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HIV Diagnose HIV Wirksam

HIV Diagnose HIV Wirksam threapiert - gut begleitet. Dank moderner HIV-Therapien ist es heute möglich, gut mit dem Virus zu leben. Sowohl Lebensqualität als auch Lebenserwartung sind bei konsequenter Medikation vergleichbar mit Gesunden. In kaum einem Bereich hat der medizinische Fortschritt derartige Verbesserungen für die Betroffenen mit sich gebracht wie bei HIV-Infektionen. Zwar müssen Infizierte lebenslang Medikamente einnehmen, diese haben aber das Potenzial, die Viruslast derart zu minimieren, dass ein Ausbruch der Immunschwäche verhindert wird. Mehr noch: Ist im Blut eines konsequent behandelten HIV-Positiven seit mindestens einem halben Jahr kein Virus mehr nachweisbar, befinden sich auch in anderen Körperflüssigkeiten keine übertragbaren Viren. Worauf kommt es an? Eine Therapie gilt als erfolgreich, wenn die Viruslast (Zahl der HIV-Kopien pro ml Blutserum) langfristig unter der Nachweisgrenze bleibt. Dabei kommt es vor allem auf zwei Dinge an. Manche Medikamente können Auswirkungen auf die Knochendichte haben. Aus diesem Grund sollte regelmäßig der Vitamin-D-Spiegel gecheckt werden. Regelmäßige Testung Von Vorteil ist es, wenn eine Infektion frühzeitig erkannt und umgehend behandelt wird. Das Wissen um diesen Aspekt kann Menschen darin bestärken, sich rechtzeitig testen zu lassen. Doch nicht nur der erste Test ist von Bedeutung. Auch unter der Behandlung sind regelmäßige Kontrollen unverzichtbar. Alle drei Monate ist eine Blutuntersuchung erforderlich. Um zu verifizieren, ob die Wirkung der Therapie ausreicht, aber auch um weitere Blutwerte, wie zum Beispiel den Vitamin-D-Spiegel, zu überprüfen. Therapie- Adhärenz Die konsequente und regelmäßige Einnahme nach den Therapievorgaben sichert den Erfolg der Behandlung. Welche Einnahmeregelungen passen am besten in den individuellen Tagesablauf? Manche Medikamente müssen immer zur gleichen Tageszeit eingenommen werden, einige einmal, andere zweimal täglich. Mal zu einer Mahlzeit, mal auf nüchternen Magen. All das kann von Bedeutung sein, 56 CHECK | AUSGABE 1

Adhärenz: Nur ein Medikament, das eingenommen wird, kann wirken! Adhärenz entspricht dem konsequentem Befolgen des mit dem Therapeuten vereinbarten Behandlungsplanes, unter Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse des Patienten sowie der Faktoren, die es ihm erschweren könnten, das Therapieziel zu erreichen. Die Einbeziehung des Patienten in die Gestaltung der Therapie ist nicht nur gewünscht, sondern vielfach wesentliche Voraussetzung für den Therapieerfolg. um die Therapie möglichst problemlos in den Alltag zu integrieren. Wer zum Beispiel im Schichtdienst arbeitet, sollte mit den zuständigen Ärzt*innen klären, ob unregelmäßige Tagesund Nachtrhythmen unter Umständen Einfluss auf die Behandlung haben. Denn: Kommt es zu Schwankungen in der Einnahme, können sich Resistenzen bilden, die Viruslast würde ansteigen. Nebenwirkungen Die gute Nachricht vorweg: Die meisten Nebenwirkungen treten nur zu Beginn der Behandlung und nur vorübergehend auf. Hierzu gehören Kopfschmerzen, leichte Übelkeit oder auch Schlafstörungen. Darüber hinaus gibt es Beschwerden, die anhaltend sein können. Mitunter berichten Betroffene über trockene Haut, die sie jedoch nicht immer mit der Therapie in Verbindung bringen. Erfahrene Apotheker sprechen ihre Patienten manchmal direkt darauf an. „Wir wissen, bei welchen Medikamenten das vorkommt und können Tipps geben, welche Hautpflegepräparate hier geeignet sind“, so Christian Winhausen von den Witzleben-Apotheken in Berlin Charlottenburg. Ein großer Vorteil sei es, wenn die Patienten all ihre Rezepte in ein und derselben Apotheke einreichten. „Wenn ich den Patienten kenne und weiß, dass dieser täglich ein bestimmtes Virostatikum einnimmt, dann kann ich auf mögliche Wechselwirkungen hinweisen.“ Vorsicht geboten sei beispielsweise bei Johanniskraut. Die pflanzliche und rezeptfreie Substanz ist durchaus in der Lage, die Wirkspiegel des Virostatikums zu senken. Sich selbst und andere schützen Welches Medikament individuell am besten passt, wird der Arzt unter Berücksichtigung der medizinisch relevanten Faktoren gemeinsam mit dem Patienten entscheiden. Durch konsequente Anwendung und Einhaltung der Kontrolltermine schützen Betroffene sich vor einer Immunschwäche und ihre Partner*innen vor einer Infektion. Denn: Bei einer stabilen Viruslast unter der Nachweisgrenze kann eine Infektion der Partner*innen auch bei ungeschütztem Sex ausgeschlossen werden. Eine zusätzliche Möglichkeit, sich vor der Ansteckung einer positiven Partner*in zu schützen, bietet die Präexpositionsprophylaxe (PrEP), inzwischen eine Kassenleistung. Miteinander sprechen Lebensumstände ändern sich. Vielleicht bringen ein neuer Job, ein Auslandsaufenthalt oder die Partnerschaft neue Herausforderungen mit sich. Ungewohnte Arbeitszeiten oder einen unregelmäßigen Alltag. Nicht zuletzt werden wir alle älter. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass mit den Jahren weitere Befunde auftauchen, deren Behandlung mit der HIV-Therapie abgestimmt werden muss. Für alles findet sich eine Lösung. Vorausgesetzt, es findet eine offene Kommunikation statt. Mit den unterschiedlichen Arztpraxen und mit der Apotheke. (cm) Mit freundlicher Unterstützung der Witzleben Apotheken. CHECK | AUSGABE 1 57

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