Aufrufe
vor 4 Monaten

CHECK NRW #2

GESELLSCHAFT

GESELLSCHAFT HILFSANGEBOTE IM HALBSCHATTEN Beratungs- und Anlaufstellen für Drogennutzer*innen und Abhängige sehen sich einem besonderen Dilemma ausgesetzt. Die meisten Fachkräfte aus dem Bereich der Drogenprävention wissen, dass die Ansage: „Nehmt keine Drogen, weil sie illegal und ungesund sind“, die Menschen nicht vom Konsum abhält. Die Kunst ist hier, Konsum-Strategien zu vermitteln und bei Drogenmissbrauch individuelle Schadensbegrenzung vorzunehmen, etwa in Form von Safer Use. Wer selbst schon einmal im Freundeskreis oder der Familie mit einer zerstörerischen Abhängigkeit konfrontiert wurde, der weiß auch, dass man als Moralapostel überhaupt nicht weiterkommt. Jede Form von Drogenberatung und -Aufklärung findet derzeit zwangsläufig im Kontext von Kriminalität statt. Die Frage ist daher, wie effektiv diese Arbeit wirklich sein kann. Und wieviel positives Potenzial durch die Kriminalisierung und gesellschaftliche Ächtung gewisser Substanzen hier brachliegt. NACH 30 MINUTEN 6 FLIEGEN TOT 1952 untersuchte der Chemiker Albert van Schoor das Amphetamin MDMA, besser bekannt unter dem Namen Ecstasy. Er führte toxikologische Experimente mit Fliegen durch und notierte: „Nach 30 Minuten 6 Fliegen tot“. Eine wissenschaftliche Publikation folgte aufgrund seiner Beobachtung nicht. Schaut man sich allerdings lange genug um, finden sich zahlreiche studienbasierte Schriften, die die Schädlichkeit von MDMA und Co. nachweisen. Regelmäßiger und übermäßiger Konsum von Amphetaminen greift das Hirngewebe an. Bei unsachgemäßer Anwendung kann es zu einer Hyperthermie (Überhitzung) kommen, die tödlich verlaufen kann. Kokainkonsum kann massive körperliche und psychische Folgen haben, zu Immunabwehrschwäche, starkem Gewichtsverlust sowie Schäden an Blutgefäßen, Leber, Herz und Nieren führen. Eine Heroinvergiftung kann Bewusstlosigkeit, Atemprobleme und Kreislaufversagen mit Verlangsamung der Herztätigkeit auslösen. Während der Bewusstlosigkeit sind die Reflexe ausgeschaltet, weswegen die Gefahr besteht, an Erbrochenem zu ersticken. Über die Gefahren von illegalen Drogen wird viel aufgeklärt. Warum aber nehmen Menschen diese dann doch recht bereitwillig in Kauf? 52 CHECK NRW #2

GESELLSCHAFT „DER KÖRPER EINER SECHZEHN- JÄHRIGEN BALLERINA REAGIERT AUF EINE ECSTASY-TABLETTE ANDERS ALS DER KÖRPER EINES VIERZIGJÄHRIGEN SUMO-RINGERS.“ Foto: Goashape_unsplash.com CHECK NRW #2 53

Magazine

Regionalseiten
männer* – das queere Nachrichtenportal

Unsere News

About us

blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.