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gab April 2021

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4 FRANKFURT Kolumne

4 FRANKFURT Kolumne ILLUSTRATION: JANIS CIMBULIS FOTOS: BJÖ Im Jahr 1776 machte der Philosoph Jean-Jacques Rousseau einen Spaziergang durch die abgeernteten, menschenleeren Weinberge und Felder vor Paris. Beeindruckt durch den Anblick der Verlassenheit schrieb er: „Der Anblick bot eine Mischung aus schönen und traurigen Eindrücken, die meinem Alter und meinem Schicksal so sehr entsprach, dass ich ihn geradezu auf mich beziehen musste“. Diese Zeilen kamen mir in den Sinn, als ich unlängst maskiert und zu allem und jedem eine Armeslänge Abstand wahrend mit einem Freund durch die Straßen und Gassen der queeren Szene in der Frankfurter Innenstadt flanierte. Die Stationen unseres sonst leutseligen Bar-Hoppings fanden wir erwartungsgemäß mit herabgelassenen und vom Straßenstaub bedeckten Rollläden vor. Doch entlang unserer üblichen Pfade durch das schwule Bermuda-Dreieck begegneten uns immer wieder die Menschen, die unsere Szene so liebenswert machen. Schnell waren die wenigen Neuigkeiten ausgetauscht und man lachte gemeinsam. Auch Rousseau ergab sich nicht in Missmut angesichts des von seiner Umgebung dargebotenen Bildes der Einsamkeit. Vielmehr erzeugte sie eine neue Bezogenheit zu sich selbst, Selbstgenuss und einen Verstärker seiner Emotionen, so dass er notierte: „Die Quelle des wahren Glücks, so lernte ich durch eigene Erfahrung, liegt in uns selber; und keine Macht der Welt vermag es, jemanden elend zu machen, der glücklich sein will und weiß, wie er es wird“ … ... weiterlesen auf www. männer.media/regional/gab Andreas, wie seid ihr an die CSD- Planung 2021 rangegangen? Ja, wir haben wirklich lange hin und her überlegt, was wir in diesem Jahr machen werden. Einen konkreten Termin hatten wir ja schon offiziell festgelegt, vom 16. bis 18. Juli … Aber wir haben jede Woche die neuen Höchststände der Corona-Zahlen gesehen, und jede Woche kamen Absagen oder Verschiebungen von Festen, Veranstaltungen und Events. Also haben wir nach einer recht kurzen Diskussion entschieden, es dieses Jahr nochmal so ähnlich zu machen wie letztes Jahr. FOTO: GERLACH COMMUNITY CSD Frankfurt 2020 – Kundgebung auf dem Römerberg PLÄNE FÜR DEN CSD FRANKFURT Das Team des CSD Frankfurt hat getagt: 2021 wird ähnlich wie im vergangenen Jahr eine kleine Version des Communityfestes geplant, mit einer Kundgebung auf dem Römerberg und einem Demonstrationszug durch die Innenstadt. Zusätzlich wird aber auch über ein CSD-Fest im Herbst nachgedacht. Einzelheiten erklärt Andreas Gerlach, der neue Sprecher des CSD Frankfurt, im Gespräch mit GAB. *bjö Das wird viele erst mal enttäuschen. Aber wir leben ja nicht im luftleeren Raum. Corona bestimmt aktuell unser Leben, da kann man als CSD nicht die Verantwortung übernehmen, plötzlich ein Superspreader-Event zu werden. Und ganz ehrlich – vermutlich würden wir die Veranstaltung in der üblichen Größe gar nicht genehmigt bekommen, aus verständlichen Gründen. Weder die Stadt will unsere Besucherinnen und Besucher gefährden, und wir als CSD-Verein erst recht nicht. Das heißt konkret: Es soll am 17. Juli, am CSD-Samstag, eine Kundgebung auf dem Römerberg geben, die Regenbogenflagge soll gehisst werden, es soll kleine Reden geben, aber auch wieder die traditionelle Schweigeminute für die an Aids verstorbenen Frankfurterinnen und Frankfurter. Wir planen auch ein ganz kleines Rahmenprogramm, also vielleicht ein oder zwei Musikstücke von lokalen Künstlerinnen und Künstlern. Die Planung dafür liegt beim Künstlerteam. Und anschließend soll es wieder einen Demonstrationszug durch die Innenstadt geben. Aber anders als letztes Jahr gilt: Keine Autos, keine Fahrräder. Wir wollen das dieses Jahr rein mit Fußgruppen umsetzen. Und es soll wieder ein Motto geben. Wir haben die Regenbogencrew gebeten, uns dabei zu helfen. Die ist jetzt fleißig und sammelt Ideen. Das steht aber noch ganz am Anfang, da kann man noch keine Tendenz sagen, wohin die Mottoreise geht.

