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gab April 2017

14 REGION FOTOS: PAULINA

14 REGION FOTOS: PAULINA KRENZER / PK PHOTOGRAPHY INTERVIEW CHRIS & TAYLOR Mit stimmungsvollen Pop- und Rocksongs und unzähligen Live-Auftritten hat sich „Chris & Taylor“ (Taylor steht für Chris’ Gitarre) seit 2009 einen Namen in der Rhein- Main-Region erarbeitet. Mit „Phönix aus dem Staub“ ist nun sein fünftes Album erschienen, auf dem er zum ersten Mal deutsch singt. Im Interview mit dem GAB Magazin spricht Chris über seinen ungewöhnlichen musikalischen Werdegang, wie man zielstrebig ist und sich dennoch von einigen Dogmen befreit und wie es sich anfühlt, auf der Bühne seelisch die Hosen runter zu lassen. aber für mich war das damals die richtige Entscheidung. Ich wollte einen radikalen Schnitt und als Künstler wachsen. Ich wollte englischsprachige Musik machen, und weil mir klar war, dass wenn ich zu Hause auf der Couch sitzen bleibe sich sowieso nichts tut, habe ich beschlossen, für ein Jahr nach London zu gehen. Ich bin halt ein impulsiver Mensch. In London habe ich dann vor allem Songs geschrieben und das Londoner Leben genossen. Auftritte hatte ich gar keine dort, ich wollte mir einfach ein neues Umfeld schaffen um meine eigenen Songs zu schreiben. Meine Gitarre und ich Kam dir in deiner künstlerischen Entwicklung mal der Gedanke, an einer Casting-Show teilzunehmen? Nein, das wollte ich nie machen! Das ist auch einer der wenigen Punkte, wo ich nicht mit mir reden lasse! Casting-Shows sind für Musiker, insbesondere Sänger, interessant und nützlich, wenn man kurzzeitig auf der Bildfläche erscheinen möchte. Nach einem Jahr ist man damit aber auch schon wieder durch. Vor allem für Künstler, die ihre eigene Musik machen, ist eine Casting-Show keine Alternative. Es ist was es ist, die Nachfrage ist da, aber es ist nicht meins. Chris, deine musikalische Entwicklung ist recht abenteuerlich ... Ja, ich habe recht spät mit der Musik angefangen. Erst mit 15 habe ich Gesangsunterricht genommen und mit 17 Jahren Gitarre spielen begonnen. Dann habe ich das Abi geschmissen, weil ich Musik machen wollte. Ich möchte jetzt niemanden dazu überreden, das gleiche zu tun, Anscheinend hat sich das gelohnt, denn nachdem du zurück gekommen bist, kam der Erfolg gleich mit den ersten beiden Alben ... Ja, zumindest auf regionaler Basis. Aber wenn zum ersten Konzert schon zweihundert Leute kommen, ist das schon mal ein sehr guter Start. 2011 und 2012 ging es dann richtig los ... Dein neues Album ist erstmals deutschsprachig – wie kam es dazu? Schon immer haben mich Freunde oder Manager, mit denen ich mich getroffen habe, gefragt, ob ich nicht deutsch singen möchte. Aber ich wollte damals nicht auf irgendeinen Trend-Zug aufspringen, bloß weil deutsche Texte gerade populär sind. Ganz im Gegenteil: Das hat mich sogar

REGION 15 darin bestärkt, englisch zu singen. Eine gute Freundin, die Musikerin Alin Coen, hat mich schließlich doch überzeugt; sie sagte: ‚Du möchtest mit deinen Songs Geschichten erzählen, aber der Großteil der Leute versteht sie nicht, weil du englisch singst“. O.K.! Als dann selbst mein Freund sagte, dass er einen meiner älteren Songs, den ich neu getextet hatte, erst jetzt verstehen würde, war mir klar, dass das eine gute Entscheidung war. Also, ich meine, er kannte den Song schon seit Jahren, aber versteht erst jetzt, was ich damit sagen will! FRANKFURTS RAUSCHENDE BALLNACHT MIT STARS, LISBET & SENSATIONEN Schirmherrin: Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig Die Texte wirken sehr persönlich und intim ... Ja, das habe ich auch festgestellt (lacht). Es war am Anfang schon komisch auf der Bühne zu stehen und mit einem deutschen Text quasi die Hosen runter zu lassen, weil ihn jeder sofort versteht! Ich möchte da aber auch eine Vielfalt zeigen, und nicht bloß über Liebesgeschichten schreiben. Der Titeltrack „Phönix aus dem Staub“ ist ein solches Beispiel. Es ist mein Plädoyer für mehr Langsamkeit. 2015 habe ich eine musikalische Pause eingelegt. Mit meiner Band hatte ich zwar viele Auftritte, war aber dennoch unzufrieden; wir haben oft auf Festivals, CSDs oder anderen großen Festen gespielt, und da entwickelte sich das Ganze eher in Richtung Partyband, die auch bekannte Songs anderer Künstler als Coverversion gespielt hat. Künstlerisch hat mich das nicht wirklich befriedigt. Daher wollte ich das Ganze ein bisschen ruhen lassen. Es ist wichtig, Sachen Zeit zu geben, um dann mit etwas zu kommen, was eine besondere Qualität hat. Darum geht es in „Phönix aus dem Staub“. 30. April 2017 Einlass 18.15 Uhr - Ballbeginn 19.00 Uhr Westin Grand Hotel Frankfurt Ballsaal & Grand Seven Infos & Karten unter www.ball-pompoes.de Photo © by Thomas Bäppler-Wolf | Designed by www.cleogmbh.de © 2016 Die Single „Teufelssohn“ hat mir am besten gefallen. Ja, ich bin auch recht glücklich damit, auch weil es im Lied um einen Mann geht. Ich habe ja nie einen Hehl aus meinem Schwulsein gemacht, auch bei Auftritten nicht, egal wo es war. In „Teufelssohn“ geht es um einen auf den ersten Blick schönen Mann. Aber mit der Zeit merkt man, dass er nicht gut für einen ist, und es besser ist, das Steuer wieder selbst in die Hand zu nehmen und ganz weit von ihm weg zu segeln. Wie ist es eigentlich so mit Taylor und dir, nach all den Jahren? (lacht) Naja, um ehrlich zu sein habe ich inzwischen drei Taylors! Aber die Original Gitarre gibt’s natürlich auch noch! Mehr Infos zu Chris & Taylor über www.chrisandtaylor.de Chris, Taylor & Friends live am 13.4. in der Wartburg Wiesbaden, Tickets über www.staatstheater-wiesbaden.de

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.