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CHECK Bayern #1

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Die erste Ausgabe des Männer*Gesundheitsmagazins für Bayern

TRANS* Macht die

TRANS* Macht die geschlechtsangleichende OP glücklich? Ich empfinde es als schwierig, wenn die Leute glauben, durch die OP werden sie zu einem „richtigen“ Mann oder einer „echten“ Frau. Das funktioniert so nicht. Selbst wenn du fertig bist, kann es passieren, dass dich die Gesellschaft weiterhin nicht akzeptiert. Dann kommt der Frust. Das Bild, das manche trans* Menschen vom Wunschgeschlecht haben, ist ein Optimalbild des anderen Geschlechts und möglicherweise sogar sexistisch angehaucht. Eine rein äußerliche Selbstoptimierung wird selten gelingen. Auch psychisch kann es passieren, dass dich dein Trans*-Thema ein Leben lang begleitet. Das ist belastend, denn eigentlich wollte man doch ankommen und stellt irgendwann aber fest, dass sich der Wunsch nach „Normalität“ vielleicht nie zu 100 Prozent erfüllen wird. Nicht nur der Körper, auch die Seele muss sich der neuen Situation anpassen – und das kann dauern. Das klingt aber sehr negativ … Soll es gar nicht, denn ich bin überzeugt: Es überwiegen die positiven Aspekte! Doch man muss sich immer wieder klarmachen, dass am Ende der Transition nicht das Paradies wartet. Man kann nicht alle persönlichen Eigenschaften ablegen, nur um den Rollenklischees zu entsprechen. An diesen Klischees kann man kaputtgehen, weil man nicht von Kindheit an hineingewachsen ist. Mein Tipp: Nimm alles in deine neue Rolle mit, was dir persönlich wichtig und für dein Leben entscheidend ist. Kommt es vor, dass sich Menschen zurückoperieren lassen wollen? Die Fälle einer sogenannten De-Transition liegen vermutlich im Promillebereich – glücklicherweise, sonst würden die Krankenkassen irgendwann nicht mehr mitspielen. Wer sich einer geschlechtsangleichenden OP unterzieht, ist sich in der überwältigenden Zahl der Fälle seiner Sache sicher und fühlt das auch. Deswegen gibt es ja den Alltagstest, bei dem man sich über viele Monate in der neuen Rolle erproben soll, daher gibt es noch immer psychiatrische Gutachten und Indikationsschreiben. Das alles soll sicherstellen, dass der Weg für die Person der Richtige ist. Gerade für Eltern ist diese psychologische Begleitung eine Beruhigung, zumal sich immer mehr junge trans* Menschen für diesen Weg entscheiden. Ist München ein gutes Pflaster für trans* Menschen und geschlechtsangleichende Operationen? Definitiv. Wir haben drei Kliniken, die in beide Richtungen operieren und einen hervorragenden Ruf haben. Es gibt hier mehrere Selbsthilfegruppen, außerdem städtisch geförderte Institutionen wie die Trans*Inter*Beratungsstelle. Nicht zuletzt trifft sich in München der „Qualitätszirkel Transsexualität“, bei dem sich behandelnde Expertinnen und Experten untereinander und auch mit trans* Gruppen und Einrichtungen austauschen. Fazit: München ist nicht nur ein gutes Pflaster, es ist ein Mekka! Patricia Sophie Schüttler (48) Foto: Sonja Lubos ist gelernte Zahnärztin, arbeitet mittlerweile als OP- Assistentin in einem Münchner Klinikum, das seit 1997 über eines der ersten Transgenderzentren Deutschlands verfügt und rund 1000 Eingriffe an trans* Menschen pro Jahr durchführt. Patricia ist 2. Vorsitzende des überregionalen Vereins Trans-Ident e.V. und leitet dessen Münchner Selbsthilfegruppe. Außerdem engagiert sie sich im Aufklärungsprojekt München e.V., das an Schulen über LGBTIQ* informiert, und ist beim CSD aktiv. Patricia Sophie ist seit 2003 verheiratet, unterzog sich 2015 einer geschlechtsangleichenden Operation und lebt mit ihrer Frau in München. 16 CHECK BAYERN #1

WENIGER ALLEIN MEHR SEIN Zu wissen, was alles in deiner HIV-Therapie steckt, kann dich gelassener machen. Sprich mit deinem Arzt, was für dich und dein langfristig gesundes Leben am besten ist. WENIGER HIV MEHR DU Mehr Infos unter LiVLife.de NP-DE-HVU-ADVT-200005-10/2020

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.