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CHECK Berlin/Brandenburg #6

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Gesundheit Hörnerv

Gesundheit Hörnerv Gleichgewichtsnerv Schallwellen Gehörgang Trommelfell Illustration: Prettyvectors / stock.adobe.com BIN ICH SCHWERHÖRIG? Zur Beurteilung der Hörfähigkeit werden zwei Einheiten als Hörschwelle bestimmt: Die Tonhöhe (Frequenz), die in Hertz (Hz) gemessen wird und die Lautstärke, die in Dezibel (dB) angegeben wird. Das Ausmaß einer Schwerhörigkeit wird in fünf Stadien eingeteilt, wobei das erste Stadium noch als Normalhörigkeit bezeichnet wird und ein Abweichen bis 20dB von der definierten Hörschwelle beträgt. Von geringgradiger Schwerhörigkeit spricht man, wenn etwa das Ticken einer Armbanduhr nicht mehr zu hören ist. Bei einer mittelgradigen Schwerhörigkeit können Töne von 40 dB nicht mehr wahrgenommen werden, wie etwa die Grundgeräusche in Wohngebieten. Sobald Gesprächspartner bei normaler Gesprächslautstärke nicht mehr gehört werden können, bezeichnet man dies als hochgradige Schwerhörigkeit. BIST DU TAUB, ODER WAS? Während man früher noch von Taubheit sprach, wenn Personen gar nichts mehr hören konnten, bezeichnet man dies heute als Gehörlosigkeit – diese beginnt mit einem Hörverlust von mehr als 80dB. Die Ursachen einer Schwerhörigkeit, die entsteht, wenn auf dem Weg zwischen Gehörgang und Gehirn eine Störung oder Erkrankung vorliegt, werden in verschiedene Kategorien eingeteilt und können sowohl in einer akuten als auch in einer chronischen Form auftreten. DIE SCHALLLEITUNGS- ODER SCHALLÜBERTRAGUNGSSCHWER- HÖRIGKEIT Hier wird alles leiser bzw. schlechter gehört, aber die Qualität, wie etwa die Verständlichkeit der Worte, bleibt erhalten. Bei der akuten Variante sind oft mechanische Ursachen der Grund dafür, wie Ohrenschmalz und Fremdkörper im Ohr. Es kann aber auch durch eine Erkältung (verstopfte Nase), Luftdruckveränderung beim Fliegen oder Tauchen, eine akute Mittelohrentzündung, einen Schlag auf das Ohr oder eine entzündungsbedingte Schwellung der Haut (Furunkel) hervorgerufen werden. Chronisch bedingt gehören hierzu u.a. die chronische Mittelohrentzündung, angeborene Fehlbildungen, Tumore oder übermäßiges Knochenwachstum im Gehörgang. Bei einer Schallempfindungsschwerhörigkeit hingegen liegt eine Schädigung oder Funktionsschwäche meist in Teilen des Innenohrs vor, die zur sogenannten Fehlhörigkeit führt. Sie kann durch einen Hörsturz, einen Explosionslärm (durch die enorme Schallwelle sterben die Haarzellen ab), Multiple Sklerose, aber auch durch Infektionskrankheiten wie etwa Mumps, Masern, Scharlach, Borreliose und AIDS ausgelöst werden. Ebenso in seltenen Fällen als Nebenwirkung von Medikamenten wie Zytostatika, einigen Antibiotika, aber auch harntreibenden Arzneimitteln (Diuretika) 28 CHECK BERLIN/BRANDENBURG #6

Gesundheit sowie Aspirin. Quecksilber, Blei oder Kohlenmonoxid-Vergiftungen schädigen ebenfalls das Hörvermögen. Schwerhörigkeit kann auch psychisch bedingt sein, eventuell weil der Mensch in extremen Stress-Situationen unbewusst Dinge einfach nicht hören will oder kann. Chronisch wird die Schallempfindungsschwerhörigkeit oft altersbegleitend und in Folge von Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes Mellitus, Nieren- bzw. Schilddrüsenfunktionsstörungen. Aber auch hier können ständiger Lärm über 80dB, etwa durch Baustellen oder Diskotheken, sowie angeborene Fehlbildungen des Innenohrs zu diesem Stadium führen. DAS ALTER FORDERT SEINEN TRIBUT Mit dem Begriff Presbyakusis wird die Altersschwerhörigkeit bezeichnet, die ungefähr mit dem fünfzigsten Lebensjahr einsetzen und durch Verschleißerscheinungen an den Haarzellen des Innenohrs sowie alterungsbedingten Beeinträchtigungen des Hörnervs und des Hörzentrum bedingt sein kann. Raucher sowie chronisch Kranke und Menschen in einem sehr lauten beruflichen Umfeld sind stärker davon betroffen und oft geht mit der Altersschwerhörigkeit ein „Dauerohrgeräusch“ (Tinnitus) einher. Wird hier nicht rechtzeitig die eigentliche Ursache erforscht und etwaige Erkrankungen behandelt, Fremdkörper entfernt oder Hörhilfen angepasst, kann es zu vorzeitigem geistigen Abbau führen sowie nachteilige Folgen für soziale Kontakte haben. Nicht zu unterschätzen sind auch die Gefahren bei Alltagssituationen oder im Straßenverkehr. HÖRGERÄTE UND LIPPENLESEN Die Versorgung mit einem Hörgerät sollte möglichst frühzeitig stattfinden. Die Auswahl an kleinen unauffälligen Modellen mit starker Leistung ist mittlerweile sehr groß und die Möglichkeit, über die Hörgeräte auch entspannt fernzusehen oder zu telefonieren, Musik, Podcasts oder Vorträge zu hören, erscheint wie ein kleines Wunder für die Betroffenen. Sollte keine Innenohrfunktion, aber zumindest noch ein intakter Hörnerv vorhanden sein, kann man sich für eine Hörprothese, ein sogenanntes Cochlea-Implantat, entscheiden. Unabhängig von technischen Möglichkeiten sind unter anderem das Erlernen der Gebärdensprache und des Lippenablesens, logopädische Betreuung sowie Hör-Training sinnvoll. Foto: thodonal / stock.adobe.com CHECK BERLIN/BRANDENBURG #6 29

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