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CHECK Berlin #3

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CHECK wendet sich an Schwule und Trans*-Männer jeden Alters, jeder Herkunft oder Weltanschauung. • umfassender Serviceteil mit allen wichtigen Adressen von Beratungsstellen, Apotheken und Ärzt*innen

Psychologie GLÜCK UND

Psychologie GLÜCK UND ZUFRIEDENHEIT unzufrieden macht, kann ich auch nicht retten. Einige von euch kennen Sven Rebel aus der RBB-Mini-Serie Queer4You. Als integraler Life- und Business-Coach hilft er Menschen dabei, ihre eigene Zufriedenheit zu entdecken. Wie das genau geht und was er persönlich über Glück und die damit verbundenen Schwierigkeiten denkt, erzählt er uns hier. Warum ist Zufriedenheit überhaupt wichtig? Wir alle Streben nach Glück, doch Glück ist vergänglich. Es bedeutet für jeden etwas anderes, meint aber generell einen Zustand der momentanen Ekstase. Zufriedenheit hingegen ist ein Zustand, der bleibt, den man halten kann. Zufrieden ist man nicht nur einen kurzen Moment lang und bedeutet das Fehlen von Negativem. Viele Menschen kommen zu mir und sagen: Ich will glücklich werden. Sie können aber oft nicht definieren, was das für sie heißt. Meist ist es an eine Idee gekoppelt, wie etwa mehr Geld zu haben. Aber frage ich dann gezielt nach, ob die Probleme gelöst wären, wenn die Person plötzlich mehr Geld hätte, kommt als Antwort meistens ein klares: Nein! Wenn man also bei Glück nachhakt, stellt es sich trotz der assoziierten Gedanken nicht wirklich ein. Bei Zufriedenheit kann es auch kleine Mängel im Leben geben, ohne dass man einen Leidensdruck spürt. Das sollte der Idealzustand sein, um mental gesund zu leben. Ist das nicht eine Form von faulem Kompromiss? Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich kann niemandem vorschreiben, was er oder sie für gut empfinden soll. Grundidee meines Coachings ist, dass jeder Mensch unbewusst bereits weiß, wie man zufrieden leben kann, aber keinen Zugriff auf diese Information hat. Ich versuche, Denkmuster aufzubrechen und Überzeugungen oder Ausrichtungen des Glaubens infrage zu stellen, um so einen Perspektivwechsel zu ermöglichen. Nur dann kann auch eine Veränderung entstehen. Man kennt das von Rauchern oder Diäten, wenn nichts wirklich funktioniert: Erst ab dem Moment, wo die Person selbst den Punkt zur Umkehr findet, tritt auch die gewünschte Besserung ein. Wie kann man sich deine Art von Coaching vorstellen? In der Regel führe ich Einzelcoachings durch, die unterscheiden sich aber massiv – sowohl von der Location als auch den Themen. Ich achte darauf, nur solche Aufträge anzunehmen, wo ich auch wirklich helfen kann. Manchmal spreche ich nur mit dem Klienten, manchmal setze ich kreative Tools wie Schreiben ein. Auch esoterische Tools kommen vor, wenn jemand einen spirituellen Hintergrund hat. Ich arbeite aber auch mit Firmen, wo Gespräche in kleinen Gruppen stattfinden, je nachdem, wo der Konflikt sitzt und die Lösung gefunden werden muss. Das Coaching richtet sich also immer nach dem Thema oder der jeweiligen Person. Machst du auch Paarberatungen? Ich treffe sowohl homo- als auch heterosexuelle Paare, die sich an mich wenden. Da ist es jedoch nicht so, dass ich beide gleichzeitig coache, außer beim Erstgespräch. Danach arbeite ich mit den Partnern jeweils einzeln. Dabei sage ich aber beiden von Anfang an, dass ich zwar garantieren kann, dass sie nachher zufriedenere Menschen sind. Nicht aber, dass sie unbedingt noch eine Beziehung haben. Eine Partnerschaft, die beide Ist die eigene Zufriedenheit überhaupt trennbar von der des Umfelds, der Freundschaften oder Partnerschaften, die man hat? Man kann sehr gut alleine zufrieden sein. Ob man nun „erleuchtet“ zufrieden ist, ist eine andere Frage. Das ist eine Phase, die man, so glaube ich, nie erreichen kann. Schauen wir in die Psychologie, sehen wir, dass wir bereits als ganz junge Menschen so vielen Ängsten ausgesetzt werden: Trigger werden gesetzt und Denkmuster anerzogen. Davon können wir uns nicht lösen. Wir können aber damit arbeiten. Wie ein Buddha komplett zufrieden auf dem Berg sitzen können ist vielleicht ein schönes Ziel, man sollte es auch anstreben, aber nicht aus den Augen lassen, das wir Menschen sind. Wir leben in einem bestimmten Umfeld, dass nicht perfekt ist. Man selbst ist nicht perfekt. Genau das sollte auch nicht der Anspruch sein. Wir alle werden immer wieder aus unserer Zufriedenheit rausgerissen. Wichtig ist, dann nicht aufzugeben, sondern zu lernen damit umzugehen. Man muss Wege finden, um mit jeder Baustelle im Leben zurechtzukommen in Bezug auf sich selbst und auf die Anderen. Ich sage Life- und Business-Coach Sven Rebel immer: „Bleib bei dir.“ Wir haben kein Recht, darüber zu urteilen, wie jemand anderes lebt. Du kannst dich aber von Situationen oder Menschen, die nicht zu dir passen, entfernen. Ich kann nur die Verantwortung für meine eigenen Entscheidungen übernehmen, nicht für die von anderen. Gibt es Themen, die besonders bei Schwulen auftauchen? Es gibt Sachen, die ich immer wieder höre, das bedeutet aber nicht, dass diese Probleme auch 14 CHECK | AUSGABE 3 CHECK | AUSGABE 3 15

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.