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12 RHEIN-MAIN-NECKAR CSD

12 RHEIN-MAIN-NECKAR CSD DARMSTADT: Raus an die Menschen! FOTOS: BJÖ Der Verein vielbunt organisiert den CSD Darmstadt und bietet noch vieles mehr für die Darmstädter Community. Ein Gespräch mit Christian März aus der vielbunt-CSD-AG und Alexander Arnold, dem ersten Vorsitzenden des Vereins. FOTO: C.MÄRZ Christian März FOTO: JAN BAMBACH Alexander Arnold Welche Pläne hat vielbunt für den CSD 2021 geschmiedet? Christian: Wir haben beschlossen, erst mal das Bestmögliche zu planen, was wir uns für den 21. August erhoffen. Dass wir nicht unbedingt eine After-Show-Party in einem Klub haben werden ist uns allen eigentlich klar, aber wir hoffen natürlich, dass wir draußen an der freien Luft mehr machen können als im vergangenen Jahr. Im Augenblick sind wir darauf angewiesen zu schauen, wie die Entwicklung ist. Irgendwann werden wir an den Punkt kommen, an dem wir entscheiden, was wir möchten. Also, vielleicht sind ja Sachen erlaubt, wo wir uns dann aber fragen, ob das für uns als CSD Darmstadt vertretbar ist, weil wir uns natürlich nicht einem Risiko aussetzen wollen, was uns dann am Ende um die Ohren fliegt. Wie steht der CSD Darmstadt zu einer digitalen Version? Christian: Wir hatten uns das im vergangenen Jahr auch schon überlegt, aber es war nichts für uns. Ich finde es toll, wenn Leute das machen, aber ich finde, es bleibt eher communityintern und geht nicht raus an die Menschen Für einen CSD erreicht es einfach nicht diejenigen Menschen, die wir mit unseren Forderungen erreichen wollen. Daher wollen wir die Demoparade auch in diesem Jahr auf jeden Fall stattfinden lassen. Auch wenn sie vielleicht nur wieder in einem geschlossenen Rahmen wie 2020 stattfinden kann, ist sie immer noch das wichtigste politische Instrument, um in der Stadt Sichtbarkeit zu erzeugen. 2020 haben vielbunt und der CSD Darmstadt ihr 10-jähriges Jubiläum gefeiert. Der Verein hat sich ursprünglich gegründet, um den CSD Darmstadt zu organisieren? Christian: Zum Teil. Es war eigentlich so, dass eine kleine Gruppe von Leuten nach dem Besuch des CSD Frankfurt aus einer Schnapslaune heraus gesagt hat, sowas Geiles brauchen wir auch in Darmstadt. Alex: Und die einzige damalige Szenebar Darmstadts, das „Queer“, hatte gerade geschlossen. Und wir wollten unsere Party im Schlosskeller retten. Es entstand dann aber auch schnell der Gedanke, nicht nur die Party zu retten und einen CSD zu organisieren, sondern mehr zu tun. Nach der Vereinsgründung kamen relativ schnell auch die Beratungsangebote, das Schulprojekt Schlau und die Gruppen. Zum ersten CSD war vielbunt dann schon mehr als die Party und der CSD. Aber so ist dieser Verein gedacht. Damals waren wir knapp 20 Leute, heute haben wir über 300 Mitglieder. 2017 eröffnete das Queere Zentrum in der Oettinger Villa, damit wart ihr Vorbild für viele ähnliche Projekte in der gesamten Region. Alex: Ja, das ist bis heute noch so. Ich bekomme immer noch regelmäßig im Monatsrhythmus Anfragen, wie man ein queeres Zentrum aufbauen kann. Das Zentrum war notwendig, denn wir brauchten eigene Räume, um uns treffen zu können, unsere Angebote machen zu können und auch um alles, was es braucht um diese Arbeit zu tun, irgendwo unterzubringen. Ohne das Queere Zentrum wären wir vielleicht gar nicht so groß geworden wie wir heute sind. Christian: Ich habe damals schon die Jugendgruppe geleitet, und wir hatten Treffen, zu denen bis zu 40 Jugendliche gekommen sind. Für diese Treffen wurden uns immer mal wieder verschiedene Räume von anderen Organisationen zur Verfügung gestellt, und teilweise haben die Leute dann auf dem Boden gesessen, weil es zu

