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blu November/Dezember 2020

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MUSIK INTERVIEW KYLIE:

MUSIK INTERVIEW KYLIE: FOTO: DENYS DIONYSIOS Das neue Album der Minogue ist ein Fest der guten Laune. Und voller Hits. DISCO „Meine Liebesgeschichte mit Discomusik begann früh“, sagt Kylie Minogue per Telefon aus London. „Ich war neun oder zehn. Ich hatte gerade gelernt, wie der Plattenspieler meiner Eltern funktionierte, und dann zog ich mir alles rein, was bei denen im Wohnzimmer herumlag – ABBA fand ich super, die Bee Gees, Donna Summer, Gloria Gaynor, Chic und wie sie alle heißen. Diese Discoplatten meiner Eltern sind eine lebenslange Inspiration.“ 52 Jahre ist die Australierin jetzt alt, die meisten davon verbrachte sie nach ihrem frühen Durchbruch mit „I Should Be So Lucky“ (1987) als Pop-Weltstar. Und auch, wenn es in dieser Karriere mal sehr hoch und gelegentlich ein bisschen runterging, war Minogue seitdem immer irgendwie da. Ständig ist damit zu rechnen, dass ihr wieder ein Hit gelingt, auf dem neuen Album mit dem sehr griffigen Titel „Disco“ ist zum Beispiel das glücklich-nostalgisch klingende „Magic“ ein heißer Anwärter für einen weiteren Kylie-Klassiker. Nach dem in Nashville aufgenommenen, leicht von Countrymusik beeinflussten „Golden“-Album vor zweieinhalb Jahren ist Kylie auf „Disco“ also wieder ganz bei ihren Wurzeln angekommen. „Wir legen das Konzept locker aus. Die Absicht war, meine eigene Version von Disco zu machen. Nicht alles auf diesem Album erinnert an die 70s, es gibt auch Einflüsse aus den 80ern und Selbstzitate aus meinen frühen 2000ern, dieses Elektro-Disco-Ding wie bei ‚Can’t Get You Out of My Head‘ damals. Ich werfe das alles fröhlich zusammen. Dieses Album beinhaltet das, was du hören würdest, wenn du in meine Disco kämst.“ In der Kylie-Disco sind alle willkommen – Alte, Junge, natürlich die LGBTIQ- *Gemeinde. Im neuen Song „Say Something“ ruft Kylie gar explizit zum Zusammenhalt und zur Überwindung von gesellschaftlichen Gräben auf. Sie sagt: „Ich glaube fest daran, dass eine Gemeinschaft immer stärker ist als Einzelne. In einer Disco, in einem Klub kommen die Leute zusammen und feiern gemeinsam. Die Idee der Inklusion, des ‚Wir schließen niemanden aus‘, der Gedanke des Freiseins, all das hast du in einem Nachtklub, wenn du mal so richtig die Sau rauslässt. Wir Menschen müssen uns verlieren, um uns zu finden. Das Leben ist nicht nur Arbeit und Pflicht. In Orten wie Klubs wächst du über dich hinaus. Eine Nacht auf der Tanzfläche kann dich glücklich machen.“ Kylie ist eine der weltweit einflussreichsten Gay-Ikonen. Schon kurze Zeit nach ihren ersten frühen Hits wie „Go to Be Certain“ (1988) gab es in Sydneys Schwulenbars erste Kylie-Nächte. „Ich fand das unglaublich toll und war sehr stolz“, so Minogue, die natürlich seitdem auch die eine oder andere Kylie-Gay-Party besucht hat. Allerdings hatte sie als Teenager oft Probleme, überhaupt in die Klubs hineinzukommen. „Da ich selbst mit 18 Jahren noch keineswegs wie 18 aussah“, sagt sie lachend. „Es kam vor, dass wir an der Tür einfach wieder heimgeschickt wurden.“ Diese Schwierigkeiten legten sich erst, als sie mit Anfang zwanzig nach London zog und berühmt wurde. „Ich war nach langen Disconächten oft diejenige, die morgens um 5 Uhr auf der Straße stand und zu den anderen sagte: ‚Wo gehen wir jetzt hin? Ich bin noch nicht müde.‘“ Da die Pandemie dem Nachtleben einstweilen einen Riegel vorschiebt, ist aber auch bei Kylie, die seit zweieinhalb Jahren mit Paul Solomon, dem Kreativdirektor der britischen GQ zusammen ist, fürs Erste Heimeligkeit angesagt. „Die wilden Disconächte finden bei mir im Moment nur in der Fantasie und in der Küche statt. Ich bin froh, dass ich meine Arbeit habe, und bin wohl einer der wenigen Menschen in diesem Land, der noch nicht angefangen hat, Brot zu backen.“ *Interview: Steffen Rüth

MUSIK SINGER-SONGWRITERIN Sasha Sloan: „Only Child“ Nach drei EPs, einem Late-Night-Debüt bei Stephen Colbert, ausverkauften Touren, Kygo-Feature und weltweit über zwei Milliarden Streams auf ihren Songs erscheint diesen Herbst nun ihr erstes Album „Only Child“. Die 25-jährige aufstrebende Singer- Songwriterin Sasha Sloan gilt derzeit als eine der talentiertesten Lyrikerinnen. Kein Wunder, dass sie auch schon von Stars wie Camilla Cabello als Schreiberin engagiert wurde. Von der wird man noch viel hören! AMBIENT Lindstrøm & Prins Thomas FOTO: K. HIORTHØY www.sadgirlsloan.com Das erste Album der beiden Skandinavier seit über zehn Jahren erscheint Ende November beim 1993 gegründeten norwegischen Musiklabel Smalltown Supersound, der Heimat von Künstlern wie Neneh Cherry und Todd Terje. „III“: Das sind fröhlich blubbernde, klingende und trippelnde Soundeffekte verspielter Natur, die auf entspannte Funk- und Disco-Grooves treffen – herrlich wenig an den Charts orientiert produziert. Beide Musiker sind schon seit den späten 1990ern erfolgreich im Geschäft, als DJs, Producer und auch eigenständige Künstler: (Hans- Peter) Lindstrøm und Prins Thomas waren beide maßgeblich am Revival von Space Disco und Elektro mit beteiligt, beide landeten in der Klubszene weltweit beachtete Würfe. Trotz aller Klubaffinität ist ihre Musik immer auch extremst hörbar, daheim, im Homeoffice und in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Unser Anspieltipp ist das Lied „Martin 5000“. *rä JAZZ Melody Gardot: „Sunset In The Blue“ Auf ihrem fünften Studioalbum setzt sich die Sängerin und Songschreiberin nicht nur mit gebrochenen Herzen auseinander, sondern auch mit den vielfältigen Aspekten unseres komplizierten Hier und Jetzt. Die Wahl-Pariserin war mitten in der Arbeit an ihrem Album, als der Lockdown alles stoppte. Sie blieb sich treu und zauderte nicht lange. Für den Albumtrack „From Paris With Love“ rief sie über soziale Netzwerke aus weltweiten – arbeitslosen – Musikern ein internationales Ensemble zusammen, das den Song von zu Hause aus mit Streichern und Harfenisten aufs Bezauberndste komplettierte. www.melodygardot.co.uk FOTO: MAI BUI

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