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CHECK Berlin/Brandenburg #6

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TRANS* spielsweise

TRANS* spielsweise schwule trans* Männer, die Fragen zu sexueller Gesundheit haben. Oder sie wollen wissen, wie sie in die Szene kommen, wie sie sich dort behaupten sollen, etwa wenn keine genitalangleichende Operation gewünscht oder noch nicht erfolgt ist. Es gibt auch viele politische Themen, so etwa: Darf man Harry Potter noch gut finden? Das ist ein krasses Thema für die Menschen, weil ganz viele Leute eben Fans sind, und es total genießen, sich einfach in die Harry- Potter-Welt einzutauchen. Und dann kommt die Autorin und haut so transfeindliche Sachen raus. Manche Fans wissen nun einfach nicht mehr, ob sie sich noch mit Harry Potter beschäftigen sollen. Wie schätzt du die öffentliche Debatte rund um geschlechtliche Vielfalt ein? Also, ich finde es wichtig, dass darüber berichtet wird. Ich habe auch gesehen, was für eine tolle empowernde Wirkung gute Berichterstattung auf Menschen hat. Es gibt Personen, die jetzt sechzig Jahre alt sind, zu mir in die Beratung kommen und mir sagen, wie schön es ist, dass sich die Welt so geändert hat und es jetzt so viel Wissen gibt. Sie trauen sich endlich sie selbst zu werden. Das ist super. Gleichzeitig wäre es schön, wenn es weniger aufgeregt passieren würde und wir nicht immer die ganzen Klischees bedienen. Also typische Überschriften wie etwa: „Das ist Torsten, der jetzt Luisa heißen möchte!“ Da werden so bestimmte Narrative immer wieder reproduziert, die für die Community hart sind. So etwa die Frage nach dem alten Namen. In der Community wird der alte Name auch „Dead Name“, also toter Name genannt. Wenn ich jetzt beispielsweise sage, mein Name war einmal Kathrin, dann schauen dich die Leute an und versuchen eine Kathrin zu finden. Das ist einfach merkwürdig und unangenehm. Es ist Standard in den Medien, dass immer erst der Dead Name genannt wird. Es signalisiert leider, dass, wenn man eine trans* Person trifft, man auch als Erstes nach dem alten Namen fragen darf. Das ist absolut nicht zielführend. Wir reden immer von den Problemen. Welche positiven Erfahrungen und Beobachtungen machst du in deiner Arbeit? Auch wenn eine Transition ein steiniger und oft schwerer Weg ist, lernen Menschen dadurch sehr viel über sich und ihre Identität, Ziele und Bedürfnisse. Durch diese intensive Auseinandersetzung mit mir selbst, kann ich meinen Weg im Leben oft besser einschätzen und gehen lernen. Wer sich nicht so stark mit sich selbst auseinandersetzen muss, drückt sich gerne mal vor so existenziellen Themen und findet den eigenen Weg vielleicht nicht so sicher. Diese Auseinandersetzung kann extrem kraftvoll und befreiend sein. Außerdem zeigen trans* und nicht-binäre Menschen anderen, wie wichtig es ist, Individualität zu respektieren und zu fördern. Das hilft allen Menschen, denn alle sind irgendwie anders. Abschließend noch ein paar Tipps vielleicht? Es ist mir ein ganz besonderes Anliegen, zu sagen: Holt euch Hilfe! Geht den Weg nicht allein. Findet Menschen, die euch sagen, wo die Stolpersteine liegen. Die Menschen in den Beratungsstellen kennen die ganzen Feinheiten und die fiesen Fallen, in die man tappen kann. Sei es rechtlich, psychologisch, medizinisch oder versicherungstechnisch. Du darfst da hingehen und dir Hilfe holen! Trans*LG Beim Holzberg 1, 21337 Lüneburg Tel. 04131 99 49 359 TransLG@checkpoint-queer.de www.checkpoint-queer.de 78 CHECK BERLIN/BRANDENBURG #6

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.