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blu November/Dezember 2020

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16 KULTUR NACHGEFRAGT

16 KULTUR NACHGEFRAGT FOTO: M. RÄDEL AMANDA COX: „ ... man musste lernen, trocken Brot zu futtern ...“ Wir chatteten mit Hamburgs zweitbekanntester Dragqueen über Rassismus, Corona und Sex. Woran sitzt du gerade? Ich arbeite an einem kleinen Bühnenprogramm und einigen Witzen. Ich will die Chance nutzen, mal selbst groß auf der Bühne durchzustarten, da doch viele mich immer bestärkt hatten, mit meiner Art ein Publikum zu unterhalten. Weiterhin will ich mich hier in Hamburg politisch aktiv machen, durchforste aber noch die Programme der einzelnen Parteien, weil gefühlt keine 100 % das widerspiegelt, was ich denke und fühle. Alltagsrassismus ist dieses Jahr stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Wie verhältst du dich, wenn du Rassismus etwa auf Social Media bemerkst? Rassismus in jeder Form ist so abstoßend und ekelhaft. Ich melde jede Form von Rassismus auf Social Media, und zögere nicht, vermeintliche „Freunde und Bekannte“ aus meiner Liste zu verbannen. Viel schlimmer als diesen Rassismus finde ich die Diskussionen über Lebensmittel und deren Namen. Das muss man sich vorstellen, da rechtfertigen Leute eine rassistische Tirade mit: „Ja, aber das heißt nun mal so …“ Ich will kotzen. Solange man als Person von Rassismus und Ausgrenzung nicht betroffen ist, darf man sich kein Urteil darüber erlauben, ob es okay ist, oder nicht. Wurdest du aufgrund deiner Sexualität schon Zielscheibe homophober Häme? Verletzt dich das? Selbst wurde ich zum Glück nie groß zur Zielscheibe, aber ich glaube, es liegt einfach daran, dass die meisten eher Angst vor mir haben und sich hier nicht trauen. Auch fühle ich mich auf St. Pauli sehr sicher, da die Menschen hier sehr tolerant sind und hilfsbereit. In Hamburg gibt es viele großartige Projekte, die sich mit den Themen Vielfalt und Toleranz beschäftigen. Über die Olivia-Jones-Familie geht z. B. Veuve Noir in Schulen und macht Aufklärungsarbeit. Inwiefern trifft dich die Corona- Pandemie, hast du Angst? Die Pandemie hat mich wie alle Künstler sehr getroffen. Die Arbeit ist ja nicht nur zum Geldverdienen, sondern war auch ein Ausleben der Leidenschaft. Ich war gesegnet, dass die WunderBar einen Livestream gemacht hat und ich mich ausleben konnte und natürlich so auch ein Zeichen gesetzt wurde, dass die Leute daheim nicht allein sein müssen. Kommst du nicht in die Bar, kommt die Bar halt zu dir. Wie trifft die Pandemie die Geschäftsfrau Amanda Cox? Sehr hart. Finanziell war das ein riesiges Desaster. Mehr Ausgaben als Einnahmen, und man musste lernen, trocken Brot zu futtern. Jetzt durch die Lockerungen bin ich wieder mit Arbeit gesegnet. Der Olivia Jones Show Club macht seit über einem Monat ein Varieté, und ich plane mit der WunderBar zusammen ein Konzept auf die Beine zu stellen für einen neuen Sonntag mit Unterhaltung. *Interview: Michael Rädel www.facebook.com/DragQueenAmanda www.instagram.com/MonstaModa

KULTUR 17 BILDBAND Naomi Campbell: „NAOMI“ Sie sang schon, sie sorgt für Schlagzeilen, sie ist ein Supermodel. Übrigens eines der wenigen, die auch jetzt noch, laaaange nach den 1990ern, dem Jahrzehnt der Supermodels, erfolgreich mitmischen: Naomi Campbell. Das am 22. Mai 1970 geborene Supermodel hat einen Ruf, der immer vorauseilt: Sie sei eine gefährliche Zicke, die auch mal das Handy wirft. „Wut ist Ausdruck einer tieferen Angelegenheit ... Für mich basierend auf Unsicherheit, mangelndem Selbstwertgefühl und Einsamkeit.“ Dass sie so schlimm gar nicht ist und sein kann, beweist/ bewies die ewig Junge aber live in Interviews und durch ihre Zusammenarbeit mit Sternen wie Jean Paul Gaultier, George Michael und dem Team von „Absolutely Fabulous“. Vor Kurzem erschien in Zusammenarbeit mit Naomi beim TASCHEN Verlag das zweibändige Portfolio über ihr Wirken in der Modewelt: „Naomi Updated Edition“. Der pralle Bildband bringt dir eine Fülle von Shootings, Magazincovern, Videostills und Erinnerungen an ein glamouröses Leben. Besonders schön ist der exklusive autobiografische Text. Das Buch kostet 100 Euro, wer mehr ausgeben will und ein großer Fan ist, der kann für 2.500 Euro die limitierte, zudem größere und signierte Variante kaufen ... Wir lieben! *rä Karlheinz Weinberger, Horseshoe Buckle, 1962 © Karlheinz Weinberger Courtesy: Galerie Esther Woerdehoff Josh Baker: „Naomi Campbell. Updated Edition“, Hardcover mit Ausklappseiten, 522 Seiten, mit Begleitband, in einer Box, 100 Euro, www.taschen.com immer aktuell informiert www.männer.media

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