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blu November/Dezember 2020

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BUCH sollte ernsthaft

BUCH sollte ernsthaft darüber nachdenken, sie zu veröffentlichen. Ich habe mein Glück bei Pegasus Publishers in Cambridge, Großbritannien, versucht und sie haben mir einen Vertrag angeboten, was völlig unerwartet war. Aufgrund dessen ist das Buch überall erhältlich: Waterstones, Barnes & Noble, WH Smith, Foyles, Books A Million, Book Depository, Amazon und mehr. Anfangs hatte ich weder ein großes Ziel für das Buch noch ein Publikum im Sinn, ich wollte nur Spaß daran haben, es zu schreiben. Ich denke, wenn ein Autor aus dem Herzen schreibt und etwas schafft, das wirklich aus diesem Raum stammt, offenbart sich das Zielpublikum dabei. Zumindest ist mir das mit dieser Geschichte passiert. Ich denke, dass Menschen jeden Alters sich vielleicht auf einige Aspekte der Geschichte beziehen oder sie genießen können. Das ist sowieso meine Hoffnung. Schon vor einigen Jahren arbeiteten wir mit Gerrad Bohl zusammen, damals war er als Model Thema in unseren Magazinen und auf Social Media. Jetzt hat er ein Buch geschrieben. Ist es dein erstes Buch? Ja, das ist mein erstes Buch. Ich arbeite derzeit an meinem zweiten Buch, das die Fortsetzung von „Goode Oliver Dooley and the Palace of Keepers“ ist. Worum geht es? Die Geschichte handelt von einem kleinen Jungen, Goode Oliver Dooley, der zum Tode verurteilt und aus einem Königreich verbannt wurde, dessen Erbe er ist. Durch eine Reihe mysteriöser Ereignisse gewinnt er einen Platz in einem königlichen Gartenwettbewerb und sichert sich einen Platz als königlicher Gärtner in einem verborgenen Königreich. Hier findet er zum ersten Mal Freunde und entdeckt eine verzauberte Welt von unglaublicher Schönheit und Abenteuer. Aber derjenige, der ihn ursprünglich verbannt hat, ist immer noch entschlossen, Goode Oliver Dooleys Leben zu beenden, und es entstehen schwerwiegende Gefahren. Die Geschichte ist autobiografisch, NACHGEFRAGT GERRAD BOHL: „Die Geschichte ist autobiografisch“ wird aber auf eine Weise geteilt, die mit Symbolik und Fantasie überlagert ist. Als ich mich daran machte, die Geschichte zu schreiben, wollte ich einige Ziele erreichen: Erstens, eine Welt zu schaffen, in der ich ein Teil meiner wildesten Träume sein wollte. Zweitens, um das Bewusstsein für Dinge zu schärfen, die mich persönlich berühren, wie Selbstmordgedanken und die Pflege der Natur, insbesondere der Bienen. Das Buch ist für alle Altersgruppen geeignet. Als ich anfing, diese Geschichte zu schreiben, hatte ich keine Zielgruppe im Sinn, sondern nur aus der Absicht heraus, etwas Lustiges und Magisches zu erschaffen – etwas, das mir das Gefühl gab, gut zu schreiben. Tatsächlich hätte ich nicht gedacht, dass es veröffentlicht wird, das war nicht meine ursprüngliche Absicht, als ich anfing. Ich dachte, dass vielleicht meine Neffen und andere Familienmitglieder es gerne lesen würden. Dann, als ich die Geschichte weiterentwickelte, las ein enger Freund sie und sagte, ich FOTO: S. FAZEL Wie wirkt sich Corona bisher auf dein Leben aus? Ich hatte das große Glück, dass die Pandemie nur minimale negative Auswirkungen auf mein Leben hatte. Das Einzige, was aufgrund der Pandemie verlangsamt wurde, war das Signieren von Büchern in Buchhandlungen und dergleichen. Viele Orte erlauben immer noch keine Versammlungen, daher werden Buchsignierungen vorerst verschoben. Aber im Vergleich zu Millionen, die durch diese Pandemie hart getroffen wurden, hatte ich das große Glück, dass mein tägliches Leben weitgehend unverändert geblieben ist. Wärst du ein Schriftsteller ohne die Pandemie? Absolut. Ich habe 2017, drei Jahre vor der Pandemie, angefangen, Goode Oliver Dooley und den Palace of Keepers zu schreiben. Schreiben war für mich immer therapeutisch. Ich habe mit 15 Jahren angefangen, Gedichte zu verfassen, und seitdem schreibe ich gerne weiter, aber bis vor kurzem hatte ich mich nie dazu verpflichtet, ein Buch zu machen. Eines Abends setzte ich mich mit einer engen Freundin bei einem Eis zusammen und sagte ihr, dass ich ein Buch schreiben wollte. Sie fragte mich, worum es gehen würde. Ich sagte ihr, ich hätte keine Ahnung, aber ich wollte einen Ort schaffen, an dem ich gerne wäre und an dem ich mich zu Hause fühlen könnte. *Interview: Michael Rädel www.instagram.com/gerradbohl www.twitter.com/gerradbohl

