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blu März / April 2021

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12 STADTGESPRÄCH

12 STADTGESPRÄCH JUBILÄUM CAZZO WIRD 25 Vadim Romanov: „Mein tiefster Respekt für CAZZOs enormen Beitrag zur Pornoindustrie und mein Wunsch, eine unerschöpfliche Quelle sexueller Energie und Fantasie zu bleiben.“ Amanda Cox: „Wow, 25 Jahre! Eine Legende, die verdammt weit und oft GEKOMMEN ist.“ Ein Vierteljahrhundert voller Testosteron. Seit 1996 steht das in Berlin an den Start gegangene Pornolabel für schwulen Spaß und auch schwule Emanzipation. Seit 2016 leitet Felix Kamp das Studio, 2021 wird das Jubiläum begangen. 1995, als Jörg Andreas per Zufall Jürgen Brüning begegnete, ging alles los. Der erste Film war 1996 „Berlin Techno Dreams“ und wurde aufgrund der kernigen Darsteller, der rasanten Schnitte und des Technobooms sogleich ein großer kommerzieller und medialer Erfolg. Es folgten weltweit vertriebene DVDs und seit einiger Zeit natürlich auch digitale Angebote mit Stars wie Thom Barron und Fred Faurtin. 2021 ist CAZZO – italienisch für „Schwanz“ – international ein angesehener Name in der Pornobranche, auch weil man sich weiterhin nicht festlegen lässt: Skinheads, „Normalos“, Punks, ungewöhnliche Drehorte oder extremere Fetisch-Sexpraktiken – alles und fast jeder ist dabei, 2009 zum Beispiel Tim Kruger. Gut zu wissen: Das erste Cover unseres Magazins für Berlin, sergej (heute blu), zierten 1997 zwei knutschende CAZZO-Kerls. *rä NACHGEFRAGT Henning von Berg über seine Zeit bei CAZZO Der weltweit bekannte Fotograf verriet uns, was ihn mit dem Label verbindet. „CAZZO-Film? Ein inspirierendes und aufregend-erregendes Medium mit echtem Berliner Lokalkolorit, welches das Image (Berlin = sexy) ganz entscheidend mitgeprägt hat. Sogar weltweit! Pur, rau und authentisch; dabei stets unterlegt mit hartem Techno-Sound“, so der Fotograf, der fast ins Schwärmen gerät. „Spannende Pornoerzählungen visualisierten das außergewöhnliche Flair der Nachwendezeit in der frisch wiedervereinigten Stadt. Ein kerliger Look, der prompt Heerscharen von erwartungsfreudigen Gay-Touristen in die Metropole lockte.“ Die von vielen bemängelte Prüderie der heutigen Zeit war noch weit weg. „CAZZO gehörte damals zur schwulen Szene Berlins wie heute die Schwaben zum Prenzlauer Berg. Dabei war den meisten Fans sicherlich noch nicht mal die italienische Bedeutung des Firmennamens geläufig.“ Und wie ging es eigentlich los? „1996 hatte ich den beiden Geschäftsführern eine geräumige Altbauwohnung nahe Mehringdamm als allererste Büroadresse vermittelt. Bald stand ich Zweimeter-Mann sogar selbst vor der Kameralinse als gestrenger Partisanen-Offizier. Später als Häftlingskomparse und als Aktfotograf. Nur logisch, dass ich 1997 den Beruf wechselte und tatsächlich Fotograf wurde. Eine verrückte Zeit mit tollen Erlebnissen, die ich nicht missen möchte.“ Wer hätte das gedacht? Künstler durch Porno. Wobei: Irgendwie waren die ersten CAZZO-Filme mehr als nur Pornografie, da war jede Menge Zeitgeist und Kunst mit im Spiel. Ein Stück queere Geschichte! *rä FOTO: J. SCHOMMER

KOSMETIK Das Geheimnis Amandas prächtiger Lippen STADTGESPRÄCH 13 FOTO: JOSEF JASSO Wir werden hier nicht behaupten, dass Amanda Lepore nur durch viel Wasser, Schlaf und Sport zu ihrem ikonischen Aussehen gekommen ist. Aber wir können dir verraten, womit die US-Diva ihre Lippen so prachtvoll inszeniert. Mit ihrem eigenen Make-up! Besonders stolz ist die prominente Queen auf ihren Lippenstift „Classic Hollywood“, es sei der „einzige Lippenstift, den man braucht“, um sich so in Szene zu setzen wie einst die legendären Film-Ikonen aus der großen Zeit des Kinos des 20. Jahrhunderts. Etwas über 30 Euro kostet der Lippenstift, ein Schnäppchen für Amanda-Verhältnisse. Das edle – überschaubare – Sortiment gibt es auf ihrer Homepage im Shop: amandalepore.com. „Glamour war für mich immer eine Flucht. Als ich ein Kind war, wurde meine Mutter ins Krankenhaus eingeliefert, sie war schizophren. Wenn sie krank war, machte sie weder Haare noch Make-up, und sie sah einfach schrecklich aus. Aber wenn sie Medikamente bekam und glücklich war, ging sie in den Schönheitssalon und trug Make-up.“ Amanda Lepore ist die weltweit wohl bekannteste Transsexuelle. Und zugleich ein lebendes Kunstobjekt! Die am 5. Dezember 1967 in New Jersey Geborene arbeitete schon mit bekannten Künstlern wie David LaChapelle, Cazwell, FJ Baur und Pierre et Gilles zusammen, singt, moderiert und kreiert neuerdings Lippenstifte. Chapeau! *rä PLASTISCHE CHIRURGIE IM KIEZ Unverbindliche und individuelle Beratung vom Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie direkt am Nollendorfplatz. © photo Diago Mariotta Mendez Beratung, Gesichtsverjüngung und ästhetische Operationen. Behandlung mit Botox, Hyaluronsäure, PRP-Plasmatherapie und Fadenlifting. Dr. Steffen Schirmer · Plastischer und Ästhetischer Chirurg · In der Praxis Dr. Goldstein · Maaßenstraße 14 · 10777 Berlin Termine nach Vereinbarung · Telefon 030 - 215 20 05 · mail@drsteffenschirmer.com · www. drsteffenschirmer.com

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