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blu März / April 2021

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28 KLUBWELT NACHGEFRAGT

28 KLUBWELT NACHGEFRAGT FLORIAN WINKLER-OHM: „Mut macht mir der Zusammenhalt in der Community“ FOTO: T. SCHWARZ Der Shutdown dauert an, der Lockdown macht Angst. Schwierige Zeiten, besonders für die Kreativen des Nachtlebens. Wir erreichten einen der Geschäftsführer des SchwuZ im Homeoffice. Wie geht es dem SchwuZ? Nun, die Lage ist dramatisch, vor allem für unsere Minijobber, die ja keine Möglichkeit haben, Kurzarbeiter*innengeld zu beantragen. Viele sind seit März 2020 ohne Arbeit. Ich möchte aber auch anmerken, dass es schön ist, dass wir zumindest überhaupt als Klub Hilfen bekommen haben, wenn diese auch recht spät kamen. Und ich durfte wenigstens ab und an im Klub oder im Büro sein ... Wir haben rund 100 Menschen im Klub beschäftigt, wir versuchen, alle Mitarbeiter*innen ein- oder zweimal im Monat via E-Mail zu erreichen und auf den neusten Stand zu bringen. Zusätzlich gibt es Team-Meetings über Zoom. Schön waren die gemeinsamen Open-Air-Aktionen wie der Getränkeabverkauf, bei dem man sich – mit Abstand – wiedersehen konnte. Ist der andere Geschäftsführer, Marcel Weber, denn noch dabei? Ja, er hatte nur drei Monate ein Sabbatical. Und dafür war die Zeit gerade perfekt. Aber seit Mitte Januar ist er wieder dabei. Brauchst du denn ein Sabbatical? Nein, gerade nicht. Aber wenn das Jahr so weitergeht wie 2020, wer weiß ... Übermannen dich manchmal die Sorgen? Bisher nicht. Wir haben schon letztes Jahr relativ realistisch geplant und uns keine allzu großen Hoffnungen gemacht, im Januar wieder starten zu können. Wir wussten, dass wir nicht nur die Ersten sein würden, die geschlossen worden sind, sondern auch die, die am letzten wieder öffnen dürfen. Wir haben stark auf das zweite Quartal 2021 gesetzt, das sehe ich allerdings gerade ziemlich dahinschwimmen. Ich hoffe, dass wir im Herbst oder Winter wieder eröffnen können, ich setze meine Hoffnung stark auf die angelaufenen Impfungen. Was macht dir denn Mut? Der Zusammenhalt der Community, dass die Streamings so gut laufen und auch die Open-Air-Aktionen so gut angenommen wurden. Und auch unser Kalenderverkauf. Dass für viele Menschen das SchwuZ so ein wichtiger Ort ist, das macht mir Hoffnung – auch auf unsere Wiedereröffnung. *Interview: Michael Rädel www.schwuz.de TECHNOHOUSE Sehnsucht nach dem Nachtleben FOTO: N. FREIDEL Klubs, Partys, Feste, Raves und ungezwungenes Zusammensein. Manche Paare trifft es besonders hart, dann ist einer in Quarantäne, der andere nicht. Und manche müssen Sterbefälle beklagen. Der Hamburger DJ und Producer Solomun veröffentlichte gerade sein neues aVideo „Home“, ein Vorbote zum für 2021 geplanten gleichnamigen Album. Im Video sehen wir leere Klubs, leere Orte, verwaiste Theater – und Menschen, die sich nicht unterkriegen lassen und trotzdem tanzen. Aber alleine, das muss jetzt eben sein. „Musik kann an jedem Ort ein Zuhause finden. Aber um Musik wirklich zu erleben, muss man tatsächlich in Räume gehen, die speziell dafür entworfen wurden. In diesen heiligen Räumen kann Musik tatsächlich Menschen erreichen. Und der Wunsch danach war noch nie so groß. Der Wunsch, es zu fühlen, zu erleben, zu hören, mit Menschen zu teilen. Home erinnert uns an diese Momente. Von den Dingen, die wir vermissen.“ Ein klasse Track, der gefeiert werden will – und auch sofort mitwippen (am Arbeitsplatz) oder sogar tanzen lässt (klarer Homeoffice-Vorteil). „Home“ ist vertonte Sehnsucht nach dem Nachtleben. *rä

KLUBWELT 29 DEBÜT Weckt Erinnerungen: Joplyns „Pappelallee“ Erinnert ihr euch noch an die Zeit, als der Prenzlauer Berg in Berlin ein Partybezirk war? Also lange bevor die Gentrifizierung und später dann Corona alles queere Klubleben ausmerzten? Als man donnerstags am Senefelderplatz bei „Chantals House of Shame“ tanzen konnte, im Prater in der Kastanienallee mit Bürger Pe bei der „Bürgerparty“ quirlige Dragshows und House de luxe genießen konnte? Als es mehr Bars als Fressbuden gab? Ist lange her (na ja, ca. 10 bis 20 Jahre), aber nicht vergessen. Und so passt es ganz wunderbar, dass Joplyn ihr Debütalbum dann auch „Pappelallee“ genannt hat. Ein housiges Werk, das an eine Straße erinnert, die einst mitten im Partybezirk lag und einiges erlebt hat ... Die Künstlerin nimmt das Beste aus ihren deutschen, vietnamesischen und kanadischen Einflüssen, um Vocal House mit einem dicken Schuss Retro zu schaffen – alles ab dem 22. Januar hörbar auf „Pappelallee“. Untermalt und begleitet von dicken Beats singt Jopyln dabei über „Identität, Vergänglichkeit, Neu-Anfänge und Kraft-Schöpfen durch Loslassen“. Und wir haben musikalisch dazu noch eine wunderbare Zeitreise in wilde Klubzeiten. Hoffentlich werden die Tracks bald in den Klubs laufen können. Aber erst mal müssen wir noch abwarten und zu Hause tanzen. Unsere Anspieltipps sind „Recognize Me“, „Slowly Start Again“ und „Never“. Funfact: Booka Shade sind Fan und Remixer von Joplyn. *rä FOTO: A. KANAAN

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.