Aufrufe
vor 1 Jahr

CHECK Berlin #1

  • Text
  • Praxis
  • Oral
  • Gender
  • Prep
  • Checkpoint
  • Risiko
  • Apotheke
  • Menschen
  • Corona
  • Berlin
CHECK wendet sich an Schwule und Trans*-Männer jeden Alters, jeder Herkunft oder Weltanschauung. • umfassender Serviceteil mit allen wichtigen Adressen von Beratungsstellen, Apotheken und Ärzt*innen

Vorsorge in Eigenregie?

Vorsorge in Eigenregie? Schon lange vor Corona konnte bei schwulen Männern ein neuer Trend im Infektionsschutz beobachtet werden. Vor oder nach sexuellen Risikokontakten greifen viele zu Antibiotika, um Syphilis und Co. vorbeugend zu behandeln. Doch wie wirksam ist diese Methode überhaupt? Mit wachsender Akzeptanz der PrEP (Prä-Expositions-Prophylaxe) gegen HIV nehmen immer mehr Männer nun auch Medikamente zum Schutz vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten (STI) ein. Dies tun sie entweder vor einem absehbaren sexuellen Risikokontakt in Form der STI-PrEP. Oder nach einem solchen Kontakt als STI- PEP (Post-Expositions-Prophylaxe). Also vor oder nach einem Sexdate, ohne zu wissen, ob tatsächlich eine Infektion entsteht. Meistens findet die Behandlung in Eigenregie und nicht unter ärztlicher Aufsicht statt. Die benötigten Medikamente sind oft Überbleibsel früherer Behandlungen oder sie wurden im Internet gekauft. Dieser vorsorgliche Einsatz von Antibiotika gegen STI hat die Neugier von Mediziner*innen und Forscher*innen geweckt und wird nun kontrovers diskutiert. Derzeit wird von der STI-PrEP abgeraten Mittlerweile wurden eine Reihe klinischer Studien zur Wirksamkeit dieser Art von Behandlung gestartet. Es werden drei Erkrankungen untersucht, bei denen die Infektionen in den letzten Jahren in der westlichen Welt angestiegen sind: Syphilis, Gonorrhoe (Tripper) und Chlamydieninfektionen. Erforscht wird vor allem die Einnahme des Antibiotikums Doxycyclin, auch Doxy genannt. Dies wirkt gegen Syphilis- und Chlamydien- Infektionen, gegen Gonorrhoe jedoch ist eine Wirkung nach derzeitiger Kenntnis kaum gegeben. Bislang gibt es auch keine offizielle Empfehlung, die STI-PrEP oder STI-PEP einzusetzen. Führende Forscher*innen in diesem Feld raten aus Mangel an Daten im Moment sogar davon ab. Antibiotika sind nicht ohne Antibiotische Arznei ist knapp. Es sind nicht genügend Präparate in der Forschungspipeline und durch die weltweit zunehmende Resistenzentwicklung werden sie knapper. Die Weltgesundheitsorganisation ruft daher dazu auf, Antibiotika sparsam einzusetzen. Eine häufige Antibiotikaeinnahme schädigt zudem die Gesundheit. Und 24 CHECK | AUSGABE 1

Restbestände, die in Abwässern landen, sind eine Belastung für die Ökosysteme unseres Planeten. Zwar hat sich die PrEP gegen HIV als wirkungsvoll erwiesen. Das heißt aber noch lange nicht, dass die STI-PrEP oder STI-PEP auch funktionieren. Antibiotika töten im Körper zwar ungewollte Bakterien und Mikroorganismen ab. Leider aber auch einen Großteil der nützlichen Bakterien im Darm. Wer also zur STI-PrEP oder STI-PEP greift, sollte darauf achten, die angeschlagene Darmflora wieder durch probiotisch wirkende Speisen oder Nahrungsergänzungsmittel zu stärken. Es bringt niemanden etwas, jahrelang keine Geschlechtskrankheiten zu haben, wenn danach die Verdauung nicht mehr funktioniert. Zudem besteht immer die Gefahr einer Resistenzbildung, die dazu führen kann, dass das Antibiotikum irgendwann gar nicht mehr wirkt. Leben, du kannst alles s c h a ff e n . Aber nicht mich. Wie bei der PrEP gegen HIV gilt also hier auch, dass eine Behandlung immer unbedingt mit Facharzt*innen abgesprochen werden sollte. (ts) Quelle: HIV Report, STI-Prophylaxe DAH 1/2020 Wie erhalte ich die PrEP gegen HIV? In Deutschland übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten für HIV- PrEP-Medikamente und auch für die nötigen Begleituntersuchungen. Wer privat versichert ist sollte bei seiner Krankenkasse nachfragen, in welchem Umfang eine Erstattung möglich ist. Nach einem Erstgespräch und den nötigen Untersuchungen können Ärzt*innen dann ein Kassenrezept für zunächst einen Monat PrEP ausstellen. Nach einer weiteren Kontrolle sind Verordnungen über drei Monate mit Kontrollen im entsprechenden Rhythmus möglich. Mit Orthomol Vital m. Bereit. Fürs Leben. 1. Orthomol Vital m ist ein Nahrungsergänzungsmittel. Wichtige Mikronährstoffe für Nervensystem und Energiestoffwechsel. Mit Magnesium und B-Vitaminen zur Verringerung von Müdigkeit und Erschöpfung. Enthält Omega-3- Fettsäuren. CHECK www.orthomol.de | AUSGABE 1 25

Unsere Magazine

Regionalseiten
männer* – das queere Onlinemagazin

Unsere News

About us

blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.