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blu März / April 2021

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KUNST NACHGEFRAGT Marcus

KUNST NACHGEFRAGT Marcus Günthers „Muster“ Im Frühling stellt der Düsseldorfer Künstler seine Linolschnitte in der Ausstellung „Muster“ aus. Wie der Name der Ausstellung schon verrät, setzt sich der 1967 Geborene darin mit „der Begrifflichkeit des Musters im weitesten Sinne“ auseinander. Wir fragten nach. Was schätzt du am Linolschnitt? Ich schätze die expressive Intensität, die durch unterschiedliche Bearbeitungsmethoden in der Linolplatte entstehen kann. Durch die scharf kontrastierenden Flächen kann ich mithilfe des Linolschnitts einen comichaften gesteigerten scheinbaren Realismus schaffen, der meine Bild- Behauptung unterstreicht, und das macht den Linolschnitt für mich als Ausdrucksform attraktiv. Ist er dir gerade als Ausdrucksform sogar lieber als die Malerei? Der Linolschnitt ist nur einer meiner künstlerischen Formulierungen; es ist eben nur eine andere, aber beide Ausdrucksformen beeinflussen sich immer auch gegenseitig. Du machst auch mitunter recht explizite Kunst, geht das immer problemlos? Das geht nicht immer problemlos, aber meine Aufgabe als Künstler ist es eben, den Betrachter mit meinen Darstellungen zu konfrontieren, Fragen aufzuwerfen und zum Nachdenken anzuregen. Wie betrifft dich als Künstler die Pandemie gerade? Außer einer geplatzten Ausstellung infolge des Lockdowns und den damit weggebrochenen Verkaufseinnahmen betrifft mich diese Pandemie nicht – ich arbeite weiter wie bisher. Ich mache mir aber ernsthafte Sorgen um die Vielfalt von Kunst und Kultur. Mitzuerleben, wie ein systemrelevanter Bereich von der Politik vernachlässigt wird, ist in unserer sogenannten Kulturnation beschämend. *Interview: Michael Rädel 5. – 20.3., Marcus Günther „Muster“, Atelier MG, Prinz-Georgen-Str. 40, Düsseldorf

BILDBAND WOLFGANG TILLMANS – 30 Jahre in einem Band „Das erste Buch entstand aus einer wissenden Unschuld heraus. Ich betrachtete das Leben um mich herum mit der Leidenschaft, unabhängig zu sein.“ Die Zeit der Jahrtausendwende ist uns immer noch sehr präsent, etwa durch weiterhin im Radio laufende, inzwischen zu Evergreens gewordene Elektro-Pop- Nummern, durch beständig populäre Serien wie „Sex and the City“ oder damals extremst populäre Stars wie Britney Spears. Und in der TV-Landschaft gehört nun das fest dazu, was damals Neuland war: Trash-TV mit leidlich bekannten Menschen. Eine spannende Zeit, die auch von der Kunstwelt begleitet wurde. Bei Wolfgang Tillmans war es die Kamera, die ihm half, diese Phase als Kunst festzuhalten, aber auch zu inszenieren, denn nicht immer, wenn ein Bild aussieht wie ein Schnappschuss, ist es einer. Beim TASCHEN Verlag erschien anlässlich des 40. Geburtstags des Verlags gerade der Band „Wolfgang Tillmans. four books – 40th Anniversary Edition“, der seine bisherigen Bücher im ursprünglichen Layout, aber ergänzt zusammenfasst. „Mein Anspruch ist es, Bücher zu machen, die von den unterschiedlichsten Menschen in verschiedenen Ländern mit ihren eigenen Augen gelesen und aufgenommen werden und die es ihnen ermöglichen, Bezüge zu ihrem eigenen Leben herzustellen. Diese Bezüge finden sich vielleicht nicht in jedem einzelnen Bild, aber wenn ein Betrachter nachvollziehen kann, wie etwas riecht, oder eine Vorstellung davon bekommt, wie sich etwas anfühlt, dann bin ich glücklich. Das ist es, was letztlich Kunst ausmacht: unter den Menschen ein Gefühl von Solidarität zu erzeugen“, so der Künstler in einem schriftlichen Interview mit dem Verlag. Warum eine Art Remix seiner Bücher? „An manchen Stellen habe ich Bilder von damals eingefügt, und manchmal konfrontiere ich ein neues Foto mit einem 20 Jahre alten, wie das Porträt von Neneh Cherry aus dem Jahr 2018, deren Musik ich wiederum 1993 viel gehört habe. Auch die letzten Jahre bis 2020 sind vertreten, sodass das Buch auch einen klaren Bezug zur Gegenwart aufweist“, erklärt Tillmans. Eine fotografische Zeitreise von den 1990ern bis in die Corona-Twenties. Porträts von Freunden und Stars, Alltagssituationen und Momente, die jetzt vor allem mit ihrem Retro-Touch berühren, einfach wunderbar. *rä „Wolfgang Tillmans. four books – 40th Anniversary Edition“, www.taschen.com

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