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CHECK OST#2

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HIV Wenn das STIGMA

HIV Wenn das STIGMA schädlicher ist als die Infektion Das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) stellte mit der Deutschen Aidshilfe (DAH) die Forschungsergebnisse der Studie „positive stimmen 2.0“ vor. Die Ergebnisse sind erschreckend wenig besser als bei einer in Teilen vergleichbaren Studie aus dem Jahr 2011. COMMUNITY-FORSCHUNG Für die Studie haben sich fast 1.000 HIV-positive Menschen die Zeit genommen, den Online-Fragebogen über ihre persönlichen Erfahrungen und Folgen mit Diskriminierung auszufüllen und der Studie bereitzustellen. Außerdem wurden knapp 500 HIV-positive Menschen zu ihrer Geschichte interviewt. Das Besondere an diesem Projekt ist, dass nicht nur Erkenntnisse über den Verlauf und den jetzigen Stand der Diskriminierung gegen HIV-positive gesammelt werden, sondern 48 CHECK OST #2

HIV mehr stimmen. Denn auch wenn die gesellschaftliche Annäherung und Entwicklung an das Thema HIV nur schleppend vorangeht, hat sich in der Medizin seit der letzten Befragung 2011 einiges getan. Laut Matthias Kuske, Projektkoordinator der Studie „positive stimmen 2.0“, mache es keinen Sinn, Menschen mit HIV anders zu behandeln als andere Menschen oder verschärfte Hygienekonzepte aufzufahren, denn unter der richtigen Therapie sei HIV ohnehin nicht mehr übertragbar. dass die Interviewer selbst HIV-positiv sind. Damit sinkt die Hemmschwelle der Befragten, zugleich steigt die Bereitwilligkeit zur völligen Transparenz. So ist diese Studie zugleich auch ein Communityprojekt, denn die Befragten werden hier bei jedem Schritt der Forschung mitgenommen, ganz nach dem Motto des partizipativen Forschens. UMGANG MIT POSITIVEN HINKT WISSENSCHAFT HINTERHER Rund 73 Prozent der Befragten geben an, dass in vielen Bereichen ihres Lebens niemand über die Erkrankung Bescheid weiß, denn die sozialen Einschränkungen nach diesem Coming-out sind weitreichend. Durch immer noch zu geringe Aufklärung sind viele Stigmata im Umlauf, die so schon gar nicht Grafik: Janis Cimbulis IMMER NOCH SCHWERE DISKRIMINIERUNG Dank der guten Therapieangebote heutzutage geben dreiviertel der Befragten an, keine bis nur wenige, gesundheitliche Probleme zu verzeichnen. Im Vergleich zum gesundheitlichen Aspekt, welcher der wichtigere sein sollte, geben ganze 52 Prozent der Befragten an, durch Vorurteile im sozialen Bereich in ihrem Leben beeinträchtigt zu sein. Die Unwissenheit in Bezug auf Auswirkungen der Krankheit und Arten der Übertragung des Virus führen nicht nur dazu, dass HIV-positive Menschen im privaten Bereich missverstanden, diskriminiert und anders behandelt werden, bei 16 Prozent der Befragten führte die öffentliche Bekenntnis zum Virus sogar bei der Inanspruchnahme von allgemeinen Gesundheitsleistungen zur Behandlungsverweigerung seitens des Arztes. FOLGEN UND FORDERUNGEN Nicht nur den Interviewten hat dieses Projekt Selbstsicherheit, Kraft und vor allem neue Kontakte gebracht, sondern auch der Interviewer Andreas profitiert von dem Projekt: Um den Diskurs über HIV in eine hoffentlich bessere vorurteilsfreiere Richtung zu lenken, fordert das Projekt unter anderem eine sachgerechte Darstellung dessen, wie ein Leben mit HIV wirklich aussieht und was eine HIV-Therapie bewirkt. Matthias Kuske bringt es auf den Punkt: „Menschen mit HIV können heute leben, lieben und arbeiten wie alle Anderen“ (Marco Bast, ck) CHECK OST #2 49

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