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CHECK #3 Bayern

Community ÜBERFÄLLIGER

Community ÜBERFÄLLIGER SCHRITT Bayern fördert LSBTIQ*-Strukturen mit 209.000€ Foto: Bernd Müller Der Freistaat will sich künftig verstärkt um die Belange seiner lesbischen, schwulen, bisexuellen, transgender, inter und queeren Menschen (LSBTIQ*) kümmern. Bayerns Sozialministerin Carolina Trautner kündigte am 30. Juli an, knapp 209.000 € „für den Aufbau und Ausbau eines starken und effizienten Netzwerkes zur Verbesserung der Beratungsstrukturen für LSBTIQ*- Personen in Bayern“ zur Verfügung zu stellen. Konkret sollen mit dem Geld Fachkräfte, die in ihrem Beruf auch mit LSBTIQ*-Personen arbeiten, geschult, informiert und sensibilisiert werden. Tobias Oliveira Weismantel (Münchner Aids- Hilfe), Diana Horn-Greif (Lesbentelefon) und Dr. Kai Kundrath (Sub) freuen sich über den Beschluss des Sozialministeriums. „Für den Freistaat ein echter Schritt nach vorn“, so Dr. Tobias Oliveira Weismantel, Geschäftsführer der Münchner Aids-Hilfe. Zusammen mit seinen Kolleg*innen der queeren Vereine Sub, Lesbentelefon und Fliederlich ist er für den Aufbau der entsprechenden Unterstützungsstruktur und des bayernweiten Fortbildungsangebots für Fachkräfte verantwortlich. Alle vier Vereine sind tragende Säulen der LSBTIQ*-Szene Bayerns und seit Jahren mit unterschiedlichen Projekten und großem, haupt- und ehrenamtlichem Engagement für diese Community tätig. Mit den 208.834 €, die für dieses Modellprojekt bis Dezember 2023 zur Verfügung gestellt werden, wollen sie jetzt beginnen, die Lücken in der Versorgung queerer Menschen zu schließen. Zwar förderte der Freistaat in der Vergangenheit bereits entsprechende Projekte, doch meist profitierten davon die großen Kommunen – kleinstädtische oder ländliche Gegenden wurden selten mitgedacht. Entsprechend kritisch stellt sich die Versorgungslage für LSBTIQ* in Bayern bis heute dar: Außerhalb der großen Städte müssen sie sich meist selbst organisieren – öffentliche Treffpunkte oder qualifizierte Ansprechpartner*innen sind Mangelware. Die neue Finanzspritze soll auch dieses Problem ändern und dazu beitragen, „ein starkes und effizientes Netzwerk in Bayern aufzubauen“, so Trautner. Bayern hat für seine LSBTIQ*-Community viel nachzuholen. Dieses Modellprojekt kann nur ein erster Schritt sein – ein überfälliger, aber richtiger Schritt. (bm) 6 CHECK BAYERN #3

Community AN OVERDUE STEP Bavaria supports LGBTIQ *structures with € 209,000 ENGLISH Tobias Oliveira Weismantel (Munich Aids Aid), Diana Horn-Greif (Lesbentelefon) and Dr. Kai Kundrath (Sub) are happy about the decision of the Ministry of Social Affairs. In the future, Bavaria wants to increasingly take care of the concerns of its lesbian, gay, bisexual, transgender, inter and queer people (LGBTIQ*). Bavaria's Minister of Social Affairs, Carolina Trautner, announced on July 30th that she would make almost € 209,000 available "for the development and expansion of a strong and efficient network to improve advisory structures for LGBTIQ* people in Bavaria". The money is specifically to be used to train, inform and sensitize professionals who also work with LGBTIQ* people in their profession. "A real step forward for Bavaria," said Dr. Tobias Oliveira Weismantel, managing director of the Munich AIDS relief organization. Together with his colleagues from the queer associations Sub, Lesbentelefon and Fliederlich, he is responsible for setting up the appropriate support structure and the Bavaria-wide training program for specialists. All four associations are supporting pillars of the LGBTIQ* scene in Bavaria and have been working for this community for years with various projects and great full-time and voluntary commitment. With the € 208,834 that will be made available for this model project until December 2023, they now want to start closing the gaps and provide more support for queer people. Although the Free State of Bavaria has already funded such projects in the past, it was mostly the large municipalities that benefited from them – small-town or rural areas were seldom taken into account. As such, the support offered to LGBTIQ* communities in Bavaria is correspondingly critical to this day: outside the big cities, initiatives usually have to be self-organized as public meeting points or qualified contact persons are in short supply. The new financial injection should also change that and contribute to “building a strong and efficient network in Bavaria,” said Trautner. Bavaria has a lot to catch up on for its LGBTIQ* community. This model project can only be a first step – an overdue but correct step. (bm,ts,mb) CHECK BAYERN #3 7

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.