Aufrufe
vor 2 Jahren

blu März/April 2019

  • Text
  • Mehringdamm
  • Berlin
  • Schwule
  • Szene
  • Kultur
  • Amalgam
  • Lychener
  • Bkatheater
  • Berliner
  • Erotik

10 STADTGESPRÄCH

10 STADTGESPRÄCH INTERVIEW DANIEL DONSKOY FOTO: SVEN SERKIS „ ... wilde Zeit in Berlin-Neukölln ...“ Ja, es ist DER aus der Serie „Sankt Maik“. Aber der Künstler hat noch viel mehr auf dem Kasten. Wir sprachen mit Daniel Donskoy, der 1990 in Moskau geboren wurde und unter anderem in London und New York Schauspiel und Musical lernte. Du sprichst gleich vier Muttersprachen: Hebräisch, Deutsch, Englisch und Russisch, aufgewachsen bist du in Tel Aviv, jetzt lebst du in Berlin. Wie definierst du Heimat? Geografisch habe ich das aufgegeben, weil das für mich einfach keinen Sinn macht. Natürlich waren Tel Aviv und London meine Heimat. Es ist aber eher so, dass ich jetzt dort Heimatgefühle habe, wo ich mich in dem Moment gut fühle, wo Menschen sind, die mir etwas bedeuten (zumindest einer!), wo ich mich konzentrieren kann, wo ich einen Platz zum Schlafen habe. Wer dich nur als Schauspieler kennt, der wird überrascht sein, dass du auch singst. Dabei, so ist es zumindest zu lesen, hast du schon mit gerade fünf Jahren begonnen, Klavier zu spielen. Welche Kunst ist dir die liebste? Die sind zum Glück nicht zu vergleichen, daher muss ich mich auch nicht entscheiden. Bei der Musik ist unschlagbar, dass du die Leute in dem Moment direkt in DEIN Herz schauen lässt. Du bekommst sofort Feedback, man teilt den Moment zeitgleich mit dem Publikum. Bei der Schauspielerei drehst du und bekommst erst Feedback, etwa auf Social Media, wenn es dann später ausgestrahlt wird. Beim Spiel muss es dir genug sein, eine Rolle zu verkörpern. Was auch toll ist, das steht nicht miteinander in Konkurrenz. Die Serie „Sankt Maik“ startet 2019 mit der 2. Staffel, wurde ja 2018 gedreht, und auch im „tatort“ hast du schon mitgespielt. Bleibt da noch Zeit für Privatleben? Kaum! Am Anfang tat mir das weh ... Aber jetzt gefällt es mir. Nach dem Abi in Tel Aviv hatte ich vor dem Studium eine wilde Zeit in Berlin-Neukölln. Diese Zeit wird nie wiederkommen, aber es war ein bewusster Schritt. *Interview: Michael Rädel Facebook: danieldonskoyofficial AUSSTELLUNG The Ballery: Bruce Sargeant Er wurde nur vierzig Jahre alt: 1898 geboren, 1938 gestorben. Seine homophile Kunst – obwohl nicht eindeutig homosexuell – inspiriert aber auch heute noch. Thomas Sokolowski (The Andy Warhol Museum, Zimmerli Art Museum) etwa zählt ihn zu einem der wichtigsten Maler des 20. Jahrhunderts, und selbst Firmen wie Abercrombie & Fitch präsentieren seine Kunst weltweit in ihren Flagship- Stores. „Hätte Sargeant nach einem Wrestling-Unfall kein tragisches und unerwartetes Ende gefunden, wäre er möglicherweise zu den Höhen gekommen, die Künstler wie James McNeill Whistler und andere heute genießen.“ Vom 11. April bis zum 8. Juni ist eine umfassende Auswahl seiner Kunst, kuratiert von Mark Beard, in der Schöneberger Galerie The Ballery in der Nollendorfstraße 11 – 12 zu genießen. Die Vernissage findet am 11. April ab 19 Uhr statt. *rä theballery.com BILDER: BRUCE SARGEANT

KULTUR Na, wonach klingt es denn? STADTGESPRÄCH 11 FOTO: B. KAULFUSS Techno ist auch 2019 noch das große Ding. Vor allem, wenn er mit einem fetten Schuss Elektro einhergeht. Wie bei Modeselektors neuem Album „Who Else“. An manchen Tagen fühlt man sich wie ein „Prügelknabe“: Die Kollegen lästern, die Kunden mosern, der Himmel ist dunkelgrau, das Herz ganz schwer. Da muss was mit Wumms her! Techno-Beats sorgen schon seit den ganz, ganz späten 1970ern dafür, dass man auf bessere Gedanken kommt. Daher empfehlen wir das am Ende Februar erschienende Album „Who Else“ von Modeselektor. Hierauf präsentiert das Duo ausgeklügelte Sound-Ideen und starke Klangkonstruktionen, dass es eine wahre Freude ist! Unsere Anspieltipps sind das eben schon erwähnte „Prügelknabe“, „Wake Me Up When It’s Over“ und „One United Power“. Am 7. und 11.3. sind die beiden live in der Halle am Berghain zu erleben! *rä www.modeselektor.com THEATER STRAIGHT. Oder halt doch nicht. Vor zwei Jahren begeisterten Scott Elmegreen und Drew Fornarola den Off-Broadway in New York mit einem queeren Drei-Personen-Stück, das zwar STRAIGHT heißt, aber eben so gar nicht straight ist. Ohne Zeigefinger, dafür mit unglaublich viel Einfühlungsvermögen, wird eine Geschichte erzählt, wie sie tagtäglich überall auf der Welt vorkommt, aber oft unter meterweise verstaubten Traditionen und Konventionen versteckt wird. Jetzt kommt das Stück nach Deutschland. Was passiert, wenn Mann eigentlich mit seiner Partnerin glücklich ist, aber dann, ganz Bier-Hete, plötzlich mit einem anderen Mann im Bett landet und danach die Welt nicht mehr die straighte, sortierte ist, die sie vorher vorgab zu sein? Bisexualität, Mehrfachbeziehungen, Schubladendenken – STRAIGHT behandelt ganz alltägliche Probleme queerer Menschen witzig und spannend und ist damit in jeder Hinsicht ein Gewinn für die deutsche Theaterlandschaft. *ck 26. + 27.4., STRAIGHT, Pfefferbergtheater, Schönhauser Allee 176, 19:30 Uhr, www.straight-berlin.de FOTOS: INE GUNDERSVEEN

Magazine

Regionalseiten
männer* – das queere Nachrichtenportal

Unsere News

About us

blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.