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blu November/Dezember 2020

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12 STADTGESPRÄCH

12 STADTGESPRÄCH INTERVIEW U96: „ ... wir probieren lieber Neues aus ...“ Eurodance und Techno aus Hamburg: Von „Das Boot“ über „Love Sees No Colour“ bis hin zu „Heaven“, „Vorbei“ und „Club Bizarre“ – die Liste der Hits des zwischen 1991 und 2006 aktiven Eurodance-Projekts ist lang. 2015 starteten Ingo Hauss und Hayo Lewerentz das Comeback. Mit Erfolg: „REBOOT“ schaffte 2018 den Sprung an die Chartspitze in Schweden. Nicht mehr dabei ist Alex Christensen, dafür aber unter anderem Ex-Kraftwerk-Mitglied Wolfgang Flür. Euer neues Album ist zusammen mit Wolfgang Flür entstanden, wie kamt ihr denn in Kontakt? Hayo: Ich habe Wolfgang schon vor vielen Jahren bei der Popkomm-Messe in Köln kennengelernt und wir hatten sporadisch Kontakt. Später habe ich ihn für eine Lesung seines Buches „Ich war ein Roboter“ zum Hamburger „Harbourfront Literaturfestival“ eingeladen, auf dem wir eine Musikveranstaltung mit Lesungen organisiert hatten. Dann kamen erste Gespräche über eine mögliche musikalische Zusammenarbeit. Wie muss man sich eure Zusammenarbeit vorstellen? Unsere Zusammenarbeit ist hauptsächlich digital, d. h. wir schicken uns Files hin und her, an denen wir dann jeder für sich weiterarbeiten und uns dann austauschen. Über das Projekt gesprochen haben wir aber schon analog bei mehreren Treffen in Düsseldorf. Mir scheint, als ob ihr jetzt noch experimentierfreudiger seid als in den Nullern und 1990ern. Ihr wagt auch mal, Lieder ohne Video zu veröffentlichen, die zudem so gar nicht nach U96 klingen. Wir sind nicht mehr auf der Suche nach Hits und probieren lieber Neues aus, so auch mal eine Pop-Koop wie bei „Night on Earth“. Da wir mittlerweile alles selber machen (Produktion, Label, Booking, Verlag etc.) haben wir auch niemanden mehr, der von uns bestimmte Umsatzzahlen erwartet oder immer auf die Charts schielt. Generell haben wir es aber schon immer geliebt zu experimentieren, und wir hören täglich neue Musik auch von jungen Künstlern, die uns unheimlich inspiriert. Welche beiden Stücke sollte man sich unbedingt auf dem neuen Album anhören? Auf jeden Fall natürlich den Titeltrack „Transhuman“ und z. B. den Titel „Clone“, der eigentlich ein klassischer U96-Track sein könnte, sich aber durch die Zusammenarbeit mit Wolfgang doch schon mehr in Richtung Elektronik entwickelt hat. Und wer’s noch nicht kennt: natürlich „Zukunftsmusik“. Ein Titel, der schon älter ist, aber immer noch sehr für unsere gemeinsame Zusammenarbeit steht. „Transhuman“ erscheint auch auf Vinyl. Was schätzt ihr an Vinyl? Wir sind Musik-Junkies und lieben Vinyl. Außerdem bot es sich bei diesem Album an, da viele unserer und auch Wolfgangs Fans Vinylliebhaber sind – es gab und gibt eine starke Nachfrage. Vor Corona wart ihr auch erfolgreich auf Tour in Russland. Was mögt ihr an den Fans dort? Die russischen Fans sind supertreu und wir sind sehr mit ihnen verbunden. Von unseren Top 10 Superfans sind 4 aus Russland! Warum wir dort aber eine so große Fangemeinde haben, kann ich auch nicht wirklich erklären. *Interview: Michael Rädel www.u96reboot.de

NACHGEFRAGT Anders Amen: Das Baby ist da! STADTGESPRÄCH 13 Wir freuen uns sehr für Ellen und Steffi! Die beiden lesbischen Pastorinnen sind nun Mütter – und eine Regenbogenfamilie. Wie fühlt es sich an, Mutter zu sein? Ellen: Dieses Gefühl ist einfach überwältigend. Dass da auf einmal ein kleines Wesen liegt, und du bist verantwortlich dafür, dass dieses Wesen gedeiht und glücklich ist und den Mund verzieht, dass man glauben könnte, sie lächelt. Es ist ein Wirbel, einfach ein Wirbel von allem, was richtig, richtig schön ist. Steffi: Ich bin ja manchmal ein knallharter Hund. Und über meine Gefühle kann ich auch nicht immer gut reden. Aber ich habe gerade die kleine Maus auf dem Arm ... So, so, sooo niedlich! Schwer verliebt. Gab es Diskussionen über den Babynamen? Steffi: Oh ja, bei Mädchen haben wir uns richtig schwergetan, wir wussten ja nicht, was es wird, also brauchten wir Mädchen- und Jungennamen. Und ich habe den Mädchennamen Fides ** in einem Stammbuch gefunden, von jemandem, der gestorben ist. Da habe ich reingeguckt und den Namen Fides gesehen und fand den total schön geschrieben. Ich habe ihn auf einen Zettel geschrieben und Ellen hingelegt und gefragt: Was hältst du von dem Namen? FOTO: ANDERSAMEN.DE Ellen: Ja, und dann hat mir der Name sofort sooo gut gefallen, dann gab es keine Diskussionen mehr. Aber bis zu diesem Punkt hat es tatsächlich sieben Monate gedauert. Wann wird euer Baby getauft? Ellen: Also, wir werden unser Kind als Baby taufen, einfach weil uns der Glaube, deswegen heißt sie ja Fides, unheimlich viel wert ist. Und wir sie natürlich auch aufnehmen wollen in diese Glaubenstradition. Wie sie selber dazu steht, wird sie ja dann bei der Konfirmation persönlich sagen können, ob sie Ja oder Nein zu ihrem Glauben sagt. Aber bis dahin wollen wir sie begleiten auf diesem Weg, wann allerdings genau das passieren könnte, wissen wir natürlich sowieso nicht, weil Corona der schönen Feier im großen Familien- und Freundeskreis erst mal einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. *Interview: Michael Rädel www.andersamen.de ** lateinisch für Glaube/Vertrauen Wir sind mit neuer Chefärztin für euch da, bei HIV und anderen Infektionen Tagesklinik Tel. 130 20 2609 Station 12C Tel. 130 20 2341 Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum | Rubensstraße 125 | 12157 Berlin | www.vivantes.de/avk-infektiologie Foto: © Regina Sablotny

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.