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blu November/Dezember 2020

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KUNST TOM OF FINLAND:

KUNST TOM OF FINLAND: FETISCH HAMBURG UND BERLIN Mitten in Berlin-Mitte, dem Zentrum des schönen Scheins und guten Lebens, wird es derb. Sexuell. Aber #KUNST! Die Galerie Judin zeigt seit September die erotische Kunst des bedeutendsten und einflussreichsten finnischen Künstlers: Touko Laaksonen (1920 – 1991) aka Tom of Finland. Er war und ist Inspiration für so unterschiedliche Künstler wie Rinaldo Hopf, die Village People, Lars Deike, Amanda Lear und auch Stefan Merkt, er erschuf mit seinen Comics den Fetisch „Ledermann“, er wagte es, selbstbewusste Schwule zu zeigen, er machte Porno zur Kunst. „Doch obwohl wir seine lustvollen Porträts von selbstbewussten Cops, Cowboys, Farmern und Männern in schwarzem Leder eindeutig mit den USA verbinden, begann Toms Aufstieg zur Schwulenikone weder in seinem Heimatland Finnland noch in den USA“, verrät die Galerie. „Von allen denkbaren Orten waren es ausgerechnet das norddeutsche Hamburg und herausragende Persönlichkeiten der örtlichen Schwulenszene, durch die es seit den 1970er-Jahren zur allerersten Ausstellung des Künstlers, einer nach ihm benannten und mit seinen Werken ausstaffierten Bar, zwei Wandbildern und zur Entstehung der weltweit größten Tom of Finland, Untitled (Template for a US Tom’s Saloon branch mural), 1977, Graphite on paper, 43 × 27.5 cm, Courtesy Galerie Judin, Berlin, © TOM OF FINLAND ©1977-2020 Tom of Finland Foundation; Tangermann Collection Tom of Finland, The Loggers XX, 1975, Gouache on paper, 43.5 × 32 cm, Courtesy Galerie Judin, Berlin, © TOM OF FINLAND ©1975-2020 Tom of Finland Foundation; Collection Volker Morlock, Los Angeles Sammlung seiner Werke in Privatbesitz kam. In und von Hamburg aus traten Toms Zeichnungen – die bis dahin häufig als bloßes Reproduktionsmaterial abgetan wurden – ihren weltweiten Siegeszug als Kunstwerke an. Dass wir Tom of Finland heute als Künstler und nicht als bloßen Comiczeichner mit einem Faible für Pornografie begreifen, ist folglich nicht zuletzt Made in Germany.“ Tom of Finland studierte Kunst in Helsinki und zeichnete Werbemotive, bevor er 1957 seine ersten Arbeiten von hyper-maskulinen Kerlen im US-Magazin „Physique Pictorial“ veröffentlichte. Von diesem Moment an war der Mythos Tom of Finland geboren, der vor allem der schwulen (Fetisch-) Welt jede Menge fantasievoller Vorlagen liefert. Seine Männer sind stark, gut bestückt und immer wild darauf, ineinandergesteckt zu sein. Tom brachte es auf den Punkt, aber mit zeichnerischer Perfektion. 2017 kam sein Leben als Film in die Kinos. *rä Bis 19.12., Tom of Finland: Made in Germany, Galerie Judin, Potsdamer Str. 83, Berlin, www.galeriejudin.com

KUNST STUTTGART Slava Mogutin: „Polaroid Rage & Black Is Beautiful“ FOTOS: SLAVA MOGUTIN „JORDAN HALL (AFTER GRACE JONES)“, BROOKLYN, 2019 Der Künstler selbst floh aus seiner russischen Heimat, um in den USA frei zu leben. In der Galerie Kernweine zeigt Slava Mogutin seine Fotografie, mit der er sich sozial Ausgestoßener und Außenseiter, Minderheiten und Menschen am Rande der (weißen) Gesellschaft annimmt. „Polaroid Rage & Black Is Beautiful“ ist eine Doppel-Ausstellung. So ist „Polaroid Rage“ eine künstlerische Auseinandersetzung des Künstlers mit Themen wie Diskriminierung, Vertreibung, Ausgrenzung und Verdrängung, während bei „Black Is Beautiful“ homosexuelle Erotik und männliche Schönheit vordergründig im Mittelpunkt stehen – aber auch die Auseinandersetzung mit Themen wie Rassismus, Stereotypisierung und Benachteiligung der Black Community. *rä Slava Mogutin, „Polaroid Rage & Black Is Beautiful“, Galerie Kernweine, Cottastr. 4 – 6, Stuttgart, www.facebook.com/galeriekernweine, www.galerie-kernweine.com BILDBAND MICHAEL LUCAS und seine Männer Pulleralarm! Der New Yorker Fotograf Kenneth Gruenholtz versorgt uns mit dem wohl erotischsten Bildband des WInters. Brusthaar, Bart, Muskeln – Testosteron liegt in der Luft, wenn diese Kerle aufeinandertreffen. Und Herr Gruenholtz war dabei. Auf 176 Seiten erfreut dieser 24 × 32 cm große Bildband namens „Uncensored — My Year Behind The Scenes With Michael Lucas and His Models“ mit einem unzensierten Blick hinter die Kulissen in Schwarz-Weiß. Die Bilder entstanden in vertrauensvoller Zusammenarbeit des dokumentarisch arbeitenden Künstlers und der Pornoschmiede Lucas über einen Zeitraum von zwölf Monaten an Sehnsuchtsorten wie New York, Fire Island, Puerto Vallarta und Barcelona. Sinnlich! Sexy! Stark! *rä Wir verlosen drei Bildbände auf www.männer.media/gewinne

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