BILDBAND Die beste Feindin, der treuste Freund BUCH Es gibt, so sagt man, zwei Arten von Menschen: Katzenliebhaber und Hundefreunde. Die einen mögen das Divenhafte, das Anschmiegsame, das Elegante, das Biestige, die anderen das Tapsige, das Drollige, das Treue und Verschmuste. FOTO: WALTER CHANDOHA „WEIMARANER“, LONG ISLAND, NEW YORK, 1955, TASCHEN Wir ordnen die gerade aufgezählten Eigenschaften weder Hund noch Katze zu, das überlassen wir euch, denn ihr kennt eure befellten Mitbewohner besser als wir. Aber meist sind ja die Hunde die Treuen, Katzen die Despoten. Oder nicht? Und wer sagt, dass ein Hund nicht divenhaft und biestig sein kann? Oder eine Katze drollig und plump?! Die Nachbarskatze meiner Mutter zum Beispiel, Kater Paul, ist stark übergewichtig, sehr tollpatschig, verfressen und extrem drollig. Vor allem, wenn er sich die Treppen hochwuchtet. Und der kleine Hund einer Freundin ist eine verschreckte Diva, die gerne mal die Zähnchen zeigt – wie auch die Besitzerin (nicht bei mir!). Der TASCHEN Verlag veröffentlichte von Fotograf Walter Chandoha (1920 – 2019) unlängst zwei ganz wunderbare Bücher zu beiden Haustierarten: „Cats. Photographs 1942–2018“ und das ganz neue „Dogs. Photographs 1941–1991“. Anschauen und schwärmen. Und streicheln. *rä www.taschen.com TRANS* Ein autobiografischer Roman Das 2017 erstmals erschienene Buch „GALIA“ von Galia Salimo ist nun endlich aus dem Französischen übersetzt und für uns auf Deutsch zu haben. „Du bist wirklich ein ausgesprochen hübsches Mädchen, Dominique.“ „Ja, aber meine Oma will das nicht. [...] Sie sagt, ich bin kein Mädchen.“ Die 1950 geborene Galia hatte einen komplizierten Start ins Leben, denn damals war es noch viel schwerer als heute, so zu leben, wie man ist, wenn der Körper nicht der richtige ist. Auf über 200 Seiten erzählt die in Frankreich auch durch ihre Zusammenarbeit mit David Guetta populäre Marseillerin aus ihrem Leben. Ein queeres Schicksal als Roman. Nach einer harten Kindheit geht sie mit zarten 17 Jahren nach Paris, um dort in die Szene einzutauchen. Schnell sorgt sie in Klubs und Varietés für volle Häuser und staunende Gesichter. Im „Queen“, dem „Mank“ oder auch im „Le Carrousel“ schätzt man ihre Ausstrahlung und ihr Können. In den 1980ern arbeitet sie unter anderem als Bardame im berühmte „Folie’s Pigalle“, seit 2017 ist sie selbst Klubbetreiberin, wenn der Klub „Le 13“ auch gerade coronabedingt schlummert. Eine tolle Frau, ein Vorbild. *rä www.nagel-kimche.ch FOTO: GALIA PRIVAT

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