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blu Mai / Juni 2021

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18 KULTUR NACHGEFRAGT

18 KULTUR NACHGEFRAGT FELIX RÄUBER: „Ich denke, dass wir in besserer Balance mit der Umwelt leben müssen“ Der in Dresden und Berlin lebende Sänger ist seit seiner Band Polarkreis 18 erfolgreich im Geschäft, wir sprachen mit ihm über Sachsen, Corona und auch neue Musik. Gerade hast du neue Musik veröffentlicht. Ja, „Autsider“, meine neue Platte. Sie ist der Abschluss meiner Solo-EP-Triologie „Wall“, „Me“ und „Autsider“, auf denen ich gesellschaftspolitische Themen mit Cinematic Pop verarbeite. Du thematisierst auch deine Wurzeln in der DDR. Als die Wende kam, war ich sechs Jahre alt und meine Eltern mussten sich beruflich neu- und umorientieren und hatten wenig Zeit für mich. Etwa zur selben Zeit erwachte meine Liebe zur Musik. Es war eine Flucht aus der Einsamkeit, eine Kompensation. Das A am Anfang von „Autsider“ steht für Autismus, weil ich mich, wenn ich Musik mache, in meinen eigenen autistischen Raum zurückziehe. Wie stehst du zum Thema Ostalgie? Ich komme aus Sachsen und habe dort – obwohl ich seit etwa zehn Jahren in Berlin lebe – auch immer noch einen Wohnsitz, Familie und Freunde. Dort hat sich ganz, ganz viel verändert. Ich habe viele Menschen kennengelernt, die sich zu dieser abgehängten Gesellschaft zählen. Da habe ich dann versucht herauszufinden, woran das liegt. Bei „Empty Space“ zum Beispiel geht es um Alkoholsucht, bei „Scared to Be Human“ um meine Erfahrungen mit Nazis in den 90er-Jahren. Du hast noch ein anderes Projekt in der Mache: „Heimat“. Bald beginnt unser allererster Dreh zu „Wie klingt Heimat?“. Die Idee kam uns, nachdem wir von einem Aufenthalt in Nordkorea zurückkamen, dort läuft extrem viel Propagandamusik. Und wir fragten uns, wie eigentlich unsere Heimat klingt. Es ist ein interdisziplinäres Projekt, eine Dokumentarfilm-Serie in zehn Episoden. Am Ende einer Folge entsteht immer ein Lied von mir über die vorgestellten Menschen, alle haben etwas mit Musik zu tun und gehören zu einer bestimmten Kultur … zum Beispiel Sorben, Vietnamesen, Vertriebene, aber auch Regionen wie die Natur der Zittauer Gebirge. Wie hat Corona dein Berufsleben verändert? Ich meine das nicht gehässig, aber für mich persönlich hat die Pandemie viel Gutes bewirkt. Ich hatte zum ersten Mal die Möglichkeit durchzuatmen. Die Zeit ist für mich eine gute Chance, innezuhalten und mir zu überlegen, was ich eigentlich will im Leben. Ich versuche, das Leben als Fluss anzusehen, so funktioniert das Künstlerleben auch. Wichtig ist, dass man die Zeichen, die man gezeigt FOTO: M. MADLEN KRIPPENDORF bekommt, auch sieht. Ich denke, dass wir in besserer Balance mit der Umwelt leben müssen, dann wird solches weniger passieren. *Interview: Michael Rädel www.felixraeuber.com

KULTUR 19 FOTOS: FLORIAN HETZ LITERATUR KÜNSTLER UND AUTOREN GESUCHT Das jährlich erscheinende Buchprojekt „Mein schwules Auge“ soll auch 2021 wieder für Lese- und Bildgenuss sorgen. Da seit über einem Jahr vieles pandemiebedingt nur unter freiem Himmel stattfindet, ist das Thema dieses Jahr dann auch „Outdoors“. „Nach drei sehr themenbezogenen Ausgaben zur Tom of Finland Foundation, Berlin seit dem Mauerfall und Body Issues im ersten Pandemiejahr möchten wir diesmal mit dem Thema ,Outdoors‘ nur einen sehr lockeren Rahmen vorgeben“, so die beiden Herausgeber Rinaldo Hopf und Fedya Ili in einer E-Mail an unseren Verlag über das kommende Buchprojekt, das im Oktober 2021 im konkursbuch Verlag Claudia Gehrke erscheinen soll. Kreative Queers, die gerne schreiben oder fotografieren, können ihre Werke ** nun einreichen. „Der gemeinsame Nenner sollte die Auseinandersetzung mit schwuler Erotik und Sexualität sein. Ob dies explizit pornografisch oder eher ästhetisch, ob politisch, satirisch oder poetisch geschieht, ist jedem Einzelnen überlassen“. Rinaldo Hopf: „Leider müssen wir uns immer noch mit der Pandemie und deren Folgen und Verlusten befassen, die für uns Schwule womöglich noch einschneidender sind als für die Allgemeinheit. Wir denken, dass alle von Isolation und dem fortwährenden Eingesperrtsein Zuhause erschöpft sind und möchten Euch einladen, wieder nach draußen zugehen und das Leben zu feiern – wenn immer noch nicht in der Realität, dann doch wenigstens in der Fantasie und Erinnerung.“ An was für Themen kann man dabei denken? Zum Beispiel an (schwulen) Spaß in der Sommerhitze, in Parks oder beim Wandern. Natürlich kann man auch Erotik einarbeiten: Sportswear, Cruising, FKK aber auch Sex am Strand und beim Reisen ... Hier kannst du bis zum 30. Juni deine Kunst einreichen: www.mygayeye.com/opencall *rä ** Für Essays, Gedichte oder Kurzgeschichten gilt: Textlänge bitte maximal 10.000 Zeichen inklusive Leerzeichen, bitte als doc oder docx einreichen, Bilder sollten 20x15 cm / 8x6 in sein (oder 20x30 cm / 8x12 cm für Doppelseiten) bei 300 dpi, PSD, TIFF oder JPG sowie CMYK FOTO: T. KORHONEN GEBURTSTAG Alles Gute, Gaynor Hopkins! Wer das ist? Bonnie Tyler natürlich, wir wollten nur mal ihren richtigen Namen verraten, schließlich gratulieren wir hiermit zum 70. Wiegenfest ... Im Februar erschien ihr neues Album „The Best Is Yet to Come“, das sie 2022 auch live vorstellen will. Sie macht Musik, weil sie es liebt, beweisen muss sich Bonnie längst nichts mehr. Denn dank Hits wie „Total Eclipse of the Heart“, „Islands“ mit Mike Oldfield, „Lost in France“ sowie „It’s a Heartache“ und „Holding Out for a Hero“ ist Bonnie eine Legende. Und dank ihrer unablässigen Tourneen ein überall populärer Star. Die am 8. Juni 1951 in Wales geborene „Bitterblue“-Sängerin trat 2013 für Großbritannien beim Eurovision Song Contest an. Dragqueens wie Brigitte Skrothum sind Fans der Rock-Röhre. Funfact: „Kings & Queens“ von Ava Max basiert auf dem Bonnie-Tyler-Lied „If You Were a Woman (And I Was a Man)“. *rä

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.