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32 BÜHNE FABIAN HART im

32 BÜHNE FABIAN HART im Talk mit Sven Lehmann NETZKULTUR Schwulsein und Männlichkeit in der Politik, immer noch zwei Themen, die provozieren. Der Bundestagsabgeordnete und Sprecher für Queerpolitik der GRÜNEN sprach mit dem VOGUE-Kolumnisten und Podcaster Fabian Hart unter anderem darüber. Und für uns nahm sich Fabian Zeit für einen Chat. FOTO: SELBSTPORTRÄT Worin besteht die Kunst, mit einem Politiker über Ernstes unterhaltsam zu plaudern? Ein konkretes Thema hilft dabei, und das ist im Falle von „Zart Bleiben“ eben Männlichkeiten. Wir alle sind geprägt von Geschlechterrollen und geschlechtsspezifischen Zuschreibungen und entweder damit beschäftigt, sie einzuhalten oder uns von ihnen zu lösen. Gerade Politiker repräsentieren ein sehr klassisches Männerbild, das sich vom Anzug bis zur Rhetorik bis zur Faust aufs Rednerpult etabliert hat – und durch die Tatsache, dass die Menschen, die in unserer Gesellschaft mehrheitlich Macht ausüben, heterosexuelle, weiße Männer sind. Wie kamst du auf Sven Lehmann als Gast? Sven Lehmann ist Sprecher für Queer- und Sozialpolitik im Bundestag und ich fand es spannend, von ihm zu hören, wie er sich selbst wahrnimmt in dieser „Arena traditioneller Männlichkeit“ – wie er das deutsche Parlament selbst bezeichnet. Ich habe ihn aufgefordert, sich mit Männlichkeit in der Politik auseinanderzusetzen, mit der seiner Kollegen, aber vor allem auch mit seiner eigenen. Inwiefern muss er mitspielen, Teil dieses Männerbundes sein, und inwiefern „gefährdet“ er dieses Machtverhältnis durch seine politischen Schwerpunkte und seine Homosexualität? Immerhin unterdrückt traditionelle Männlichkeit auch homosexuelle Männer … aber nicht nur. Traditionelle Männlichkeit (be)trifft alle … Inwiefern? Traditionelle Männlichkeit trifft uns insofern alle, als dass sie alle Personen unterdrückt. Frauen, aber auch inter, trans und nichtbinäre Menschen – die sich also nicht in dieses „Mann-Frau“-Schema einordnen können oder wollen. Und auch Homosexuelle und Bisexuelle. Vor allem aber schwule Männer, weil homosexuelle Männer traditionelle Männlichkeit per se gefährden. Als Mann beim Sex zum „Gefäß“ werden ist nach traditioneller Männlichkeit das „Sichzur-Frau-Degradieren“. Nicht umsonst wird uns eingebläut: Mann = starkes Geschlecht, Frau = schwaches Geschlecht. Es ist eine Herabsetzung für traditionelle Männlichkeit, als Mann feminin besetzte Eigenschaften zu verkörpern. Das betrifft nicht nur die Sexualität, sondern sich als Mann zu schminken zum Beispiel! Das ist ein Ergebnis des Patriarchats, in dem wir leben, der in unserer Gesellschaft bestehenden Machtstruktur, in der Männern die sozial dominante Stellung zugeschrieben wird. Aber auch Männer mit anderer/anderen Marginalisierung(en) „scheitern“ an traditioneller Männlichkeit. Männer mit Behinderung beispielsweise oder diejenigen, die aufgrund ihrer Größe, Stimme oder Hautfarbe nicht dem traditionellen „Bild von einem Mann“ entsprechen können: groß, muskulös, dominant, heterosexuell und eben auch weiß ... Aber traditionelle Männlichkeit trifft auch Männer, die nach einem klassisch traditionellen Männlichkeitsbild leben und das „Privileg“ haben, diese Voraussetzungen erfüllen zu können: Der Druck auf diese Männer, sich gefälligst auch wie solche zu verhalten, Stärke zu zeigen, Bizeps und Mut zu beweisen, ordentlich was aushalten zu können, alles und alle im Griff zu haben, bedeutet eben zwangsläufig auch, dass Gefühle zulassen, andere Emotionen als Wut und Ärger zeigen und Schwäche zugeben zur Herausforderung werden – oder zum Tabu. Wenn große Jungs nicht weinen dürfen – wohin dann mit der Trauer, Enttäuschung, Angst? Immer der Überlegene sein – wirtschaftlich, körperlich – sexuell, mental –, das kann ja nicht gesund sein. Wie durchlebst du eigentlich gerade die Corona-Pandemie, was hilft dir, was nervt? Ich habe das Glück, dass ich von zu Hause aus arbeiten und mich voll und ganz darauf konzentrieren kann. Wenn ich da an meine Schwester denke, die mit zwei Kids zu Hause sitzt, zwischen ihrem Job und Homeschooling – dann kann ich mich nicht beschweren. Ich nehme auch das Bodily Distancing sehr ernst. Ich wurde sogar schon von Grindr verbannt, weil ich ab und zu mit Jungs geschrieben habe, aber es nie zu einem Treffen kam – weil ich nicht date in der Pandemie. Da müssen mich zwei Personen wohl als „Fake“ gemeldet haben, weil ich wegen „Impersonation“ gesperrt wurde. Schwules Datingverhalten – das ist schon wieder einen eigenen Podcast wert. *Interview: Michael Rädel Hier geht es zum Talk: open.spotify.com/fabianhart

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.