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blu März/April 2019

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6 BLU LIEBT INTERVIEW

6 BLU LIEBT INTERVIEW PRALLE BILDER PROVOKANTE WERKE , Der Berliner mit peruanischen Wurzeln, Andy Caballero, weiß, wie man den Betrachter fasziniert. „Im Mittelpunkt meiner Arbeit steht die Persönlichkeit eines Menschen mit all seinen Widersprüchen, Leidenschaften und Sehnsüchten. Mit meinen Bildern möchte ich ihre Geschichten erzählen und dazu beitragen, ihren Wesenskern mehr zum Vorschein zu bringen“, verrät der Künstler, der in Darmstadt studierte. „In meinen Fotosessions geht es mir nicht darum, die äußere Hülle eines Menschen zu dokumentieren. Vielmehr möchte ich in einer vertrauensvollen und kreativen Atmosphäre ausdrucksstarke Porträts schaffen.“ Gut zu wissen: Auch Spiegel Online nahm sich schon seiner queeren Kunst an. Wann ging es los mit der Fotografie? Von 6 bis 18 war ich Eiskunstläufer und habe täglich mehrere Stunden auf dem Eis verbracht. Als ich mit dem Leistungssport aufhörte, musste ich erst mal schauen, was ich mit meinem Leben abseits der Eishalle anfangen möchte. Mir war wichtig, dass ich etwas mache, was wirklich meiner Leidenschaft entspricht. Ich fing an, die Kamera für mich zu entdecken und meine Kreativität zum Ausdruck zu bringen. Als ich dann zum Designstudium zugelassen wurde, wusste ich, dass ich die Fotografie zu meiner Berufung machen möchte. Worauf freust du dich in Sachen Fotokunst im Frühling? Auf wieder wärmeres Wetter und die Möglichkeit, draußen neue Bildideen umzusetzen, die ich im Winter entwickelt habe. Gab es schon einmal ein Shooting, das sich anders entwickelte als geplant? Meistens recherchiere und plane ich vor jedem Shooting, aber besonders wird es, wenn auf einmal etwas Ungeahntes hinzukommt. Einmal wollte ich Porträts von jemandem im Wasser machen. Auf einmal gab es einen spontanen Wetterumschwung. Blitze, Donner und prasselnde Regentropfen auf dem See ließen nicht nur dramatische Bilder entstehen, sondern machten das ganze Shooting auch zu einem Abenteuer. Wen würdest du gerne einmal fotografieren? Menschen, die offen und frei im Geist sein wollen und Spaß daran haben, ihre Tabus, Verbote und ihre Freude zu erforschen. Häufig sind das Menschen, die in nicht so festgefahrenen Strukturen stecken bleiben wollen. Ein Shooting mit der Performancekünstlerin Marina Abramović wäre zum Beispiel genial. Was inspiriert dich denn ganz allgemein? Andere Fotografen wie David LaChapelle oder Annie Leibovitz begleiten mich schon länger. Neulich habe ich den Dokumentarfilm „Female Pleasure“ gesehen und hinterher direkt neue Bildideen entwickelt. Ich ziehe aber auch viel Inspiration aus der Erforschung meiner eigenen Innen- und Gefühlswelt, bei Meditationen, Ayahuasca- Zeremonien und anderen spirituellen Praktiken. Die eigenen Schatten sind häufig ein Spiegel der Schatten der Gesellschaft, und diese zu erforschen, bietet viel Futter für neue Erzählungen und Bildmaterial. *Interview: Michael Rädel www.andy-caballero.de

DIE WAHRHEIT KANN NICHT BEKEHRT WERDEN MALEREI Versuchter Brückenschlag Denkt man an die Kunstwelt, denkt man an reiche, ältere Damen, grau melierte Herren und weinselige Greise samt Porsche. Das stimmt nicht ganz. Natürlich trifft man auf Vernissagen und in den großen Galerien vor allem die Kunstliebhaber ab sechzig Jahren an, denn die haben das Geld. Aber „der Kunstmarkt verändert sich gegenwärtig“, so Maler Max Diel. „Jüngere Leute haben kaum Zeit und Geld oder vielleicht fehlt auch das Interesse. Viele kommen gar nicht mehr hinter dem Computer oder dem Smartphone hervor. Gleichzeitig eröffnen sich hier natürlich auch Chancen.“ Daher macht der Maler mit bei einem neuen Onlineportal, das die Jungen erreichen will. „Die Jungs von www.smart-collectors. com versuchen einen Brückenschlag: Sie wollen neue Kunstinteressenten an den Markt heranführen, indem sie eine Art Mietkaufsystem anbieten und über die sozialen Medien agieren“, verrät der gebürtige Freiburger. Gemälde, die man via Internet kaufen oder mieten kann – klingt zeitgemäß. *rä www.smart-collectors.com, www.maxdiel.de OSCAR®-NOMINIERTER LUCAS HEDGES OSCAR®-PREISTRÄGERIN NICOLE KIDMAN DER VERLORENE SOHN erzählt die ergreifende und wahre Geschichte des 19-jährigen Jared (Lucas Hedges), der in einem Baptistenprediger-Haushalt in den amerikanischen Südstaaten aufwächst. Als sein strenggläubiger Vater (Russell Crowe) von der Homosexualität seines Sohnes erfährt, drängt er ihn zur Teilnahme an einer fragwürdigen Reparativtherapie. Vor die Wahl gestellt, entweder seine Identität oder seine Familie zu riskieren, lässt er sich notgedrungen auf die absurde Behandlung ein. Seine Mutter (Nicole Kidman) begleitet Jared zu der abgeschotteten Einrichtung, deren selbst ernannter Therapeut Viktor Sykes (Joel Edgerton) ein entwürdigendes Umerziehungsprogramm leitet. Eine zutiefst bewegende und zugleich universelle Geschichte über den mutigen Kampf eines jungen Mannes für ein selbstbestimmtes Leben. UND OSCAR®-PREISTRÄGER RUSSELL CROWE DREHBUCH UND REGIE JOEL EDGERTON AB 21. FEBRUAR IM KINO /DerVerloreneSohn.DE

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.