucher waren oder sind, liegt der Anteil bei erwachsenen Queers bei über 70 Prozent. Außerdem seien laut offenem Brief die Zahlen von Krebserkrankungen und HIV- Infektionen in der Community höher, was dazu führe, dass prozentual mehr Menschen Probleme mit ihrem Immunsystem haben – ein Umstand, der sie anfälliger für das Virus mache. HIV: NOCH IMMER NICHT BEIM TEST GEWESEN? Dr. Sarah Henn, Chefärztin der Whitman- Walker Health (eine Unterzeichnerin des Briefes), erklärte der Zeitung Washington Blade, HIV-Positive seien höchstens einem sehr geringfügig erhöhten Risiko ausgesetzt als andere Menschen – solange eine medikamentöse Behandlung erfolge und die Virenzahl im nicht mehr nachweisbaren Bereich liege. Die Deutsche AIDS-Gesellschaft (DAIG) hat das in einer Stellungnahme vom 12. März ähnlich formuliert: „Bisher gibt es keinen Hinweis auf eine erhöhte Infektionsrate von Menschen mit HIV gegenüber HIV-negativen Personen.“ Anders ist das bei Menschen mit nicht entdecktem oder nicht behandeltem positivem HIV-Status oder einer Aids-Erkrankung. Die Empfehlung von Beratungsorganisationen wie IWWIT zu Safer Sex ist also auch in Zeiten von Corona eine nachdrückliche: Einmal jährlich zum Check-up auf HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten. Die DAIG empfiehlt, sich strikt an die Hygiene- und Kontaktvermeidungsregeln zu halten und schließt sich der im offenen Brief genannten Vermutungen an: „Sicherheitshalber sollte von der Erhöhung des Risikos eines schweren Verlaufs bei antiretroviral unbehandelten Personen und bei CD4+-Zellen unter 200/µl ausgegangen werden.“ MINORITÄTENSTRESS: DISKRIMINIE- RUNG SCHADET DER GESUNDHEIT Der letzte Risikofaktor, der im Brief genannt wird, ist gesellschaftlicher Natur: Durch Diskriminierungserfahrungen und Angst, sich vor medizinischem Fachpersonal outen zu müssen, falle queeren Menschen der Weg zum Arzt schwerer. Besonders ältere Mitglieder der Community würden dem Gesundheitssystem, aber auch Hilfsangeboten wie Essenslieferungen und Seniorenzentren, aus Angst vor Diskriminierung kritisch gegenüberstehen und dadurch stärker vereinsamen. Dies sei angesichts der Sterblichkeitsrate von älteren Menschen durch das Virus ein besonders großes Problem für die Queer-Community. Die Autoren schließen: „Als LGBTQ+-Gemeinschafts- und Gesundheitsführung bieten die unterzeichnenden Organisationen an, Seite an Seite mit der Führung im Gesundheitswesen zu stehen, um sicherzustellen, dass wir aus der Geschichte lernen und nicht zulassen, dass eine Bevölkerungsgruppe unverhältnismäßig stark von einem Virus betroffen oder weiter stigmatisiert wird.“ Der Brief macht deutlich: Es ist wichtig, dass queere Menschen um das Risiko wissen, dem sie ausgesetzt sind. Nur wer die Einzelheiten kennt, kann sich angemessen schützen. *lm/ck

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