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blu Mai / Juni 2021

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24 STYLE „Ganz schön

24 STYLE „Ganz schön Berlin!“ mit SVEN REBEL NACHGEFRAGT In der ARD-Mediathek und im TV im rbb gibt es die „Fortsetzung“ der 2020 angelaufenen Show „rbb queer 4 you“. Aber mit neuem Namen und auch mit neuen Gesichtern. Wir fragten bei Sven nach. Was war dir wichtig bei der neuen Show? Bei meiner Arbeit, egal ob vor oder neben der Kamera, geht es mir vor allem um Authentizität. Die Erfahrung zeigt, dass „echt“ sein – sowohl in der Praxis bei meinem Klienten als auch bei den Menschen, die wir bei „Ganz schön Berlin!“ treffen – der Schlüssel zur Lösung vieler Probleme ist. Das macht so eine Sendung allerdings in der Realisierung nicht unbedingt einfach, denn echtes Leben, echte Gefühle und vor allem ein respektvoller Umgang mit Menschen ist einfach zeitintensiver als überspitzt zu inszenieren, wie es viele Formate heutzutage tun. Für mich ist es der Aufwand allerdings wert, auch wenn es schmerzhaft ist, dass viele emotionale Momente letztendlich dem Schnitt zum Opfer fallen. Ich habe ehrlich gesagt kein richtiges Wort, sondern finde es einfach unglaublich, dass ein Sender, und dann auch noch ein öffentlich-rechtlicher Sender, so ein Team zusammenstellt. Vor der Kamera schwule Männer und eine Hetero-PoC, die sich beispielsweise mit einer 75-jährigen Frau über Sex und Einsamkeit unterhalten oder einem schwulen Rugby-Spieler helfen, seinen Körper zu akzeptieren. Das Ganze dann auch noch fast ausschließlich von Frauen, hetero und lesbisch, produziert – wir drehen beispielsweise ausschließlich mit Kamera-Frauen, beim Sender regieren Frauen usw. Man vergisst es so schnell im Arbeitsalltag, doch für mich wird einfach nicht genug darauf hingewiesen, wie divers unser komplettes Team ist, und dass dieses Team sich nicht gefunden hat wegen seiner Diversität, sondern wegen des Könnens jeder einzelnen Person. Was magst du besonders an dem Format? „Ganz schön Berlin!“ beinhaltet drei meiner liebsten Tätigkeiten: Geschichten hören, Menschen helfen und Geschichten erzählen. Ich bin überzeugt, jeder Zuschauer wird etwas von sich in den meisten unserer Geschichten wiederfinden und hoffentlich mit einem Lächeln, einer neuen Leichtigkeit und vielleicht auch mit mehr Offenheit anderen Menschen auf der Straße begegnen. *Interview: Michael Rädel Warum eigentlich der neue Name? Wir wollen uns ganz klar neu aufstellen und neu definieren und nicht schon durch eine Namensgebung selbst beschränken; sei es, was die Experten angeht, als auch die Menschen, die wir treffen. Womit ich schon wieder beim Thema Authentizität bin. Auch wir, die gesamte Produktion, durchläuft natürlich eine Entwicklung und einen Selbstfindungsprozess. Jeder Einzelne von uns ist, wer er ist, und steht für seine Überzeugung, für seine Philosophie, sein Selbstbild und auch seine Sexualität. Je größer das Spektrum der Experten, umso umfangreicher und einfühlsamer können wir helfen. Berlin, eine der diversesten Städte der Welt, ist, was uns alle verbindet – unendlich viele Geschichten der unterschiedlichsten Menschen. Wir sind wie Berlin, und wir wollen all diese Geschichten erzählen – deshalb „Ganz schön Berlin!“. Wie ist das neue Team? Wie soll man sechs vollkommen individuelle, eigenständige Menschen, jeder ein Experte auf seinem Gebiet, beschreiben?

UPDATE Zurück zu den Wurzeln STYLE 25 FOTO: M. RÄDEL Sein Handwerk hat der international erfolgreiche Schweizer Modedesigner Julian Zigerli in Berlin gelernt, an der Universität der Künste, unweit des berüchtigten Bahnhofs Zoo. Dann ging er wieder nach Zürich, im Frühling kam Zigerli zurück nach Berlin. Zurück zu den Wurzeln – vom Studierenden zum Gastprofessor. Mit großem Stolz, Motivation und Elan trete ich ab März 2021 die Gastprofessur an der Universität der Künste Berlin für die kommenden drei Jahre an“, verriet uns der Modedesigner via E-Mail. „Vor über 10 Jahren, im Oktober 2010 habe ich mein Modedesign-Studium an der UdK abgeschlossen, worauf ich kurzerhand in die Schweiz zurückkehrte, um mein Label JULIAN ZIGERLI zu gründen und seitdem erfolgreich zu führen. Umso mehr freut es mich, als Gastprofessor an die Geburtsstätte meiner modischen Laufbahn zurückzukehren und ein Teil des UdK-Teams zu werden“, fährt er fort. „Mein Aufgabenbereich wird die Entwurfslehre in der Studienrichtung Modedesign sein, welche aktuell relevante, branchenspezifische, wie auch interdisziplinäre Themen, Diskurse und Technologien mit der Lehre verbindet. Außerdem die Betreuung der BA- und MA- Abschlüsse.“ Wird der Umzug denn komplett, also privat und beruflich, erfolgen? Nein, „das Label JULIAN ZIGERLI bleibt seinem Standort Zürich treu. Ich werde zwischen den beiden Städten pendeln und freue mich darauf, wieder vermehrt in meiner zweiten Heimat Berlin sein zu dürfen.“ Wir freuen uns auf einem neuen, alten Wahlberliner – und wenn es auch „nur“ fifty-fifty ist. Funfact: Erotik-Model Sam Morris ist Fan des Designers. *rä www.julianzigerli.com GAYBOYS LIVE AM TELEFON RUF AN! NUR 14 Cent/ Min. LERNE HEISSE MÄNNER KENNEN 0180 5 97 00 00* SD - 14 Cent/Min. aus d. deutschen Festnetz Mobilfunktarif max. 42 Cent/Min.

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.