Welche Erfahrungen aus dem vergangen Jahr nehmt ihr mit in eure Planung? Also, wir wussten im letzten Jahr ja nicht, wie das alles funktionieren soll. Aber wir waren begeistert von der Resonanz. Die Stadt hat uns da auch keine Steine in den Weg gelegt. Damals waren ja die Kritiker der Corona-Maßnahmen fast jedes Wochenende mit ihren Demos in der Stadt zu sehen, deshalb hatten wir strenge Auflagen. In der Pandemie mit dem gebührenden Abstand ist auch der Römer nur für eine bestimmte Anzahl Menschen ausgelegt. Aber das hat super funktioniert. Ein bisschen kritisiert wurden wir beim Demozug für die Fokussierung auf das Auto, aber wie gesagt – ein Auto war für uns die beste Variante für die Einhaltung der Corona-Auflagen. Inzwischen haben wir uns aber wohl alle an Abstand und Maskenpflicht gewöhnt. Deshalb denken wir, dass dieses Jahr Fußgruppen gut zu handhaben sind. Kannst du schon etwas zu den Plänen des CSD-Festes im Herbst sagen? Ja, es gibt da einige Optionen. Aber eben kleiner als üblich. Die CSDs um uns herum machen es ähnlich und verschieben momentan alles in den Frühherbst, Richtung September. Der Berliner CSD hat in seiner Mitteilung geschrieben, dass erstmal ein Termin festgelegt worden ist und falls die Corona-Lage weiter schlecht bleibt, dann ist das Fest schnell abgesagt. Wir wollten eher auf Nummer sicher gehen – deshalb der Termin am 17. Juli; da hätten wir ohnehin die Kundgebung und den Demonstrationszug gehabt und zeigen damit unsere Präsenz. Wir sind da! Aber die Infostraße und das große Bühnenprogramm – das müssen wir dieses Jahr eine Nummer kleiner machen. Es gibt wie gesagt einige Optionen, die wir diskutieren. Eine Möglichkeit wäre, den Roßmarkt zu bespielen. Wir denken aber auch an eine Kooperation mit anderen LGBT-Veranstaltungen – da wäre zum Beispiel der „Lauf für mehr Zeit“ auf dem Opernplatz. Aber das sind alles noch Pläne im Kopf. Die Behörden müssen mitspielen. Falls es noch Beschränkungen gibt, müssten wir das irgendwie über Einlasssysteme kontrollieren können. Das ist natürlich gerade bei LGBT-Menschen ein heikles Thema. Da wird noch viel diskutiert werden. Ich denke, im Juni, spätestens im Juli zur CSD-Kundgebung auf dem Römer werden wir konkret sagen können, was möglich ist und was nicht. Du bist der neue Pressesprecher des CSD – erzähl ein bisschen über dich! Ich bin jetzt seit zwei Jahren im CSD- Vorstand und bisher zuständig vor allem für die Grafik. Ich war auch schon im Team mit Joachim Letschert, dem langjährigen Pressesprecher. Und weil Jo einfach auch mal wieder was anderes machen wollte – zum Beispiel seine geliebte Schauspielerei – hat er sein Amt aufgegeben. Das sind ganz schön große Schuhe, in die ich da geschlüpft bin. Jo war das Gesicht des CSD und mal sehen, ob mir das auch gelingt. Mit dem CSD hatte ich in den Jahren vor meinem Engagement im Vorstand schon zu tun. Ich bin auch im Vorstand von radioSUB, dem schwul-lesbischen Radio hier in Frankfurt. Und das großartige radioSUB-Team hat Jahr für Jahr vom CSD berichtet, die letzten Jahre dank neuer Technik auch per Liveübertragung von der Demonstration, aber auch mit Diskussionsrunden auf der Kulturbühne in der Infostraße. Jetzt so direkt im, na sagen wir mal, „Machtzentrum“ des CSD Frankfurt zu stehen, ist sehr spannend. Wenn man nur über die Konstablerwache spaziert und die Veranstaltung von außen betrachtet, ist alles ganz einfach. Wie immer zeigt der Blick hinter die Kulissen, dass diese Leichtigkeit so einer Veranstaltung harte Arbeit ist – mit einem super Team, dass das alles noch nebenbei ehrenamtlich macht. Ich mache jetzt seit 1997 radioSUB, also 24 Jahre. Ich bin jetzt 51, vielleicht schaffe ich ja noch 24 Jahre CSD Frankfurt e.V. (lacht). 17.7., CSD Frankfurt, Kundgebung auf dem Römerberg mit anschließendem Demozug zu Fuß durch die Innenstadt, mehr Infos über www.csd-frankfurt.de 1) Alle 11 Minuten verliebt sich ein Single über Jetzt parshippen 1) Hochrechnung aus Nutzerbefragung 2016, Deutschland

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.