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6 FRANKFURT INTERVIEW

6 FRANKFURT INTERVIEW Pfarrer Nulf Schade-James kämpft für Gleichberechtigung in der Evangelischen Kirche Der Frankfurter Pfarrer der Kirchengemeinde Frieden und Versöhnung Nulf Schade-James hat viel für Homosexuelle in der evangelischen Kirche getan: Durch sein Engagement können heute gleichgeschlechtliche Paare in der evangelischen Kirche getraut werden und homosexuelle Pfarrerinnen und Pfarrer mit ihren Partnerinnen und Partnern offiziell im Pfarrhaus wohnen. Im April liest Nulf Schade-James aus seiner Autobiografie „Gottes Kleid ist bunt – wie ein schwuler Pfarrer die Kirche veränderte“ im Switchboard. Wir haben ihn zum Interview getroffen. „Ich bin da nicht mehr kompromissbereit“ Das ist hart! Ja, ganz schön hart! Aber das müssen sich diese Leute anhören, ich bin da nicht mehr kompromissbereit. Irgendwann habe ich aufgehört, mit ihnen zu diskutieren. Das war eine ganz bewusste Entscheidung, weil die evangelikalen Diskussionen nirgendwo hinführen. FOTO: PRIVAT Kannst du verstehen, dass Leute aus der Kirche austreten? Ja, das kann ich sehr gut verstehen. Ich sage dir ganz ehrlich, wenn ich Katholik wäre, wäre ich aus der Kirche ausgetreten. Ich wäre nicht mal Pfarrer geworden. Allerdings finde ich es traurig, dass wir heute kaum die Chance bekommen zu zeigen, wie sehr sich, besonders die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, verändert hat. Unsere Kirche hat sich gegenüber Schwulen und Lesben geöffnet, eine Trauung ist eine Trauung. Ganz egal wer da vorne am Altar steht, es ist ein Gottesdienst anlässlich einer Eheschließung. Basta! Und Schwule und Lesben können Pfarrer werden, heiraten und Kinder bekommen. Da wünsche ich mir, dass Lesben und Schwule hinschauen und die Veränderungen erkennen! Meine Kirche hat in den vergangenen 20 Jahren wirklich große Schritte zur Gleichberechtigung und Anerkennung von Lesben und Schwulen getan. Eine Sache fehlt noch: Ich wünsche, nein ich fordere ein öffentliches Schuldbekenntnis. Ich fordere meine Kirche auf, öffentlich zu sagen, es tut uns leid! Über Jahrzehnte wurden Schwule und Lesben ausgegrenzt. Ganze Generationen haben sich deshalb abgewandt, viele sich das Leben genommen. Hier hat Kirche Schuld auf sich geladen und hier braucht es das öffentliche Schuldbekenntnis. Am 10. und 11. Mai planst du eine Travestie-Show in deiner Gemeinde im Gallus. Was hat es damit auf sich? Die „Gala der Travestie“ veranstalten wir anlässlich des 50. Jahrestags der Unruhen in der New Yorker Bar Stonewall-Inn. Wir haben im vergangenen Jahr schon einmal eine Travestie-Gala veranstaltet. Sie kam in der Gemeinde sehr gut an, und so entstand die Idee einer weiteren Gala. Mit dabei sind Cristina aus Amsterdam, ihr Pianist Michael Ashton, sowie das Travestie-Cabaret HairCut. Cristina wird auch unseren Gottesdienst am 12.5. musikalisch begleiten. Du hast in der Kirche sehr viel bewegt. Was sagst du heute Leuten, die mit Bibelzitaten gegen Homosexualität argumentieren? Einmal kam eine Frau zu mir und bat um ein Gespräch. Ihr Problem war die Homosexualität und dass das ja Sünde sei. Ich sagte zu ihr: „Stopp, bevor Sie jetzt weiterreden sage ich ihnen ganz ehrlich, dass Sie bei uns nicht an der richtigen Stelle sind. Diese Gemeinde wird niemals davon abweichen, diese Gemeinde heißt Lesben und Schwule willkommen, und ich tue es auch. Ich glaube, Sie müssen sich eine andere Gemeinde suchen“. Du musst also nicht die ganze Welt missionieren? Nein, ich muss nicht die ganze Welt missionieren. Nicht mehr, das wollte ich bestimmt früher mal. Wir Betschwestern, wie wir manchmal von der Community despektierlich genannt wurden, die schwulen Christen also, haben immer auf mehreren Ebenen gekämpft. Auf der einen Seite mussten wir uns mit der ganzen homophoben Theologie auseinandersetzen. Auf der anderen Seite mussten wir uns auch gegenüber der schwulen Community verteidigen und uns die Frage erlauben lassen: „Wieso arbeitet ihr noch für die Kirche?“ •Interview: Björn Berndt Kontakt zu Pfarrer Nulf Schade-James über die Evangelische Kirchengemeinde Frieden und Versöhnung im Gallus, www.friedenundversoehnung.de 4.4., Lesung mit Nulf Schade-James „Gottes Kleid ist bunt – wie ein schwuler Pfarrer die Kirche veränderte“, Switchboard, Alte Gasse 36, Frankfurt, 20 Uhr, www.switchboard-ffm.de Das komplette Interview mit Nulf Schade-James gibt’s unter www.blu.fm/gab

FRANKFURT 7 SAMEN ANDREAS Frühlingsstart im Garten FOTO: BJÖ „Hurra – der Frühling ist da!“ – nicht nur der wintergeplagte urbane Stadtbewohner freut sich über die ersten warmen Sonnenstrahlen, vor allem für Natur- und Gartenfreunde startet jetzt die Hochsaison mit der Aussaat von Blumen, Gemüse und Kräutern. Hochsaison herrscht daher jetzt auch beim Frankfurter Traditionsunternehmen „Samen Andreas“: Die Tische im Staudengarten des Hofs hinterm Ladengeschäft in der Töngesgasse sind voller Gartenkräuter, Blumen- und Gemüsepflänzchen, alles frisch für den Balkon- oder Schrebergarten. Der Tipp vom Geschäftsführer und Gartenprofi Nils Andreas: „Jetzt ist auch die Zeit, den vertrockneten Rasen vom vergangenen Sommer nachzusähen und vor allem zu düngen. Die Rasenwurzeln stecken jetzt voller Kraft, und da kann sich der Rasen gut gegen Unkraut durchsetzen“. Diese und weitere fachliche Tipps gibt’s bei Samen Andreas natürlich immer dazu – damit der Garten blüht und gedeiht. *bjö Samen Andreas, Töngesgasse 27, Frankfurt, www.samen-andreas.de Pflanzen- und Gartenprofi Nils Andreas 31.03. – 16.06.2019 CHIHARU SHIOTA GEDANKENLINIEN MUSEUM SINCLAIR-HAUS Bad Homburg v.d. Höhe Löwengasse 15 www.museum-sinclair-haus.de Eine Institution der Stiftung Nantesbuch gGmbH ÖFFNUNGSZEITEN Dienstag 14–20 Uhr, Mittwoch bis Freitag 14–19 Uhr Samstag, Sonntag und an Feiertagen 10–18 Uhr Montags geschlossen | Ostermontag und Pfingstmontag 10–18 Uhr Chiharu Shiota, Beyond Time, 2019 © VG Bild-Kunst, Bonn, 2019 und die Künstlerin

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