RHEIN-MAIN-NECKAR 13 wenig Platz gab. Wir konnten uns es nie so einrichten, wie wir es gebraucht hätten. Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich immer noch ziemlich begeistert bin, dass das damals überhaupt so geklappt hat. Wie offen die Leute damals waren und gesagt haben, ich komme regelmäßig zur Jugendgruppe, auch wenn ich wieder auf dem Boden sitzen muss. Das Angebot war nötig, und es wurde entsprechend stark angenommen. Wie schaut das Angebot von vielbunt und dem Queeren Zentrum heute aus? Alex: Das aktuelle Angebot ist natürlich etwas eingeschränkt. Der Hauptteil ist nach wie vor die queere Jugendarbeit, dafür bekommen wir ja auch unsere Förderung. Ansonsten gibt es eine schöne Mischform zwischen den verschiedenen Gruppen, zum Beispiel von der Trans*- Gruppe mit ihrem geschützten Raum oder dem Eltern-Kind-Projekt „Kim und Alex“, bis hin zu Kulturveranstaltungen wie Lesungen oder auch mal Quatschveranstaltungen wie das Bullshit-Bingo zu den Wahlen. Bis auf die ausgewiesenen Veranstaltungen der Jugendarbeit und der Gruppen stehen alle Angebote allen offen, unabhängig von Alter, geschlechtlicher Identität oder sexueller Orientierung. Wir schauen, mit welchen Ideen unsere Gruppen auf uns zukommen, wie das zu unserem Verein und zum Zentrum passt – und dann entstehen die Angebote. Es kommt immer wieder Neues dazu: Wir wollten unsere gelegentlichen Barabende regelmäßiger anbieten und in einen gescheiten Rahmen packen – wie wir das bei vielbunt machen, weil wir unsere Sachen immer gut und richtig machen wollen und eben nicht nur so halb. Da hatte sich also gerade eine Gruppe gefunden, die zwei Barabende organisiert hatte – und dann kam Corona. Aber genau diese Gruppe hat dann im Sommer den Queergarten organisiert, was draußen trotz Corona stattfinden konnte. Momentan gibt es den Queergarten sogar digital, er wird aber im Sommer wieder nach draußen gehen. Ein weiteres neues Projekt ist der „Ladies- Talk“, um dem Thema lesbische Sichtbarkeit noch einmal mehr Gewicht zu geben. Oder unser Ü49-Stammtisch, für diejenigen, die abends nicht gerne unterwegs sind. Wir versuchen mit unseren Angeboten niemanden ausschließen. Nur so ist der Verein in den 10 Jahren so groß und vielfältig geworden. Und mit all unseren Gruppen, die ja alle selbstständig arbeiten, ist es selbst jetzt mit Corona manchmal schwierig zu koordinieren, wer was wann und in welchem Raum machen kann. Das zeigt einfach, wie engagiert die Leute hier sind und wie sehr das Zentrum und der Verein gebraucht werden. Ich erinnere mich noch an den ersten Queergarten, da waren wir alle nervös, wie das jetzt mit den Corona-Auflagen wird. Und: Kommt überhaupt jemand oder haben die Leute Angst? Und dann kamen die Leute, natürlich mit Anmeldung, jeder an seinem Tisch, ohne die Tische zu wechseln und so. Und es sind alle gekommen, sie konnten es kaum erwarten und waren so dankbar dieses Gefühl von Community zu haben. Christian: Ja, auch ich wünsche mir, dass wir uns alle wieder auf den CSDs treffen können. Alex: Und wir planen unsere große Geburtstagsfeier einfach zum 11. Geburtstag im November. Mal schauen, wenn es geht natürlich, hoffen wir das Beste! Interview: Björn Berndt Das Queere Zentrum in der Oettinger Villa www.vielbunt.org, www.csd-darmstadt.de Das komplette Interview gibt’s auf www.männer.media/regional/gab PARFUM PARFUM PFLEGE PFLEGE MAKE-UP MAKE-UP SEIT 1919 SEIT 1919 - FAMILIENGEFÜHRT - FAMILIENGEFÜHRT EXKLUSIVE EXKLUSIVE MARKEN MARKEN & & BERATUNG BERATUNG EUER HEADQUARTER OF EUER BEAUTY HEADQUARTER & FRAGRANCE! OF BEAUTY & FRAGRANCE! PARFÜMERIE KOBBERGER - PARFÜMERIE EINZIGARTIG KOBBERGER IN - EINZIGARTIG FRANKFURT! IN FRANKFURT! PARFÜMERIE KOBBERGER THURN-UND-TAXIS-PLATZ 1 TEXTORSTRAßE 7 (SACHSENHAUSEN) 069/281035 PARFÜMERIE ODER KOBBERGER 0152/05969511 THURN-UND-TAXIS-PLATZ KOBBERGER@T-ONLINE.DE 1 TEXTORSTRAßE WWW.KOBBERGER.DE 7 (SACHSENHAUSEN) 069/281035 IG: @PARFUEMERIEKOBBERGER ODER 0152/05969511 KOBBERGER@T-ONLINE.DE FB: PARFÜMERIE KOBBERGER WWW.KOBBERGER.DE IG: @PARFUEMERIEKOBBERGER FB: PARFÜMERIE KOBBERGER

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.