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CHECK Berlin #1

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CHECK wendet sich an Schwule und Trans*-Männer jeden Alters, jeder Herkunft oder Weltanschauung. • umfassender Serviceteil mit allen wichtigen Adressen von Beratungsstellen, Apotheken und Ärzt*innen

SEXUELLE GESUNDHEIT Die

SEXUELLE GESUNDHEIT Die Sexkrise Das allgemeine Abstandsgebot zwingt den meisten von uns Keuschheit auf. Wer eine feste Partner*in hat, kann das Risiko einer Ansteckung mit Corona immerhin weitestgehend einschätzen. Alle anderen gehen im Moment aber scheinbar leer aus. Denn von Sex mit Unbekannten raten Fachleute einstimmig ab. Das Coronavirus wird vorwiegend durch eine Tröpfcheninfektion übertragen. Schon beim Anhusten, Anhauchen, Anniesen oder Ansprechen kann es zu einer Ansteckung kommen. Virushaltige Tröpfchen können auch auf die Finger gelangen und eine Infektion über Nasen-, Mund- oder Augenschleimhäute auslösen. Theoretisch ist auch eine reine Kontaktübertragung möglich, etwa beim Händeschütteln. Daher gilt seit mittlerweile mehreren Monaten das Abstandsgebot von mindestens 1,5 Metern. Kalkuliertes Risiko Corona galt lange Zeit als nicht sexuell übertragbar. Mittlerweile gab es aber Berichte, dass das Virus in Sperma nachgewiesen wurde. Doch selbst mit Kondom: Wie will man auf anderthalb Meter Abstand ficken oder blasen? Wenn du dennoch Sex haben willst … • Für Sex mit nur einer Person gilt, dass das Risiko darin besteht, das diese Person infiziert und infektiös ist, aber noch keine Symptome aufzeigt. • Wenn du nur Sex mit einer Person hast, diese Person aber auch Sex oder sozialen Kontakt mit anderen hat, erhöht sich somit auch für dich das Risiko einer Ansteckung. • Entsprechend höher ist das Risiko für dich selbst, wenn du Sex mit wechselnden Partner*innen hast. • Bei Gruppensex steigt das Risiko erneut. Je mehr Sexpartner*innen, desto gefährlicher. Noch riskanter wird es, wenn die Teilnehmer*innen zusätzlich Sex mit Anderen außerhalb der Gruppensex-Gemeinschaft haben. • Die einzige Art, das Risiko einer Ansteckung zu senken, ist also die Zahl der Sexpartner*innen möglichst gering zu halten. Wer gar kein Risiko eingehen mag, der sollte keinen Sex mit fremden Partner*innen haben. Die Corona-Epidemie stellt unser Leben in allen Bereichen auf den Kopf. Niemand kann einem die Entscheidung abnehmen, wieviel Risiko er oder sie im Moment eingehen will, um Bedürfnisse nach Intimität und Nähe zu befriedigen. Doch die Krise birgt auch die Chance, eben diese Bedürfnisse zu hinterfragen und die Sinne für das Wesentliche zu schärfen. Vielleicht lohnt es sich ja auch, ein paar Monate bis zum nächsten Sexdate zu warten. Die Belohnung für eine lange Abstinenz dürfte zumindest umso schmackhafter sein. (ts) FUN FACT: Ein Anus oder eine Vagina wachsen nach längerem sexuellen Nichtgebrauch nicht wieder zu. Auch ein Penis verliert nicht an Masse oder Funktionalität, wenn man damit Körperöffnungen längere Zeit nicht penetriert. 32 CHECK | AUSGABE 1 Quellen: Deutsche Aids Hilfe e.V., Robert Koch Institut

SEXUAL HEALTH EN The Sex Crisis The general principle of social distancing imposes chastity on most of us. If you have a regular partner, you can at least largely assess the risk of being infected with the corona virus. For those without a regular partner, however, they‘re left in a sexual dry-spell. Because experts unanimously advise against sex with strangers. The corona virus is predominantly transmitted by a droplet infection. Spread of the disease can occur when you cough, breathe, sneeze on someone, or simply when talking to them. Virus-containing droplets can also get on your fingers and cause infection through the nasal, oral or eye mucous membranes. In theory, a pure contact transfer is also possible, for example when shaking hands. That is why the distance requirement of at least 1.5 meters has been in effect for several months now. A Calculated Risk According to a news reports, Corona has been detected in sperm. Whether or not this means that the virus is also sexually transmittable is unclear at this point. So, wearing a condom would decrease the risk of contracting the disease. But still: how do you want to fuck or blow – even with a condom – at a distance of one and a half meters? If you still want to have sex ... • For sex with only one person, the risk is that that person is infected and actively contagious but does not yet show any symptoms. • If you only have sex with one person, but that person also has sex or social contact with others, the risk of infection increases for you both. • The risk to yourself is correspondingly higher if you have sex with multiple partners. • The risk increases again with group sex. The more sex partners, the more dangerous. It becomes even more risky if the participants also have sex with others outside the group sex community. • The only way to reduce the risk of infection is to keep the number of sex partners as low as possible. If you don‘t want to take any risks at all, you shouldn‘t have sex with people you do not know. The Corona epidemic is turning our lives upside down in all areas. Nobody can make the decision for you how much risk you currently want to take to meet your intimacy needs. However, the crisis also offers the opportunity to question these needs and sharpen the senses for what is essential. Maybe it‘s worth waiting a few months for the next sex date. The reward for long abstinence should be rather tasty. (ts) FUN FACT: An anus or vagina do not close up after long periods of sexual disuse. Even a penis does not lose mass or functionality if it does not penetrate body openings over a longer period. CHECK | AUSGABE 1 33

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